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Kinder vor der Sonne schützen: Richtiger Sonnenschutz für Kids

Kinder reagieren besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Für den Schutz der zarten Babyhaut ist Sonnencreme deshalb sehr wichtig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Babys und Kinder am besten vor der Sonne schützen und geben Tipps, worauf Sie beim Kauf von UV-Schutz-Kleidung achten müssen.

Die 10 grössten Irrtümer zum Thema Sonnencreme

Empfindliche Kinderhaut gut schützen: Sonnencreme sollten Sie immer mehrmals am Tag auftragen. Bild: LumiNola, Getty Images

Die Sonne ist gut fürs Gemüt. Sie ist für die Bildung von Vitamin D in unserem Körper zuständig und sorgt dafür, dass der Körper Endorphine (Glückshormone) ausschüttet. Auch Kinder und Kleinkinder freuen sich, wenn sie im Sommer an der warmen Sonne spielen können. Vor allem für Kinder sind die Sonnenstrahlen aber gefährlich. 

Die Krebsliga Schweiz warnt in ihrer Informationsbroschüre: «Ob dunkel- oder hellhäutig – alle Menschen sollten sich vor der Sonne schützen». Vor allem für die noch nicht vollständig entwickelte, dünne Kinderhaut sind Sonnenstrahlen gefährlich: Die Eigenschutzzeit ihrer Haut beträgt – je nach Hauttyp – nur zwei bis sieben Minuten. Das heisst, kleine Kinder können nach fünf bis zehn Minuten an der prallen Sonne schon einen Sonnenbrand erleidenJe jünger Kinder sind, umso dünner und damit angreifbarer durch ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist ihre Haut.

Sonnenbrand und Sonnenstich sind ernstzunehmende Gefahren

Jeder Sonnenbrand durch mangelnde Sonnencreme im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. «Ein schwerer Sonnenbrand kann sogar lebensbedrohend sein», warnt das Bundesamt für Gesundheit BAG. Die Haut kann noch nicht schnell genug Pigmente herstellen, die sie vor der UV-Strahlung schützen. 

Grundsätzlich sollten gemäss den Empfehlungen der Schweizer Krebsliga Kleinkinder im Alter von 0 bis einem Jahr keinesfalls der direkten Mittagssonne ausgesetzt werden. Zudem sollten Babys und Kleinkinder die Mittagszeit besser im Schatten oder drinnen verbringen. Für Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren gilt die Empfehlung, die Mittagssonne zu meiden und den Schatten der Sonne vorzuziehen. Egal in welchem Alter: Sonnenschutzmittel sind für Kinder Pflicht! Konkrete Tipps erhalten Sie hier: 

4 Tipps rund um Sonnenschutzmittel: So schützen Sie Ihr Kind vor Sonnenbrand

1Wenn es an die Sonne geht, ist Sonnencreme Pflicht

Die Empfehlung der Experten lautet: Cremen Sie sich und Ihre Kinder eine Viertelstunde vor dem Verlassen des Hauses ein. Idealerweise wiederholt man das Eincremen nochmals am Ankunftsort. Beim Einschmieren sollte nicht gespart werden. Zudem sollte mindestens jede Stunde eine neue Schicht des Sonnenschutzmittels aufgetragen werden, um einen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlen zu gewährleisten. 

Dass man mit Nachcremen länger dem Schatten fernbleiben kann, ist ein Irrglaube. «Das Nachcremen verlängert die maximale Aufenthaltsdauer an der Sonne nicht – es hält lediglich die ursprüngliche Schutzzeit aufrecht», weiss Peter Ackermann von der Krebsliga.

Achten Sie auch auf einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) und darauf, die Creme nicht zu dünn auf das Gesicht und auf den Körper aufzutragen. Für Kinder sollte es ein LSF von mindestens 25 oder 30 sein. Die Haut von Babys freut sich über einen Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von 50 und Sonnencreme für empfindliche Haut. 

Ackermann gibt zu bedenken, dass selbst eine Sonnencreme für den ganzen Tag kein Freipass sei, um unendlich lange an der Sonne zu bleiben. «Der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme informiert die Konsumenten darüber, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert», erklärt der Experte. Die Formel lautet: Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = maximale Aufenthaltsdauer an der Sonne. Wird die Haut eines Babys etwa bereits nach 10 Minuten an der Sonne rot, so beträgt die Eigenschutzzeit rund 10 Minuten. Trägt man dann eine Sonnencreme mit LSF 30 auf, so kann das Baby maximal 300 Minuten (5 Stunden) an der Sonne verweilen. «Allerdings sind das Laborwerte», weiss Ackermann In der Wirklichkeit dauere der Sonnenschutz weniger lang, weil man schwitze und einen Teil der Creme durch Bewegungen wegreibe.

2Kinder und Babys sollten im Schatten spielen

Die Schweizerische Krebsliga empfiehlt, mit Kindern möglichst im Schatten zu bleiben und vor allem die starke Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr zu meiden. Im Schatten trifft weniger als die Hälfte des direkten Sonnenlichtes auf die Haut. Swimmingpool, Sandkasten und Schaukel sollten so angelegt sein, dass sie zu der Zeit, in der sich Kinder dort besonders häufig aufhalten, im Schatten liegen.

Haut abdecken! Gerade wenn es heiss ist...

Schulterdeckende Kleider, ein Hut mit breiter Krempe, und eine Hose, wie sie die Krebsliga empfiehlt, helfen, um Kinder vor UV-Strahlen zu schützen. Ein gewöhnliches, dicht gewobenes Baumwollshirt für Kinder hat laut der Internationalen Prüfgemeinschaft für angewandten UV-Schutz etwa Lichtschutzfaktor 20. Das heisst, mit dem Textilmaterial kann das Kind der Verweildauer in der Sonne um das Zwanzigfache verlängern, ohne Hautschäden zu erleiden. Bei leichter Baumwollkleidung beträgt der Lichtschutzfaktor nur etwa 2 bis 10.

Sonnenbrillen brauchen 100-prozentigen Sonnenschutz, um vor UV-Strahlung zu schützen, die die Netzhaut schädigen kann. Die Gläser müssen daher auf allen Seiten des Gesichts gut schliessen.

UV-Schutzkleidung: Ein normales T-Shirt schützt nicht beim Baden

Trockene Kleidung bietet also einen gewissen Sonnenschutz. Doch wussten Sie, dass der Sonnenschutzfaktor eines T-Shirts sofort in sich zusammenfällt, wenn die Kleidung nass wird? Gerade beim Spielen am und im Wasser oder für den Strand empfiehlt die Krebsliga deshalb, den Kindern UV-Schutz-Textilien anzuziehen. Diese speziell gefertigte Bademode hat einen Lichtschutzfaktor, der weit über denen der stärksten Sonnencreme liegt. Leider kann man alleine durch das Anschauen oder Befühlen nicht beurteilen, wie gut diese Badekleider die Kleinen tatsächlich vor der Sonne schützen. In der Informationsbox erhalten Sie mehr Informationen über Kleidung mit integriertem Sonnenschutz. 

Darauf sollten Sie beim Kauf von UV-Schutzkleidung für Kinder achten

  • Gütesiegel UV Standard 801: Dieser Prüf-Standard ist der strengste und gibt damit am genauesten an, wie hoch der Lichtschutzfaktor eines Badekleides oder eines Sonnenhutes für Kleinkinder und Babys ist. Denn bei diesem Prüf-Standard testet ein Labor die Textilien unter «worst case-Bedingungen»: Das Material wird erst in der Maschine gewaschen und wieder getrocknet. Dann wird es nach genau definierten Kriterien gedehnt und schliesslich noch angefeuchtet, um die Dehnung des Gewebes beim Tragen und die Bedingungen beim Spielen am Wasser zu simulieren. Zum Vergleich: ein neuer Badeanzug hat einen UV-Schutzfaktor von 80. Wird die Badehose gewaschen und gedehnt, hat sie im trockenen Zustand einen Lichtschutzfaktor von 26, im feuchten Zustand 28. 
  • Das europäische Gütesigel EN 13758-1 dient ebenfalls als Orientierungshilfe, ist bei den Prüfkriterien aber weniger streng als der UV-Standard 801. Um den Lichtschutzfaktor zu ermitteln, testet das Labor die Textilien in neuem, ungedehntem und trockenen Zustand.
  • Ein Gütesigel, das man bei in der Schweiz verkauften Textilien (z.B. Sonnenhüte oder Badehosen) oft antrifft, ist der australisch-neuseeländische Standard AS/NZS 4399:1996. Auch hier wird der angegebene Lichtschutzfaktor am neuen, ungedehnten und trockenen Textil ermittelt. Auch diese Messmethode zeigt weniger genau an, wie hoch der Lichtschutzfaktor beim Tragen ist.
  • Bei gewissen Herstellern ist der UV-Schutz nur aufgesprüht. Kaufen Sie daher lieber hochwertige Kleidung, wo der Sonnenschutz eingewoben wurde.

Haltbarkeit der Sonnencreme

Sonnencreme hat, wie viele Kosmetikprodukte, meist kein aufgedrucktes Ablaufdatum, sondern eine Angabe, wie viele Monate nach dem ersten Öffnen man eine Lotion noch verwenden kann. Die Haltbarkeit der Creme ist mit einem Grafiksymbol in Form eines offenen Cremetiegels und der Anzahl Monate angegeben, innerhalb der man die Sonnencreme verwenden sollte. Es empfiehlt sich, die Produkte nicht allzu weit über diesen Zeitraum hinaus zu verwenden, da die Schutzwirkung der jeweiligen Lotion dann möglicherweise verfällt.

Mein Kind hat einen Sonnenbrand! Was nun?

Auch mit der richtigen Anwendung der Sonnenschutzmittel kann ein Sonnenbrand auftreten. Das Wichtigste bei roter Haut: Kühlen! Die Kinder sollen sich schnellstmöglich in den Schatten begehen und dort gegebenenfalls mit einer kühlenden Creme oder einem nassen Handtuch behandelt werden. Von fettigen Cremes und Lotionen mit Alkohol sollte dabei abgesehen werden.

Bei einem Sonnnebrand verliert der Körper viel Flüssigkeit. Um den Flüssigkeitshaushalt der Haut wieder auszugleichen, sollten Kinder viel trinken. Leiden Kinder, Kleinkinder oder Babys mit Sonnenbrand an Kopfschmerzen, Fieber oder Übelkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden.