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Tiefe Trauer statt Euphorie: Tabuthema Wochenbettdepression

Die Geburt eines Babys sollte eines der freudigsten Ereignisse im Leben einer Frau sein. Eine Wochenbettdepression aber lässt Mütter in ein tiefes emotionales Loch fallen und beeinflusst ihre Fähigkeit, eine feste und liebevolle Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.

Eine Wochenbettdepression betrifft viele Frauen.

Eine Wochenbettdepression kann im gesamten ersten Lebensjahr auftreten. Foto: monkeybusinessimages, iStock, Thinkstock

Nach Angaben der Fachgruppe der frei praktizierenden Hebammen leiden 10 bis 15 Prozent der jungen Mütter in der Schweiz an einer Wochenbettdepression. Das entspricht rund 10'000 Frauen pro Jahr. Viele trifft die Krankheit, auch postnatale Depression genannt, völlig unvorbereitet, da sie in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist und eher als Tabuthema gilt. Eine frisch gebackene Mutter sollte übersprühen vor Freude – tut sie das nicht, macht sie sich verdächtig. Das eigene schlechte Gewissen der betroffenen Frauen wirkt sich zusätzlich als Belastung auf Körper und Seele aus.

Trauer, Antriebslosigkeit, Überforderung: eine postnatale Depression belastet Eltern und Kind

Bis zu 80 Prozent der Mütter leiden in den ersten zehn Tagen nach der Geburt ihres Kindes an Stimmungsschwankungen. Sie sind weinerlich und traurig, finden nicht in den Schlaf, verspüren keinen Hunger oder sind Rast- und Ruhelos. Bei den meisten Frauen dauert dieser Zustand, der als Baby Blues bezeichnet wird, aber nicht länger als zwei Wochen an.
Bessert sich die körperliche und psychische Konstitution nicht, so sprechen Mediziner von einer Wochenbettdepression. «Die postnatale Depression ist wesentlich schwerwiegender als der Baby Blues», heisst es bei der Privatklinikgruppe Hirslanden. Diese kann zudem jederzeit innerhalb eines Jahres nach der Geburt auftreten.

Die Gründe für die Entstehung der Depression sind komplex und eng verbunden mit den persönlichen Lebensumständen von Mutter und Kind. Stress, beispielsweise weil das Baby nicht durchschläft oder krank ist, spielt häufig eine Rolle. Doch auch die Hormonumstellung kann das Stimmungstief auslösen. Viele Familien brauchen Zeit, um sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen und den Alltag mit Kind zu organisieren. Alleinerziehende Frauen und Paare, die wenig familiäre Unterstützung erfahren, stehen besonders unter Druck und sind dementsprechend auch häufiger überfordert. Ist die Depression sehr stark ausgeprägt, leidet die Bindung zwischen Mutter und Säugling, was sich negativ auf die Entwicklung des Babys auswirkt.

Bei der Entstehung einer Wochenbettdepression spielen viele Faktoren eine Rolle

Depressionen, die mit der Geburt eines Babys im Zusammenhang stehen, können vielschichtige Gründe haben. Neben der hormonellen Umstellung gilt auch eine labile psychische Konstitution der Mutter als Risikofaktor. Negative Auswirkungen auf die Gefühlslage nach der Geburt haben soziale Faktoren wie Geldsorgen, Beziehungsprobleme oder einschneidende Ereignisse wie der Tod eines Angehörigen. Manche Mütter haben auch Probleme, sich konstruktiv mit ihrer neuen Rolle auseinanderzusetzen.

Der postnatalen Depression ganzheitlich entgegen wirken

Susanne Knüppel ist Forscherin und Dozentin an der Tessiner Fachhochschule und hat sich intensiv mit dem Thema Wochenbettdepression auseinandergesetzt. Sie riet betroffenen Müttern, sich schnell Hilfe zu holen, wenn sich nach Geburt eines Kindes eine Depression ankündigt. «Eine erste professionelle Hilfe bekommt man beim Hausarzt, bei Pflegefachfrauen der Beratungsstellen für Eltern und Kinder, bei Frauenärzten und Hebammen, und später – falls nötig – kann man sich auch an die entsprechenden Fachstellen (psychosoziale Dienste, Psychologen, Psychiater) wenden», sagte sie der Coopzeitung.

Experten raten Müttern, sich vor und nach der Geburt ihres Babys nicht unter Druck zu setzen. Ein Baby verändert den Alltag komplett und es braucht Zeit, bis Abläufe und Routinen sich gefestigt haben. Gleichzeitig ist es sinnvoll, keine weitere einschneidende Veränderung in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt zu planen. Wichtig ist ausserdem, eine Hebamme und einen Arzt zu wählen, zu denen werdende Mütter ein Vertrauensverhältnis aufbauen können und die bereit sind, die Frauen auch nach der Geburt positiv zu unterstützen und sie zu beraten. Vielen Frauen hilft es auch, den Alltag mit Kind rechtzeitig vorher durchzuplanen und sich der Hilfsbereitschaft von Partner, Freunden oder anderen Familienangehörigen zu versichern.

Weitere Informationen, auch zu den verschiedenen Formen einer Wochenbettdepression, finden Sie hier: www.hebamme.ch

 

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