Schwangerschaftsdepression: Holen Sie sich Hilfe!

Eine Depression in der Schwangerschaft widerspricht den gängigen Klischees über glückliche Mütter, die sich mit strahlendem Lächeln auf ihr Kind freuen. Nie sieht man besser aus, nie ist eine Frau schöner: Wie soll eine Schwangerschaftsdepression in dieses Bild passen?

Eine Schwangerschaftsdepression muss behandelt werden.

Manche Frauen sind von einer Schwangerschaftsdepression betroffen. Foto: JarekJoepera, iStock, Thinkstock

Solche Überlegungen sind der Grund, warum viele Frauen sich damit abfinden, ein gestörtes Bild von sich selbst und wenig Freude auf das Baby zu haben. Sie trauen sich nicht, sich an Freunde, Verwandte oder Therapeuten zu wenden. Dabei ist dies oft unumgänglich, da die Stresshormone, die während einer Depressionsphase ausgeschüttet werden, der Mutter und letztlich durch die innere Verbindung zum Kind auch diesem schaden. Ausserdem kann eine unbehandelte Depression in der Schwangerschaft nicht nur zu dem sogenannten harmloseren Baby-Blues direkt nach der Geburt führen, sondern erhöht die Chancen auf eine ausgeprägte, längere Wochenbettdepression und im schlimmsten Fall zu einer Wochenbettpsychose. Bei einer späteren Schwangerschaft besteht ebenfalls eine erhöhte Chance auf eine erneute Schwangerschaftsdepression.

«Von 100 Frauen entwickeln zehn oder mehr während der Schwangerschaft Symptome einer Depression. Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Depressionen durchgemacht haben, weisen ein wesentlich höheres Risiko auf», erklärt Prof. Dr. med. Konrad Michel, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, auf der Plattform swissmom.ch. Neben einer eigenen Praxis in Bern ist er Leiter der allgemeinen Sprechstunde der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie in Bern. Eine rechtzeitig erkannte Depression in der Schwangerschaft kann sehr gut behandelt und meist geheilt werden, wobei Medikamente eingesetzt werden, die dem Baby nicht schaden. Besonders bewährt haben sich Serotonin-Aufnahme-Hemmer. In vielen Fällen reicht aber bereits eine therapeutische Betreuung.

Ursachen der Schwangerschaftsdepression

Die Ursachen der Schwangerschaftsdepression sind vielfältig. Es können genetische Veranlagungen, eigene Einstellungen und aktuelle Umstände verantwortlich sein. Meist ergibt sich im Diagnosebild ein Mix aus mehreren Ursachen.

  • Liegen in der Familie bereits psychische Erkrankungen vor oder hatte die Betroffene zu einem früheren Zeitpunkt bereits selbst über Angststörungen oder Depressionen geklagt, erhöht sich die Chance auf eine Schwangerschaftsdepression.
  • Wer unter Perfektionismus und sehr starren Voreinstellungen leidet, fühlt sich schnell enttäuscht, überfordert und ausgehebelt, wenn es dann nicht mehr so läuft wie gewohnt und geplant. Das Gefühl der eigenen Hilflosigkeit führt ebenfalls zu Angst- und depressiven Störungen.
  • Ein Umzug, Schwierigkeiten in der Partnerschaft und/oder wenige Sozialkontakte sind weitere mögliche Auslöser für Verstimmungen.

Viele Frauen kommen mit der Anpassung an die neue Situation nicht zurecht, dafür kann bereits eine starke morgendliche Übelkeit ausreichen; diese Anpassungsstörung ist eine weitere Variante von Verstimmungen und sollte ebenfalls nicht in eine Depression führen.

 

Es gibt viele Anzeichen für eine Depression, beispielsweise eine ständige Mattigkeit, übermässiges Weinen, der Rückzug aus der Sozialwelt, Antriebs- und Lustlosigkeit sowie Ängste unspezifischer Art.

Hilfreiche Adressen für Betroffene einer Schwangerschaftsdepression

Weitere Informationen bietet die Seite chronobiology.ch vom Zentrum für Chronobiologie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel. Darauf wird das Thema Schwangerschaftsdepression ausführlich behandelt. Unter postnatale-depression.ch finden Betroffene Bücher- und DVD-Tipps sowie Hilfe in Form von Kursen und Selbsthilfegruppen.

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