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So stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes

Winterzeit ist Erkältungszeit. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind von Erkältung zu Erkältung stolpert, haben Sie nicht ganz unrecht: Kinder erleben pro Wintersaison vier bis neun grippale Infekte. Da sich die Abwehrkräfte von Kindern noch im Aufbau befinden, ist dies völlig normal. Mit täglicher Bewegung im Freien, einer gesunden Ernährung und genügend Schlaf können Sie das Immunsystem Ihres Kindes jedoch tatkräftig unterstützen. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, verwendet Heilpflanzen wie den purpurfarbenen Sonnenhut oder führt Kneipp-Anwendungen durch.

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Pro Wintersaison kann ein Kind bis zu neun grippale Infekte haben. Bild: Getty Images, Imgorthand

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Immunsystem von Kindern befindet sich erst im Aufbau, darum sind sie häufiger krank als Erwachsene. Lesen Sie mehr.
  • Einige Anpassungen im Alltag können die Abwehrkräfte des Kindes stärken. Dazu gehören Zeit an der frischen Luft, genügend Schlaf und gesunde Ernährung. Mehr dazu hier.
  • Der gezielte Einsatz von Heilpflanzen oder Globuli kann das Immunsystem unterstützen. Beispielsweise wird Echinacea purpurea seit Jahrhunderten gegen Erkältungen eingesetzt. Lesen Sie mehr.
  • Stärkende Kneipp-Anwendungen wie das Tautreten können mit Kindern ganz einfach Zuhause durchgeführt werden. Hier finden Sie mehr dazu.

Husten, Schnupfen, Fieber – Kinder werden öfter von grippalen Infekten geplagt, als Erwachsene. Dies ist erstmal kein Grund zur Sorge. Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht so ausgebildet, wie das von Erwachsenen. Mehrere grippale Infekte pro Wintersaison sind völlig normal und stärken langfristig das Immunsystem der Kleinen. Mit einigen Tipps und Tricks für den Alltag, können Sie das Immunsystem des Kindes zusätzlich unterstützen. 

Warum Kinder so oft krank sind

Kinder werden so oft krank, weil sich ihr Immunsystem noch im Aufbau befindet. Sie erleben pro Wintersaison vier bis neun grippale Infekte. Komplizierte Infekte wie Mittelohrentzündungen, Anginen oder eitrige Bronchitiden können drei bis fünf Mal pro Saison auftreten.

So viele Grippeviren gibt es

Grippale Infekte werden durch viele verschiedene Viren ausgelöst. Bis heute sind zum Beispiel mehr als 200 sogenannte Rhino-Viren bekannt, die einfache Erkältungskrankheiten auslösen können. Daneben gibt es fast 100 bekannte sogenannte Adeno-Viren, die eine grippeartige Erkrankung bewirken, also eine Erkrankung mit Fieber, Glieder-, Kopf-, Halsschmerzen und oft auch mit Husten. Hat ein Mensch eine dieser Infektionen einmal durchgemacht, ist er zwar für den Rest des Lebens immun gegen diesen Virus. Doch da es so viele verschiedene Erreger gibt, hat jeder das ganze Leben lang immer wieder mit neuen Erkältungen zu kämpfen. Das Immunsystem eines Kindes hat noch kaum Infektionen durchgemacht und ist darum besonders anfällig.

Erreger werden leicht übertragen

Erreger, die Erkältungen verursachen, verbreiten sich in Form von kleinsten Flüssigkeitströpfchen. Wenn ein erkranktes Kind also niest oder hustet, verbreitet es diese Tröpfchen. So können sich andere anstecken. Beim Spielen haben Kinder engen Kontakt untereinander. Es wird getobt, gelacht, gerangelt und gesunden. Die Gefahr ist gross, sich so mit einem grippalen Infekt anzustecken.

Auf eine übertriebene Hygiene zu achten, wäre hier jedoch fehl am Platz. Ansteckungen mit grippalen Viren stärken das Immunsystem auf lange Sicht. Erst wenn es mit einem Virus in Kontakt war, kann es entsprechende Antikörper bilden.

Kinder haben ein schwaches Immunsystem

Das Immunsystem eines Kinder befindet sich noch im Aufbau. Säuglinge sind am Anfang ihres Lebens durch die Antikörper der Muttermilch vor grippalen Infekten geschützt. Dieser Schutz nimmt im Laufe des ersten Lebensjahres nach und nach ab.

Das Immunsystem muss dann lernen, mit jedem einzelnen Erreger umzugehen - und das dauert lange. Je älter das Kind wird, desto seltener werden die Infekte.

Wann muss Ihr Kind zum Arzt?

Ist Ihr Kind erkältet, und Sie fragen sich, ob ein Arztbesuch ansteht? Dazu gibt es einige Anhaltspunkte. Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:

  • Das Kind hohes Fieber hat
  • Sich die Erkältung nach drei Tagen verschlimmert
  • Wenn die Erkältung nach einer Woche nicht abklingt

Falls Sie sich unsicher sind, ist ein Anruf beim Ärztefon empfehlenswert. Hier beantworten medizinische Fachpersonen Ihre Fragen und beurteilen, welches Vorgehen das richtige ist. Der Anruf ist kostenlos und rund um die Uhr möglich.

So stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes

Das Immunsystem eines Kindes befindet sich noch im Aufbau. Man kann dies mit gesunden Alltagsgewohnheiten unterstützen. So kommt Ihr Kind voller Power durch den Winter und zu einem starken Immunsystem. 

Bewegung im Freien stärkt die Abwehrkräfte

Um die Abwehrkräfte zu stärken, sollten Kinder täglich Zeit im Freien verbringen. Durch die Sonnenstrahlung bildet der Körper Vitamin D. Dieses ist wichtig für den Stoffwechsel und macht fit.

Wenn Sie mit Ihrem Kind raus in die Kälte gehen, sollten Sie besonders darauf achten, dass es warme und trockene Füsse hat. Bei kalten Füssen werden Rachenschleimhaut und Nase schlechter durchblutet und die Schleimhaut abgekühlt. So können Viren leichter einen Infekt verursachen. Wenn aber für warme und trockene Füsse gesorgt ist, helfen Spaziergänge in der Kälte dabei, die Schleimhäute widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger zu machen.

Frische Luft ist gesund

Ein gutes Raumklima ist gesund. Wird die Innenluft durch das Heizen im Winter zu trocken, verlieren auch die Schleimhäute in Nase und im Rachen Feuchtigkeit. Bakterien und Viren können in ausgetrocknete Schleimhäute leichter eindringen und so Entzündungen und Erkältungen auslösen. Die Luftfeuchtigkeit sollte deshalb mindestens 30 Prozent betragen. Am leichtesten lässt sich ein gutes Raumklima durch mehrmaliges Stoss-Lüften am Tag erreichen. Stoss-Lüften heisst: Alle Fenster für mehrere Minuten weit öffnen!

Gesunde Ernährung für ein starkes Immunsystem

Eine gesunde Ernährung sorgt für bessere Abwehrkräfte. Die optimale Ernährung für das Kind ist abwechslungsreich und deckt alle Nährstoffe ab. Dazu gehören pflanzliche Lebensmitte wie Gemüse, Obst und Getreide und tierische Lebensmittel und Milchprodukte in Massen. Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sind bei einer ausgewogenen Ernährung nicht nötig. Ebenfalls sollte ihr Kind genug Wasser trinken. Dies hält die Schleimhäute feucht und somit stärker gegen Krankheitserreger.

So viel sollte ihr Kind trinken

  • Kinder von 1-3 Jahren: ca. 0.8 L
  • Kinder von 4-9 Jahren: ca. 1 Liter
  • Kinder von 10-13 Jahren: ca. 1.2 Liter

Bei heissen Tagen, körperlicher Anstrengung und Fieber erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf.

Erholsamer Schlaf für starke Abwehrkräfte

Während des Schlafes steigt die Anzahl von Abwehrzellen im Immunsystem. Darum sind Schlaf und Ruhezeiten zentral. Der Schlafbedarf ändert sich mit dem Alter. Kinder zwischen ein und zwei Jahren benötigen 14 Stunden Schlaf, während zwischen drei und sechs nur noch 12 Stunden benötigen.

MIt Heilpflanzen und Globuli das Immunsystem stärken

Das Immunsystem eines Kindes kann durch den gezielten Einsatz von Heilpflanzen oder Globuli gestärkt werden.

Die bekannteste Heilpflanze gegen Erkältungen ist der purpurfarbene Sonnenhut, oder auch Echinacea purpurea. Sie wird seit Jahrhunderten gegen Husten, Halsschmerzen und Mandelentzündungen eingesetzt. Die Pflanze wirkt stärkend auf das Immunsystem. Bei immer wiederkehrenden Erkältungen kann es sinnvoll sein, Echinacea-Präparate über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Die Einnahmedauer sollte jedoch nur wenige Wochen dauern.

In der Homöopathie werden unter anderem Ringelblumen, Zitronenmelissen und Kieselsäure zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Sie werden in Form von Globuli verabreicht. Bevor diese Mittel eingesetzt werden, sollte man sich jedoch von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Mit diesen 3 Hausmitteln stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes

1 Ingwer. Die Scharfstoffe im Ingwer wirken blutreinigend und entzündungshemmend. Die wärmende Wirkung kurbelt zusätzlich den Stoffwechsel an. 

2 Zitrone. Die Frucht trumpft mit einer geballten Ladung Vitamin C auf. Dieses wirkt antioxidativ und bindet freie Radikale. 

3 Kurkuma. Das gelbe Gewürz wirkt stimulierend auf Immunzellen. 

Kneippen stärkt die Immunabwehr

Regelmässiges Kneippen trainiert den Körper dazu, die Blutgefässe schnell zusammen zu ziehen, wenn es kalt ist, und sie zu erweitern, sobald es wieder warm ist. Das hat zur Folge, dass der Körper im Winter nicht so schnell friert und dadurch weniger anfällig für Viren ist.

Einige Kneipp-Anwendungen können Sie auch Zuhause mit ihrem Kind machen. Wie wäre es zum Beispiel, jeden Morgen über eine taunasse Wiese zu laufen? Diese Anwendung benötigt nur wenig Grünfläche – und wenige Minuten Zeit. Gerade ist etwas Schnee gefallen? Was mit Tau geht, funktioniert auch mit Schnee.

Morgens einfach barfuss über die Wiese gehen. Das kann ein lustiges gemeinsames Morgenritual sein. Sobald die Füsse kalt werden, wieder reingehen, warme Socken anziehen und sich bewegen, bis die Füsse wieder warm sind.

Schon nach wenigen Wiederholungen gewöhnen sich die Füsse an den Schnee – und empfinden ihn als weniger kalt.

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