Tragetücher können zu Hüftschäden führen

Tragetuch ist nicht gleich Tragetuch. Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt davor, dass einige Modelle und Tragetechniken dem noch unausgereiften Hüftgelenk eines Babys schaden können.

Eine Babytrage sollte sorgfältig ausgewählt werden

Ein gutes Tragetuch verhindert Hüftschäden. Foto: Babybjörn

Das Hüftgelenk eines Babys ist noch weich und formbar, solange es im Wachstum ist. Wird es in den ersten Lebensmonaten falsch belastet, können nachhaltige Schäden entstehen. Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), warnte diese Woche auf www.kinderaerzte-im-netz.de vor allem vor gestreckten Beinen: «Wird das Kind mit dem Rücken zum Tragenden transportiert bzw. hat die Tragehilfe keinen oder einen zu kurzen Sitzsteg, werden die Beine des Kindes durch das Eigengewicht gestreckt.» Dadurch, dass der Hüftkopf auf diese Tragart nach aussen gehebelt wird, kann es zu Hüftgelenksschäden kommen. «Es gibt ja jetzt diese Tücher, wo Kinder alles mitkriegen sollen. Aber das sind ja noch Babys. Bei den Babys kommt’s auf die Geborgenheit an!»

Eindeutig gesünder sind Tragetücher oder –hilfen, in denen das Kind mit leicht abgespreizten und gebeugten Beinen auf dem Bauch, Rücken oder auf der Hüfte der Eltern sitzt. Das Baby ist seinen Eltern in diesen Tragetüchern idealerweise zugewandt.

Empfohlen wird ein Sitzsteg knapp oberhalb der Kniegelenke, durch welchen die Hüfte eine Beugung von über 90 Grad erreicht und die Beine in einem Winkel von 40 Grad gespreizt sind. Kniegelenke sollten frei beweglich bleiben.

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