Ein schönes Familienritual: Tischgebete und Tischsprüche

«Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb …» Viele Familien kennen diesen Kindervers, der einer gemeinsamen Mahlzeit voransteht und Kinder immer wieder zum Lachen bringt. Keine Frage: Tischsprüche und Tischgebete fördern das Miteinander.

Tolle Tischgebete und Tischsprüche

Ein Tischgebet vor dem Essen bringt Kinder zum Lachen. Bild: iStockphoto-Thinkstock

«Essen ist fertig!» Wenn Benno und sein Bruder Jakob den Ruf ihrer Mutter hören, stürzen sie schnell an den Familientisch. Obwohl sie sehnsüchtig auf die duftenden Pouletflügeli schauen, greift noch niemand zu. Denn vor dem Essen steht noch ein Ritual: ein Tischspruch oder ein Tischgebet. Es bewirkt, dass die Familienmitglieder aufeinander warten, bevor sie mit dem Essen beginnen.

«Rituale vermitteln Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen», darauf weist Andrea Erkert hin, Autorin des Buches «Tra-ri-ra, die Kinder die sind da». Ein Tischgebet und einen Tischspruch aufzusagen, gehört zu den Ritualen, die viele Kinder besonders gern annehmen. Vor allem jüngere Kinder lieben Aktivitäten, die alle Familienmitglieder zusammen ausführen. Tischgebete und Tischsprüche fördern daher das Miteinander in der Familie. Tischgebete schärfen darüber hinaus schon bei jüngeren Kindern das Bewusstsein dafür, dass ein reich gedeckter Tisch keine Selbstverständlichkeit ist.

Tischgebete und Tischsprüche für jedes Alter

Klar, dass Tischsprüche und Tischgebete dem Alter angemessen sein müssen. Kitakinder lieben Tischsprüche, die lustig und mit Bewegung verbunden sind. Primarschulkinder mögen etwas anspruchsvollere Texte. Doch auch Tischgebete, die in der Regel eher schlicht als witzig sind, hinterlassen Eindruck. Fast jeder kann sich an das Tischgebet seiner Kindheit erinnern.

Werden Kinder älter, darf der Tischvers kurz ausfallen: «Wir sitzen beisammen, der Tisch ist gedeckt. Wir wünschen einander, dass es uns schmeckt!» Denn die Freude an Tischsprüchen und Tischgebeten lässt bei den meisten Kindern nach, wenn sie ins Teenager-Alter kommen. Sie beginnen, ihre eigene Persönlichkeit und ihren eigenen Weg zu suchen, so dass sie sich zunächst lieber von der Familie abgrenzen als das Miteinander in einem Tischvers zu suchen. Das bedeutet nicht, dass der Tischspruch oder das Tischgebet von nun an ausfallen muss. «Wer Lust hat, macht mit» - diese Regel nimmt jeden Zwang. Das gilt auch für Besuchskinder, die staunend das Ritual miterleben.

Tischsprüche auf Schweizerdeutsch

Znüni
En Öpfel zum Znüni,
en Biire no dezu,
so gib dim Muul z’Esse,
denn händ die Zäh ztue.
En guete mitenand.

Zmittag
En guete, en guete, en guete mitenand,
das wünsched mir da inn-ne all-ne Kind.
De grosse Kind en guete, de chline Kind en guete,
en guete, en guete, en guete mitenand,
das wünsched mir da inn-ne all-ne Kind.

Zvieri
Brumm, brumm, brumm min Mage esch leer,
er brummt scho wie en Grizzly-Bär
brumm, brumm, brumm und jetzt esch Ziit,
de Zvieri esch so wiit.
(Melodie von: Schipfu-schii en Isebahn chunnt)

Quelle: Kita Chlostergarte

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