Baby > Gesundheit & PflegeErkältung bei Babys: Das hilft, wenn dein Baby Husten oder Schnupfen hat – und wann du zum Arzt musst Julia Wohlgemuth Eine verstopfte Nase, Husten, Halsweh: Ob dein Baby an einer Erkältung leidet, merkst du vor allem an diesen Symptomen. Zum Glück helfen in den meisten Fällen einfache Mittel: eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung, genügend Flüssigkeit, frische Luft und ein leicht erhöhter Oberkörper beim Schlafen. Aber Achtung: Bei Fieber ab 38 Grad Celsius in den ersten drei Lebensmonaten und bei jeder Form von Atemnot gehört dein Baby unverzüglich in ärztliche Kontrolle. Was du tun kannst, wenn dein Baby erkältet ist – und woran du erkennst, dass es mehr als eine Erkältung ist. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Wenn dein Baby an einer Erkältung leidet, kannst du die Symptome mit einfachen Mitteln lindern. Bild: tatyana_tomsickova, Getty Images Das Wichtigste zu Erkältungen bei Babys in Kürze Dass dein Baby an einer Erkältung leidet, erkennst du an verschiedenen Symptomen: Hat es eine Schnupfennase? Hustet es? Vielleicht trinkt es weniger, weil es Halsschmerzen hat. Auch gerötete Augen oder häufiges Weinen können ein Anzeichen für eine Ansteckung sein. Mehr zu den Symptomen. Erste Wahl bei einer verstopften Babynase ist eine Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung – am besten vor dem Trinken und vor dem Schlafengehen [5]. Dazu gehören genügend Flüssigkeit, frische Luft und ein leicht erhöhter Oberkörper. Was bei Schnupfen hilft. Was bei Husten hilft. Honig ist ein wirksames Hustenmittel – aber erst ab 12 Monaten. Jüngere Babys dürfen keinen Honig bekommen [3][2]. Nicht immer reichen Hausmittel aus. Bei Fieber ab 38 Grad in den ersten drei Lebensmonaten, bei Atemnot, bei Trinkverweigerung und bei zunehmender Teilnahmslosigkeit musst du sofort ärztliche Hilfe holen [1][2]. Wann du mit deinem Baby zum Arzt musst. Was tun, wenn dein Baby erkältet ist? Hat dein Baby eine Erkältung erwischt, kannst du einiges tun, um die Symptome zu lindern. Wie auch Erwachsene leiden Babys unter einer laufenden, verstopften Nase, sie haben Halsweh und müssen niesen oder husten. Auslöser sind fast immer Viren; Antibiotika helfen dagegen nicht [1]. Folgende Tipps lindern die Beschwerden. 1 Nase mit Kochsalzlösung frei machen: Säuglinge atmen vorwiegend durch die Nase. Ist sie verstopft, wird schon das Trinken zur Anstrengung. Deshalb empfiehlt das Kinderspital Zentralschweiz, die Nase regelmässig mit einer physiologischen Kochsalzlösung zu spülen – vor einer Mahlzeit und vor dem Schlafengehen. Fertige Lösungen gibt es in der Apotheke; du kannst sie auch selbst ansetzen, indem du einen halben Liter Leitungswasser abkochst und einen gehäuften Teelöffel Kochsalz darin auflöst. Spüle bei Babys in Seitenlage und gib die Lösung langsam ins oben liegende Nasenloch, damit sie unten wieder herauslaufen kann [5]. Verhärteten Nasenschleim kannst du ganz vorsichtig mit etwas gedrehter Watte aus der Nase ziehen. Wattestäbchen haben in der kleinen Babynase jedoch nichts zu suchen. Für Babys und Kleinkinder gibt es übrigens auch spezielle Nasensauger. 2 Raus an die frische Luft: Auch mit einer Erkältung sollten kleine Kinder täglich Zeit im Freien verbringen. Geh mit deinem Kind im Kinderwagen spazieren und schau, dass es ausreichend Luft abbekommt. 3 Ausreichend Flüssigkeit: Bei einer Erkältung sollte dein Baby viel trinken. Auch wenn das Kleine Probleme mit dem Trinken hat, solltest du sicherstellen, dass es genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Bewährt haben sich häufigere, dafür kleinere Mahlzeiten [6]. Biete ihm oft von den Getränken an, die dein Kleines sonst auch trinkt. Stillende Mütter sollen ihr Baby ruhig häufiger stillen. Über die Muttermilch gibst du deinem Baby wichtige Antikörper. 4 Raumklima und rauchfreie Luft: Die Fachgesellschaft pädiatrie schweiz empfiehlt bei Husten eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent und eine Zimmertemperatur von rund 18 Grad Celsius [3]. Ebenso wichtig: Der Schlafraum deines Kindes muss rauchfrei sein – Passivrauch schadet den Atemwegen besonders [2]. Dein Baby hat Schnupfen? Hier zeigen wir dir, was kleinen Schnupfennasen hilft. Dein Kind hat Husten? Die besten Mittel gegen Husten stellen wir dir hier vor. Wann musst du mit dem Baby zum Arzt? Die meisten Erkältungen gehen von selbst vorüber. Bei einigen Warnzeichen aber zählt jede Stunde. Hol sofort ärztliche Hilfe, wenn dein Baby eines dieser Zeichen zeigt [1][2][6]: Fieber ab 38,0 Grad Celsius bei einem Baby unter drei Monaten. Säuglinge in diesem Alter müssen bei Fieber unverzüglich einem Arzt vorgestellt werden. Atemnot, sehr schnelle, oberflächliche oder angestrengte Atmung, pfeifende Atmung oder eine bläuliche Verfärbung von Haut und Lippen. Einziehungen: Wenn sich bei jedem Atemzug die Haut zwischen den Rippen oder unter dem Rippenbogen sichtbar einzieht. Trinkverweigerung oder deutlich schlechteres Trinken, ständiges Erbrechen. Zunehmende Teilnahmslosigkeit: Dein Baby wird apathisch, lethargisch oder ist auffallend schlapp. Dein Baby ist jünger als ein Monat und hustet. Der Husten tritt plötzlich beim Essen auf – dann kann ein Fremdkörper in die Luftröhre geraten sein. Ein Ausschlag mit flohstichartigen, nicht wegdrückbaren roten Punkten. Wichtig zu wissen: Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen der Immunabwehr. Bei Kindern über drei Monaten spricht man ab 38,5 Grad Celsius von Fieber – entscheidend ist aber nicht die Höhe des Fiebers, sondern der Zustand deines Kindes [1]. Wirkt es schlapp, irritabel oder trinkschwach, meld dich beim Arzt, unabhängig von der Zahl auf dem Thermometer. Bei Babys unter zwölf Monaten misst du die Temperatur am zuverlässigsten im After [1]. Mehr dazu liest du im Ratgeber Fieber beim Baby. Auch ohne Notfallzeichen gibt es Gründe für einen Termin: Hat sich die Erkältung nach fünf Tagen nicht gebessert, ist das ein Grund, den Kinderarzt aufzusuchen. Dauert der Husten länger als zwei Wochen oder treten starke, lang andauernde Hustenanfälle auf, gehört dein Kind ebenfalls untersucht [2]. Greift sich dein Baby oft ans Ohr und schreit besonders nachts viel, könnte sich die Erkältung auf die Ohren gelegt haben: Eine bakterielle Mittelohrentzündung ist eine häufige Zusatzinfektion nach einem Atemwegsinfekt [4]. Daran erkennst du, dass dein Säugling erkältet ist Kleine Kinder haben immer irgendetwas. Wie also merkst du, dass das Baby erkältet ist? Häufiges Schreien und Weinen kann von Eltern als Vorwarnung für eine Erkältung gedeutet werden. Das Kind wirkt zudem müder und stiller als sonst. Kurz darauf zeigen sich die typischen Erkältungssymptome [4]: Schnupfen: im Anfangsstadium wässeriger Nasenschleim, später zähflüssig Husten, anfangs meist trocken Erschwerte Nahrungsaufnahme aufgrund von Halsschmerzen und verstopfter Nase Gerötete Augen – eine Bindehautentzündung begleitet Atemwegsinfekte häufig Fieber und Müdigkeit Nicht zu den harmlosen Symptomen zählen Atemnot, Einziehungen, Trinkverweigerung und Teilnahmslosigkeit. Diese Zeichen sprechen für einen schweren Verlauf und gehören sofort abgeklärt – siehe Wann musst du zum Arzt? So lange dauert eine Erkältung bei Babys Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen vergehen bei einer RSV-Infektion, dem häufigsten Erkältungserreger im Säuglingsalter, zwei bis acht Tage. Ansteckend ist dein Kind in der Regel bereits einen Tag vor den ersten Symptomen und danach drei bis acht Tage lang [4]. Der Schnupfen klingt meist innerhalb einer Woche ab, der Husten kann deutlich länger nachhängen. Als Faustregel gilt: Dauert er länger als zwei Wochen, gehört er abgeklärt [2]. Dass sich Babys und Kleinkinder mehrmals pro Jahr anstecken, ist normal – ihr Immunsystem lernt jeden Erreger erst noch kennen. Schnupfen: Was tun, wenn das Baby Schnupfen hat? Wenn dein Baby vor allem an Schnupfen leidet, also an einer verstopften oder laufenden Nase, helfen meist einfache Mittel aus Apotheke oder Drogerie. 1 Kochsalzlösung vor Nasentropfen: Erste Wahl ist die Nasentoilette mit physiologischer Kochsalzlösung [2][5]. Reicht das bei starkem Schnupfen nicht aus, können zusätzlich abschwellende Nasentropfen eingesetzt werden [2][6]. Verwende dann ausdrücklich Präparate in Säuglingsdosierung und wende sie nicht länger als eine Woche an, da sie sonst der Nasenschleimhaut schaden können. Lass dich beim Kauf beraten. 2 Muttermilch für das Näschen: Für kleine Schnupfennasen können auch ein paar Tropfen Muttermilch angenehm sein. Das ist ein traditionelles Hausmittel, dessen Wirkung nicht belegt ist – schaden kann es aber nicht. Wenn es dir gelingt, kannst du die Milch direkt aus der Brust in die Nase des Babys spritzen. Sonst gibt es in der Apotheke auch Tropfpipetten für verstopfte Nasen. 3 Nase frei machen: Natürlich kann sich dein Kind noch nicht selbst die Nase putzen. Deshalb musst du das beim Schnupfen übernehmen. Flüssiges Nasensekret kannst du mit einem speziellen Absauger aus der Apotheke entfernen. Diesen solltest du nach jedem Gebrauch mit klarem Wasser abwaschen und alle paar Tage auskochen. 4 Oberkörper hochlagern für einen besseren Schlaf: Beim Schlafen fällt deinem Kind das Atmen leichter, wenn der Oberkörper etwas höher liegt – rund 30 Grad, zum Beispiel mit einem untergelegten Badetuch [3]. Leg die Unterlage dazu unter die Matratze des Babybettes. Auf keinen Fall sollte dein Säugling direkt auf einem Kopfkissen schlafen, da sonst Erstickungsgefahr besteht. Dieser Tipp hilft auch bei Husten. Husten: Das kannst du tun, wenn dein Baby Husten hat Dein Baby leidet an Husten? Husten ist eines der häufigsten Erkältungsmerkmale bei Kindern und zugleich ein wichtiger Schutzreflex: Er befreit die Atemwege von Schleim und Fremdkörpern. Ein starker Husten kann für die Kleinen trotzdem sehr unangenehm sein. 1 Honig – aber erst ab 12 Monaten: Honig lindert Hustenreiz und wird von pädiatrie schweiz ausdrücklich empfohlen: mit einem kleinen Löffel oder im Tee – jedoch erst für Kinder ab 12 Monaten. Für Säuglinge unter einem Jahr ist Honig tabu, auch in Tee oder Milch verrührt [2][3]. Ist dein Baby noch nicht ein Jahr alt, bleiben Muttermilch beziehungsweise der gewohnte Schoppen, häufiger und in kleineren Portionen angeboten, das Mittel der Wahl [6]. 2 Passendes Raumklima: Eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent und rund 18 Grad Celsius im Zimmer tun den angeschlagenen Schleimhäuten gut [3]. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, kannst du zum Beispiel nasse Handtücher über die Heizung legen oder eine Schale mit Wasser aufstellen. Dass dein Säugling nicht in die Nähe von sehr heissem Wasser gehört, versteht sich von selbst: Inhalationen über einer Schüssel mit heissem Wasser sind bei Babys und Kleinkindern wegen der Verbrühungsgefahr keine Option. Die wohltuende Wirkung feuchter Luft erreichst du gefahrlos, indem du im Bad ein paar Minuten eine warme Dusche laufen lässt und mit deinem Kind im Bad spielst. 3 Verzichte auf ätherische Öle: Verzichten solltest du auf ätherische Öle wie Eukalyptusöl, Kampfer oder Menthol. Diese können Reizungen verursachen und im schlimmsten Fall zu Atemnot führen. Auch das Kinderspital Zürich rät dazu, Salben mit ätherischen Ölen wegen möglicher Nebenwirkungen zurückhaltend einzusetzen – den Husten beeinflussen sie ohnehin in der Regel nicht [2]. 4 Keine Hustenmedikamente: Pflanzliche wie chemische Hustenmittel sind gegen Erkältungen nicht wirksam und können für Kinder sogar gefährlich werden [3]. Gerade bei kleineren Kindern wird von ihrem Gebrauch abgeraten, unter anderem weil sie müde machen und den Atemantrieb dämpfen können [2]. Gib deinem Baby solche Mittel nur, wenn eine Ärztin sie ausdrücklich verordnet hat. Wie hört sich Husten bei Babys an? Der Husten bei kleinen Kindern ist häufig trocken. Da sich bei einer Erkältung nach und nach Schleim bildet, verändert sich der Husten und wird tiefer und krächzender. Klingt der Husten dagegen bellend und tritt er vor allem nachts auf, kann Pseudokrupp dahinterstecken – bellender Husten ist ein Grund, den Kinderarzt aufzusuchen [2]. Was dann hilft, liest du im Ratgeber Pseudokrupp. RSV und Bronchiolitis: Wenn aus Husten mehr wird Hinter einer Erkältung im ersten Lebensjahr steckt oft das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Bei älteren Kindern und Erwachsenen verläuft eine RSV-Infektion meist mild, bei Säuglingen kann sie jedoch die kleinen Atemwege entzünden [4]. Diese Bronchiolitis ist die häufigste Infektionskrankheit der kleinen Atemwege im ersten Lebensjahr; RSV ist in 70 bis 80 Prozent der Fälle der Auslöser, und am häufigsten trifft es Babys im zweiten bis sechsten Lebensmonat [6]. Wie ernst das ist, zeigen die Zahlen: Im Winterhalbjahr sind RSV-Infektionen die häufigste Ursache für eine Spitaleinweisung bei Neugeborenen und Säuglingen. Ein bis drei Prozent aller Säuglinge und Kleinkinder müssen deswegen ins Spital – wegen Atemnot sowie ungenügender Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme [4]. Typisch ist ein Verlauf, der mit Schnupfen, Fieber und trockenem Husten beginnt und bei dem das Baby dann angestrengt atmet und schlechter trinkt [3][6]. Genau das sind die Zeichen, bei denen du nicht zuwarten solltest. Zur Vorbeugung stehen in der Schweiz eine Impfung für Schwangere sowie Schutzantikörper für Neugeborene und Säuglinge zur Verfügung; welche Variante für dein Kind infrage kommt, hängt unter anderem vom Geburtsmonat ab [4]. Mehr dazu erfährst du im Überblick zum RS-Virus. Quellen Universitäts-Kinderspital Zürich: Notfall-Elterninformation Fieber (PDF, 06/2023; abgerufen am 12.08.2026) Universitäts-Kinderspital Zürich: Notfall-Elterninformation Husten (PDF, 08/2023; abgerufen am 12.08.2026) pädiatrie schweiz: Manchmal ist weniger Medizin besser für Ihr Kind – Fünf Beispiele (PDF, Choosing Wisely, 2022; abgerufen am 12.08.2026) Bundesamt für Gesundheit BAG: Respiratorisches-Synzytial-Virus (RSV) (abgerufen am 12.08.2026) Luzerner Kantonsspital / Kinderspital Zentralschweiz: Wenn Babys und Kinder unter verstopften Nasen leiden (30.03.2025; abgerufen am 12.08.2026) Ostschweizer Kinderspital: Richtlinie Akute Bronchiolitis (PDF, Version 3.0, 15.02.2021; abgerufen am 12.08.2026)