Mit Spielen im Wald die Natur entdecken

Der Wald ist der beste Abenteuerspielplatz für Kinder. Warum das Spielen in der Natur besonders kreativ macht und sieben Ideen für spannende Waldspiele.

Der Wald ist eine der sinnlichsten und wohtuendsten Natureindrücke für Kinder. So bringen Sie Kindern mit unterhaltsamen Spielen im Wald ihre Umwelt näher.

Einfach mal ein Blatt betrachten. Bild: Annie Spratt - Unsplash

Mit schnellen Schritten über Wurzeln springen, auf Baumstämmen balancieren, durchs knackende Laub gehen, Stöcke sammeln oder in der Erde wühlen. Vielleicht ist der Wald einer der letzten freien Rückzugsort für das freie kindliche Spiel. Hier blinkt nichts, hier lenkt kein Angebot ab, zu entdecken, in welcher Umwelt wir leben.

Die Wissenschaft weiss längst, zu viele Spielsachen und Regeln verhindern eher, dass sich ein Kind ganz im Spiel verlieren kann. Im Wald, wo es scheinbar nichts und doch so viel zu entdecken gibt, kann sich die Fantasie frei entfalten und Kinder entwickeln besonders kreative Spielideen: auf Mammutspurensuche gehen, Schlammhexen verjagen, ein Lager bauen, Vorräte sammeln oder Elfenkronen binden.

Und nur was man kennt, das liebt man auch. Wer Kinder den Respekt vor der Natur, ihren Pflanzen und Tieren lehren möchte, fängt am besten von hier an: am Waldrand. Schritt für Schritt lernen sie unser fragiles Ökosystem natürlich kennen und zu achten.

Wagen Sie das naheliegende Abenteuer: mit Kindern im Wald.

Wagen Sie das naheliegende Abenteuer: mit Kindern im Wald. Bild: Benjamin Manley - Unsplash

Nichts zuletzt tut der Wald einfach gut. Und mit frischer Luft in der Lunge schmeckt auch das einfache Essen wieder himmlisch. Ein Stück Brot, etwas Käse und Apfelschnitze schmecken köstlich wie nie. An vorgesehen Feuerstellen lässt sich mit Kinder auch wunderbar eine Mahlzeit zubereiten.

Manchmal braucht es zu Anfang aber etwas Überzeugungsarbeit. Wer mit einer Gruppe an Kindern in den Wald zieht oder vielleicht auch einen Kindergeburtstag im Wald veranstalten möchte, kann Kinder mit den folgenden Ideen einladen, die Natur spielerisch zu entdecken.

7 ausgewählte Spielideen für den Wald

Die besten Waldspiele finden Sie hier.

Tannenzapfen, Stöcke, Eicheln eignen sich wunderbar als Spielmaterial. Bild: Ewa Pinkonhead - Unsplash

1 Wer ist der Waldkönig?

Zuerst werden Baumzapfen gesammelt, sodass jedes Kind drei Zapfen in der Hand hält. Im Anschluss wird ein Baumstamm ausgesucht. Je nach Alter des Kindes werden aus einem gewissen Abstand die Zapfen auf den Baumstamm geworfen. Jedes Kind darf seine drei Zapfen einmal werfen. Der Spieler, der am häufigsten den Baumstamm trifft wird zum Waldkönig. Wer das Spiel noch etwas aufpeppen möchte, bastelt aus Zapfen eine Krone. Damit kann der Waldkönig oder die Waldkönigen am Ende gekrönt werden.

2 Den Stimmen des Waldes lauschen

Waldspiele wie diese eignen sich insbesondere für etwas ältere Kinder. Das Kind soll sich für circa ein bis zwei Minuten hinsetzen und die Augen schliessen. Es wird aufgefordert, ganz genau den Geräuschen des Waldes zuzuhören. Diese reichen vom Rascheln der Blätter im Wind bis zum Zwitschern der Vögel. Im Anschluss wird im gemeinsamen Gespräch über das Gehörte gesprochen und die Eindrücke werden ausgetauscht. Sind die Kinder etwas älter, kann das unterschiedliche Singen der Vögel den einzelnen Vogelarten zugeordnet werden.

3 Geschichten über Waldschätze

Ziehen Sie mit den Kindern los und suchen Sie in einem vorher vereinbarten Gebiet nach einem Gegenstand, der ihnen gefällt. Im Anschluss treffen sich alle wieder am Ausgangspunkt und jeder zeigt sein ausgesuchtes Objekt. Jeder erklärt, warum er gerade diesen Gegenstand gewählt hat. Dann legen alle ihre Waldschätze zusammen auf den Boden und bilden einen Kreis darum. Ein Spieler nimmt einen Gegenstand seiner Wahl auf und beginnt den ersten Satz einer selbst ausgedachten Geschichte zu erzählen. Danach nimmt ein anderer Teilnehmer einen Gegenstand und führt die fantasievolle Geschichte fort.

4 Memory in der Natur

Für lehrreiche Waldspiele wie diese bedarf es etwas Vorbereitung. Im Vorfeld wird ein Revier im Wald ausgesucht, in dem eine Vielfalt an Bäumen und Pflanzen steht. Von diesen Bäumen und Pflanzen werden Bilder gemacht, anhand derer das Kind das passende Exemplar in der Realität finden soll. Insbesondere etwas ältere Kinder können von Waldspielen wie diesem profitieren und die heimische Natur besser kennenlernen.

5 Wer bin ich?

Das beliebt Spiel «Wer bin ich?» kann wunderbar im Wald gespielt werden. Dafür bekommt ein Spielteilnehmer auf den Rücken einen Zettel geklebt. Auf diesem Zettel steht ein Tiername, eine Baum- oder eine Pflanzenart. Im Anschluss stellt er den anderen Fragen wie «bin ich ein Tier?» oder «bin ich klein?». Die Mitspieler dürfen die Fragen nur mit Ja oder Nein beantworten. Der Spieler mit dem Zettel auf dem Rücken fragt nun so lange, bis er herausgefunden hat, was auf seinem Zettel steht. Der Zettel darf dann auf die Brust geklebt werden und ein anderer Spieler muss erraten, was auf seinem Zettel steht. Wenn viele Kinder an diesem Spiel teilnehmen, wird am Schluss ein Kreis gebildet. Das erste Kind bekommt ein Wollknäuel in die Hand und wirft es einem anderen Kind zu. Dabei soll es begründen, warum es gerade dem ausgewählten Mitspieler das Knäuel zuwirft. Zum Beispiel sagt das Kind: «Ich als Holzwurm mag den Baum und werfe das Knäuel daher zur Esche.» Die Sätze sollen realitätsbezogen sein, sodass durch Waldspiele wie dieses ein kleiner Lernerfolg erreicht wird. Das Werfen des Knäuels wiederholt sich so lange, bis niemanden mehr eine Kombination einfällt und sich ein Spinnennetz aus Fäden zeigt.

6 Zum Waldkünstler werden

Waldspiele wie «Waldkünstler» eignen sich für kleine und ältere Kinder. Es kann in der Gruppe oder nur mit einem Kind gespielt werden. Dafür wird ein Spaziergang durch den Wald unternommen und eine kleine Tasche mitgeführt. In diese Tasche steckt das Kind die unterschiedlichsten Objekte wie beispielsweise Zweige, Blätter und Erde, die es im Wald findet. Daheim legt es alles auf ein großes, weißes Stück Papier aus und malt beziehungsweise gestaltet damit ein kleines Kunstwerk.

7 Auf Baumsuche

Einem Kind werden die Augen verbunden. Ein anderer Mitspieler führt das Kind von einem fixen Ausgangspunkt über Umwege zu einem Baum. Diesen Baum soll das Kind nun blind befühlen und sich merken, wie der Baum beschaffen ist. Dann wird das Kind wieder an den Ausgangspunkt gebracht und die Augenbinde wird abgenommen. Nun soll es den Weg gehen, den es kurz vorher mit Augenbinde gegangen ist und den Baum finden, den es befühlt hat. Waldspiele wie dieses geben nicht nur ein Gefühl für die Natur, sondern schulen auf spielerische Weise die Sinne sowie das Erinnerungsvermögen.

Hier finden Sie weitere Spielideen für den Wald

Aktiv mit OMO

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