Über den Sinn von Tagesschulen

Werden Kinder in der Stadt Zürich bald obligatorisch in der Schule verpflegt? Die Stadt will die verpflichtende Tagesschule testen und viele Argumente sprechen für die Tagesschule. Doch es gibt auch welche, die dieser Schulform skeptisch gegenüberstehen.

Tagesschulen in Zürich

Mittags in der Schule bleiben birgt viele Vorteile für Schüler, Lehrer und Eltern. Foto: iStock, Thinkstock

In vielen Familien warten Mütter oder Väter nicht zu Hause mit einem köstlichen Mittagessen auf die heimkehrenden Schulkinder. Gemäss Schulamt sollen sogar 70 Prozent der Schüler in wenigen Jahren mittags durch Volksschulen verpflegt werden, was für Schulen und Eltern teuer wird, so schreibt tagesanzeiger.ch heute. Der Zürcher Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) will dem mit einer obligatorischen Tagesschule entgehen setzen. «Über kurz oder lang werden wir in der Stadt Zürich flächendeckende verbindliche Tagesschulen haben», erklärt er gegenüber tagesanzeger.ch.

Über Tagesschulen light, Kosten und Sparpotenzial

Die Idee der «Tagesschule light» kommt von der FDP. Dabei sollen die Kinder von 8 Uhr bis 14 oder 15 Uhr in der Schule sein. In dieser Zeit ist eine 45 bis 60 minütige Essenspause eingeplant. Nach Ansicht der FDP wäre der Alltag einer Familie so besser geregelt und die Kinder hätten mehr Freizeit. 

Die Zusatzkosten für das obligatorische Mittagessen sollen nach Lauber von den Eltern getragen werden, doch über die Finanzierung der Beiträge gibt es noch keine Entscheidung. Die Tagesschulen werden von der Mehrheit der Parteien im Zürcher Stadtparlament unterstützt, vor allem weil das Parlament in den Tagesschulen ein Sparpotenzial im Vergleich zu Hortkosten erkennt, denn letztere würden jedes Jahr teurer. Da die Kinder in der Schule essen könnten, müssten berufstätige Eltern nicht mehr auf teuere Horte zurückgreifen, wodurch die Hortkosten verringert werden könnten.

Die obligatorische Tagesschule in Zürich als Testform

Da eine obligatorische Tagesschule laut «NZZ am Sonntag» dem Volksschulgesetzt widerspricht, wird diese zunächst als Versuch ausprobiert. Im Jahr 2015 könnte der Test bereits beginnen. Sofern der Versuch erfolgreich ausfällt, müsste das Volksschulgesetz angepasst werden. Dagegen würde sich vor allem der SVP wehren, denn die Partei ist gegen eine «staatlich verordnete Kinderbetreuung».

Tagesschulen schneiden gut ab

Vielerorts existiert eine freiwillige Tagesschule bereits seit längerem mit Erfolg. Mitte September berichtete zum Beispiel die bernerzeitung.ch über die florierende Tagesschule in der Gemeinde Oberthal. 75 Prozent der Schulkinder nahmen die Tagesbetreuung gerne in Anspruch. Die Kosten für ein vollwertiges und gesundes Mittagessen betragen hier 4 Franken und auch sonstige Betreuungskosten bleiben überschaubar.

Mehr zu den Vorteilen einer Tagesschule finden Sie hier und hier.

 

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