Zyklus der Frau erklärt: Von Menstruationsblutung bis Eisprung

Wenn Sie schwanger werden oder gern natürlich verhüten möchten, ist es wichtig herauszufinden, wann Ihre fruchtbaren Tage sind. Vielleicht möchten Sie aber auch einfach wissen, was Monat für Monat in Ihrem Körper passiert. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Zyklus der Frau zusammengestellt.

Der Zyklus ist nicht bei jeder Frau gleich lang.

Wenn Sie schwanger werden möchten, ist es gut zu wissen, was in einem Zyklus passiert und wann die fruchtbaren Tage sind. Foto: iStock, Thinkstock

Fast jede Frau im gebärfähigen Alter ist bestens mit der monatlichen Regelblutung vertraut. Doch was passiert eigentlich in den Wochen dazwischen? Die Beantwortung dieser Frage ist besonders für Frauen wichtig, die gern schwanger werden möchten. Schliesslich besteht die Chance dazu in jedem Zyklus nur für ein paar Tage um den Zeitpunkt des Eisprungs herum. Auch wer hormonfrei und natürlich verhüten möchte, sollte wissen, wie der weibliche Zyklus abläuft.

Erste Zyklushälfte: Menstruationsblutung und Eireifung

Der Zyklus der Frau beginnt am ersten Tag der Menstruationsblutung. In der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus reifen mehrere Eibläschen (Follikel) in einem der Eierstöcke heran. Diese Phase wird deshalb auch als Follikelphase bezeichnet. Für den reibungslosen Ablauf eines jeden Zyklus ist ein perfektes Zusammenspiel verschiedener Hormone nötig. So sorgt in der ersten Hälfte beispielsweise das follikelstimulierende Hormon (FSH) dafür, dass ein Ei heranreift. Die Follikel wiederum sorgen dafür, dass der weibliche Körper mit Östrogen, dem weiblichen Geschlechtshormon, überschwemmt wird.

Das Östrogen sorgt unter anderem dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird. Kommt es in diesem Zyklus zu einer Schwangerschaft, wird sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

In der ersten Zyklushälfte ist der Muttermund mit einem zähen Schleim verschlossen. Kurz vor dem Eisprung führt der erhöhte Östrogenspiegel dafür, dass dieser sogenannte Zervixschleim wässriger und klarer wird. Spermien können jetzt besonders gut darin überleben und ihn durchdringen. Wer wissen möchte, wann die fruchtbaren Tage sind, kann deshalb seinen Zervixschleim untersuchen. Die Konsistenz verrät, wann der Eisprung stattfindet – allerdings gehört ein bisschen Übung dazu, ihn richtig zu deuten.

Eisprung: Die fruchtbaren Tage

Um die Zyklusmitte herum wird es nun richtig spannend: Mindestens ein Follikel ist jetzt so weit herangereift, dass er sprungbereit ist. Gibt es ausnahmsweise einmal mehr als eine reife Eizelle, kann es in diesem Monat zu Mehrlingsschwangerschaften kommen. Das luteinisierende Hormon (LH) sorgt für die endgültige Ausreifung und schliesslich für den Eisprung. Dabei wird die reife Eizelle aus dem Eierstock ausgestossen und wandert in den Eileiter in Richtung Gebärmutterhöhle. Trifft sie dort auf eine Samenzelle, kann es zur Befruchtung kommen. Dies muss allerdings in den nächsten 24 Stunden passieren, denn länger bleibt eine Eizelle nicht befruchtungsfähig. Spermien können einige Tage in der Scheide oder der Gebärmutter überleben. Möchten Sie schwanger werden, sollten Sie deshalb idealerweise schon kurz vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr haben.

Wann genau der Eisprung stattfindet, ist von Frau zu Frau verschieden. In einem normalen 28-Tage-Zyklus findet dieser meist ziemlich genau in der Mitte statt. Bei längeren oder kürzeren Zyklen kann man ganz grob davon ausgehen, dass der Eisprung 14 Tage vor dem Beginn der nächsten Regelblutung stattfindet. Allerdings gilt dies nicht für alle Frauen. Sicherer lässt sich eine Aussage über den Zeitpunkt des Eisprungs beispielsweise mithilfe der Basaltemperatur treffen. Denn nach dem Eisprung erhöht sich die Körpertemperatur der Frau bis zum Ende des Zyklus. Auch Ovulationsstäbchen können Ihnen dabei helfen festzustellen, wann Ihr Eisprung stattfindet.

Zweite Zyklushälfte: Gelbkörperphase

Für diesen Anstieg in der Körpertemperatur sorgt das Gelbkörperhormon Progesteron, das in der zweiten Zyklushälfte produziert wird. Die Reste des Follikels, aus dem das reife Ei gekommen ist, entwickeln sich zu einem Gelbkörper. Dieser Gelbkörper ist dafür verantwortlich, dass Progesteron produziert wird. Ist es zu einer Befruchtung gekommen, hilft Progesteron der Eizelle dabei, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten, die nun dicker und weicher geworden ist.

Ist es zu keiner Befruchtung gekommen, bildet sich der Gelbkörper zurück und wird zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut in Form der Menstruationsblutung ausgestossen. Die Basaltemperatur sinkt wieder, der Anteil der Hormone der ersten Zyklushälfte steigt und ein neuer Zyklus beginnt.

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