Nachgeburt: die letzte Phase der Geburt

Nach der Entbindung des Babys stösst Ihr Körper die Nachgeburt aus. Sie besteht aus den Eihäuten und der Plazenta mit der Nabelschnur. Im Gegensatz zur Entbindung ist sie weniger schmerzhaft und dauert meist nur wenige Minuten.

Die Nachgeburt ist die letzte Phase der Geburt.

Kurz nach der Geburt Ihres Babys muss noch die Plazenta abgestossen werden. Man spricht von der Nachgeburt. Foto: pojoslaw, iStock, Thinkstock

Fast zehn Monate lang ernährt die Plazenta im Mutterleib das ungeborene Kind. Ist das Kind auf der Welt, wird der sogenannte Mutterkuchen nicht mehr in der Gebärmutter benötigt und daher durch erneute Wehen, welche rund eine Viertelstunde nach dem eigentlichen Geburtsvorgang einsetzen, ausgestossen. Meist funktioniert das schnell und reibungslos, ohne grosse Schmerzen zu verursachen.

Löst sich nur ein Teil der Plazenta, muss durch bestimmte Griffe oder eine Ausschabung nachgeholfen werden, um Entzündungen, Kindbettfieber und gefährlich starke Blutungen zu vermeiden. Deshalb wird die Plazenta sofort nach dem Austreten auf eventuelle Schäden oder fehlende Gewebestücke untersucht. Auch das sofortige Anlegen des Neugeborenen an die Brust, Bewegung, wehenfördernde Mittel wie Tabletten oder Wehentropf oder eine Massage des Bauches können helfen, den Mutterkuchen von der Gebärmutterwand zu trennen. Ist die Nachgeburtsphase beendet, beginnt das Wochenbett: Die Hormone stellen sich nun von Schwangerschaft und Entbindung auf Stillen um, die Milchbildung wird angeregt und die Phase der Rückbildung beginnt.

Mythen, Legenden und Bräuche rund um die Nachgeburt

Um die Nachgeburt ranken sich viele Mythen und Legenden:

  • Wird die Plazenta gegessen, soll sie postnatale Depressionen verhindern, die Milchbildung anregen und den Körper nach der anstrengenden Geburt wieder stärken und mit Nährstoffen versorgen. Auch die Rückbildung soll durch den Verzehr des Gewebes, roh oder gekocht, positiv beeinflusst werden. Die gleichen Eigenschaften werden auch dem Blut, welches enthalten ist, nachgesagt. Viele Tiere  fressen ihre Nachgeburt.
  • Unter einem Baum im Garten vergraben - bevorzugt ein Früchte- oder Lebensbaum - soll der Mutterkuchen dem Kind Glück und ein langes Leben bringen.
  • In manchen Kulturen wird die Plazenta als Zwilling des Säuglings gesehen und in einer respektvollen Zeremonie beerdigt.
  • In Jemen verfüttert man den Mutterkuchen an Vögel auf dem Dach des Elternhauses, so soll die Liebe der frischgebackenen Eltern verstärkt werden.
  • Bei der Lotusgeburt wird die Nabelschnur des Kindes nicht durchtrennt, sondern verbleibt an der Plazenta, bis sie von selbst abfällt - auf diese Weise soll sie das Kind während der ersten Tage auch ausserhalb des Mutterleibes nähren und so vor Gewichtsverlust schützen. Zudem soll diese Vorgehensweise die Kinder vor Gelbsucht schützen und sie entspannter und ruhiger in ihrer neuen Umwelt ankommen lassen.

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