Kneippen mit Kindern

Wassertreten nach den Lehren von Sebastian Kneipp soll viele Vorteile für die Gesundheit bieten: Es regt den Kreislauf an, verhilft am Morgen zu schneller Munterkeit und abends zu besserem Einschlafen und kann selbst bei Migräne lindernd wirken. Bereits Kinder können Kneippen ausprobieren.

Kneippen ist nicht nur etwas für Erwachsene, sondern stärkt auch bei Kindern das Immunsystem

Zum Kneippen gehören Fussbäder und Wassertreten. Foto: Cindy Minear, iStock, Thinkstock

Wer glaubt, Kneippen sei nur etwas für ältere Menschen, der täuscht sich gewaltig: Gerade die Kleinsten profitieren von den Anwendungen, denn sie stärken das Immunsystem und helfen so, Erkältungs- und anderen Krankheiten vorzubeugen! Gerade in Kindergarten und Schule ist das besonders wichtig, denn hier herrscht oft erhöhte Ansteckungsgefahr. Wie oft bringt der Nachwuchs Husten, Schnupfen und andere Infektionskrankheiten mit nach Hause. Führt man Kinder spielerisch ans Kneippen heran, haben sie oft eine Menge Spass dabei.

Was muss beim Kneippen mit Kindern beachtet werden?

Zunächst einmal sollte immer, egal ob bei Kindern oder Erwachsenen, darauf geachtet werden, dass die Füsse vor der Anwendung warm sind. Bei Kindern unter vier Jahren sollten aufgrund des empfindlichen Wärmehaushaltes keine kalten Güsse oder Bäder durchgeführt werden; sie könnten sich dann schnell verkühlen! Auch bei grösseren Kindern sollte das Wasser nicht zu kalt sein - die Wassertemperatur sollte nie weniger als 19°C betragen. Ist das Kind bereits krank oder hat gar Fieber, sollten Sie ganz auf die Anwendungen verzichten oder sie zumindest vorher mit dem Kinderarzt absprechen. Um dem Kind nicht die Freude am Kneippen zu nehmen, sollten die Anwendungen ohne Druck durchgeführt werden; verliert das Kind das Interesse, sollten Sie aufhören.

Kneippen: Anwendungen für zu Hause

Für das Kneippen zu Hause brauchen Sie eine Bade- oder Duschwanne, einen Brauseschlauch oder eine Giesskanne und Leitungswasser. Füllt man die Wanne etwa knietief mit kühlem Wasser, eignet sie sich hervorragend zum Wassertreten, der wohl bekanntesten Anwendung. Waten Sie im Storchengang durch das Wasser, dabei ziehen Sie jeweils ein Bein vollständig aus dem Wasser heraus. Diese Übung lässt sich im Sommer auch prima in Bächen, Teichen oder Seen durchführen. Anschliessend sollte das Wasser nur mit den Händen von den Füssen gestreift werden. Danach ziehen Sie ein paar dicke Socken an und bewegen sich, um sich wieder aufzuwärmen.

Die Website des Schweizer Drogeristenverbandes vitagate.ch beschreibt die Durchführung eines Armbades: «Zuerst den rechten, dann den linken Arm – bis zur Mitte des Oberarms – in ein Waschbecken, Bottich oder Brunnen mit möglichst kaltem Wasser eintauchen. Die Arme im Wasser zirka 30 Sekunden kreisen. Danach das Wasser abschütteln oder abstreifen, aber nicht abtrocknen. Die Arme solange bewegen, bis sie wieder warm sind.»

Auch Barfusslaufen im Freien, Güsse mit kaltem oder warmen Wasser und Trockenbürsten gehören zu den gesundheitsfördernden Anwendungen, ebenso wie warme Fussbäder als Einschlafhilfe oder bei Erkältung warme Brustauflagen gegen Atemwegsinfektionen oder warme Auflagen auf dem Bauch bei Blähungen und Bauchschmerzen.

Kneipp-Erlebnisse in der Schweiz

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um mit Ihrem Kind Anwendungen nach Kneipp in der Schweiz kennen zu lernen. Viele Kinder lieben das Erkunden von sogenannten Barfusswegen wie dem Kitzelpfad bei Engelberg - die verschiedenen Untergründe zu erforschen ist spannend und macht Spass! In speziellen Kneippanlagen kann man sich mit fachmännischer Unterstützung an das Thema heranwagen und bekommt wertvolle Tipps vom Profi. Vom Schweizer Kneipp-Verband gibt es ausserdem ein hilfreiches Buch zum Thema. «Praktische Kneipp-Anwendungen» von Resi Meier gibt wertvolle Tipps für Einsteiger, welche sich für das Kneippen zu Hause und mit Kindern interessieren.

Weiterführende Link-Tipps zum Kneippen

 

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