Freizeit > Ferien & ReisenFreizeittipps für die Sommerferien Sigrid Schulze Endlich Sommerferien! Wenn du preiswerte Ideen suchst, die Kinder und Erwachsene gleichermassen begeistern, bist du hier richtig: Wasser, Wald und einfache Naturprojekte sind oft nah, flexibel und machen ohne grossen Aufwand Freude. Damit du direkt starten kannst, findest du unten fertige «Sommerferien-Tage» (Morgen/Mittag/Nachmittag) sowie einen Hitze-Plan und einen Regen-Plan für die Schweiz. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Ein Ausflug an den See ist ein schöner Freizeittipp für die Sommerferien. Foto: Gian Marco Castelberg & Maurice Haas / Schweiz Tourismus Sommerferien-Tage zum Kopieren - 4 fertige Tagespläne Diese Pläne kombinieren die Ideen aus dem Artikel so, dass du sie ohne lange Vorbereitung übernehmen kannst. Passe Startzeiten und Wege an euer Alter, eure Region und das Wetter an. Sommerferien-Tag 1: Badi-Tag mit Spiel und Pause Morgen: Früh in die Badi oder an den See, bevor es richtig voll und heiss wird. Erst ruhiges Ankommen, dann freies Planschen und Schwimmen. Mittag: Picknick im Schatten, Trinkpause und «Sonnen-Reset» (T-Shirt an, nachcremen, kurze Ruhezeit). Wenn Kinder noch klein sind: lieber eine längere Pause als «nur schnell noch». Nachmittag: 30–60 Minuten Schwimmspiele (siehe unten), danach langsam ausklingen lassen. Wer mag, sammelt am Ufer hübsche Steine oder Treibholz (nur so viel, wie ihr wirklich braucht). Kosten: günstig–mittel (Eintritt/Verpflegung). Hinweis Schweiz: Für See- und Badeideen in der Schweiz bietet Schweiz Tourismus aktuelle Inspiration und Regionenübersichten. Sommerferien-Tag 2: Wald-Abenteuer plus Bastel-Schätze Morgen: Waldspiel-Klassiker: Verstecken, Fangen oder eine kleine Schnitzeljagd. Ideen findest du auch im Beitrag Waldspiele. Mittag: Bräteln an einer ausgewiesenen Feuerstelle oder kalt picknicken. Danach eine ruhige «Forscher-Runde»: Wer findet ein Blatt in Herzform, wer eine Feder, wer eine Rinde mit Muster? Nachmittag: «Schätze sammeln» (gezielt: pro Kind z. B. 10 Fundstücke) und zurück nach Hause. Am Abend können die Kinder schon sortieren: Was wird gebastelt, was kommt wieder zurück in die Natur? Kosten: gratis–günstig (Verpflegung). Hinweis Schweiz: Nimm Rücksicht auf Schutzgebiete und lokale Regeln; lokale Tourismusstellen und Gemeinden informieren oft über geeignete Familienrouten und Feuerstellen. Sommerferien-Tag 3: See-Abenteuer mit Paddelboot oder Schlauchboot Morgen: Kurzer Sicherheitscheck (Wetter, Wind, Gewitterrisiko), dann Paddelboot ausleihen oder mit Schlauchboot ans ruhige Ufer. Schwimmweste für Kinder ist Pflicht, auch wenn sie gut schwimmen. Mittag: Landpause: Snack, Schatten, Füße trocknen, kurz bewegen. Gerade nach langer Zeit im Wasser sind Kinder oft müder als sie merken. Nachmittag: Schnorcheln im flachen Uferbereich oder eine «Unterwasser-Schatzsuche» (z. B. farbige Ringe/Steine im seichten Wasser – ohne Stress, ohne Wettkampf). Kosten: günstig–mittel (Miete/Ausrüstung). Wetter-Hinweis: Bei Gewitterrisiko konsequent an Land bleiben. MeteoSchweiz empfiehlt bei Gewitter, Wasserflächen und exponierte Orte zu meiden. Sommerferien-Tag 4: Regentag-Plan ohne Langeweile Morgen: Naturmaterial-Basteln (aus euren Wald-Schätzen) – Inspiration findest du hier. Parallel: «Kreisel-Test» (Eichel vs. Eichelhütchen). Mittag: Gemeinsames Kochen/Backen – z. B. Brombeer-Konfitüre (wenn ihr Beeren habt) oder eine einfache «Reste-Küche». Danach eine echte Pause (Hörbuch, Vorlesen, Kuschelecke). Nachmittag: Indoor-Ausflug (Museum, Hallenbad, Indoor-Spielplatz) oder zu Hause eine Mini-Olympiade (Balance-Parcours, Zielwerfen, «Tanz-Stopp»). Kosten: gratis–mittel (je nach Indoor-Angebot). Hitze-Plan: So bleibt ihr auch an heissen Tagen entspannt Wenn es sehr warm ist, hilft ein klarer Plan mehr als «Augen zu und durch». MeteoSchweiz informiert über Hitzewarnungen. 1) Wasser clever nutzen (Badi/See – aber mit Rhythmus) Plane den Badetag möglichst am Vormittag und späten Nachmittag. Dazwischen: Schatten, trinken, essen, ruhen. Das reduziert Sonnenstress und macht den Tag für Kinder meist fröhlicher. 2) Schattige Schluchten und kühle Orte Für Familien, die gern draussen sind, sind schattige Schluchten, bewaldete Wege oder bachnahe Routen oft angenehmer als offene Flächen. Prüfe aber Wetter und Gewitterrisiko – bei Starkregen kann es in engen Tälern schnell gefährlich werden. 3) Höhenlagen statt Talhitze Wenn die Hitze im Tal steht, kann ein Ausflug in höhere Lagen spürbar entlasten. Wichtig: Auch in der Höhe ist UV-Strahlung stark – Schatten, Kleidung und Sonnencreme bleiben Thema. 4) Mini-Checkliste für heisse Tage Ausreichend Wasser und salzige Snacks einpacken Hut/Kappe, Sonnencreme, UV-Shirt oder leichtes Langarmshirt Aktivität drosseln, wenn Kinder ungewöhnlich müde, blass oder reizbar sind Bei Gewitter: raus aus Wasser, weg von exponierten Stellen, Schutz suchen Regen-Plan: Museen/Indoor, wenn draussen nichts geht Regen muss kein verlorener Ferientag sein. Wenn du eine «Regen-Kiste» (Bastelsachen, Spielideen, Regenjacke, Ersatzsocken) parat hast, bleibt die Stimmung oft stabil. Für konkrete Ziele helfen regionale Übersichten von lokalen Tourismusstellen, weil sie Öffnungszeiten, Familienangebote und Schlechtwettertipps bündeln. Indoor-Ideen (Schweiz, je nach Region verfügbar) Museum mit Kinderangebot (Suchaufträge, kurze Runde statt Marathon) Hallenbad oder Familienbad Indoor-Spielplatz oder Trampolinhalle Bibliothek (Bilderbuchbereich, Hörstationen) Science Center Tipp: Halte die Indoor-Zeit realistisch kurz. Viele Kinder können 2–3 Stunden sehr gut – und danach tut ein ruhiger Abschluss zu Hause besser als «noch schnell» ein zweiter Programmpunkt. Freizeittipps für die Sommerferien: Ideen für Badi und Seen Klar: Planschen und Schwimmen können der ganzen Familie einen Riesen-Spass machen. In den Sommerferien lohnt sich bei schönem Wetter ein Ausflug an den See. Damit du leichter auswählst: Kosten meist günstig–mittel (Eintritt/Glacé) und je nach Region oft gut per ÖV erreichbar. Schwimmspiele Immer wieder lustig, vor allem mit mehreren Mitspielern: Tauziehen. Der besondere Pfiff: Im Wasser darf der Boden dabei nicht berührt werden. Das Tau wird schwimmend über eine bestimmte Markierung gezogen. Schon mal versucht, «Stille Post» unter Wasser zu spielen, also einem Mitspieler ein längeres Wort ins Ohr zu flüstern? Der muss dann das, was er verstanden hat, dem nächsten Mitspieler zublubbern. Mal hören, was am Ende der Kette herausgehört wird – sicher etwas ganz anderes, als der erste Spieler mit der Post losgeschickt hat. Paddelboot ausleihen Ein Highlight für Kinder: Mit dem Paddelboot über den See schippern. Achtung: Schwimmer haben immer Vorfahrt! Und: Sonnenschutz nicht vergessen! Wer keinen Paddel-Verleih in der Nähe hat, der kann sich auch mit einem Schlauchboot begnügen. Eine Schwimmweste ist bei diesem Freizeitvergnügen ein absolutes Muss. Schnorcheln Wie sieht es eigentlich unter Wasser aus? Eine Frage, die sich beim Schnorcheln leicht beantworten lässt. Kinder, die bereits fit im Brustschwimmen sind, können Schnorcheln leicht lernen. Bleibt am besten im flachen Uferbereich und macht Pausen, damit niemand auskühlt oder sich überfordert. Im Wald können Kinder in den Ferien nach Herzenslust toben und klettern. Foto: IndigoLT, iStock, Thinkstock Ausflüge in den Wald sind nie langweilig. Wer von uns Erwachsenen erinnert sich nicht an spannende Versteckspiele in den Sommerferien? Auch Schnitzeljagd und Fangen gehören zu den echten Spiele-Dauerbrennern im Wald. Schätze sammeln Der Wald beherbergt viele Schätze! Schau dich zusammen mit deinen Kindern um! Bunte Blätter auch im Sommer, Rindenstücke, Zweige, kleine Schneckenhäuser, Eicheln, grosse Kiefernzapfen und Kastanien, imposante Federn – hier können Kinder nach Herzenslust sammeln. Zu Hause lassen sich aus den Schätzen tolle Dinge basteln. Vielleicht habt ihr Glück und findet sogar feine Brombeeren für die Familie? Bäume bestimmen Die einen sind geformt wie Herzen, andere erinnern an Sterne: Im Wald finden sich Blätter in unterschiedlichen Formen und Grössen. Wie heissen nur die Bäume, an denen sie wachsen? Das lässt sich mit einem Bestimmungsbuch leicht herausfinden. Die häufigsten Waldbäume der Schweiz sind auch auf den Seiten der Forschungsanstalt WSL zum schweizerischen Landesforstinventar aufgelistet: www.lfi.ch Auf Bäume klettern Auf welche Bäume lässt sich am besten klettern? Auf die Hagebuche oder auf dem Feldahorn? Wenn Kinder klettern wollen, macht es Sinn eine Strickleiter und ein Seil einzupacken. Wer richtig hoch hinaus will, kann einen der Schweizer Kletterparks oder Hochseilgärten besuchen, in denen die ganze Familie gut gesichert von Baum zu Baum klettern kann. Auch für Erwachsene eine spannende Herausforderung! Am Lagerfeuer sitzen Geschichten erzählen, Stockbrot backen und zusammen singen: Am Lagerfeuer zu sitzen ist ein archaisches Erlebnis. Dafür suchen Kinder stundenlang begeistert Holz. Natürlich müssen sie wissen: Ein Lagerfeuer kann zu einer gefährlichen Sache werden. Erlaubt ist das Feuermachen deshalb nur an ausgewiesenen Feuerstellen. Brombeer-Konfi können Sie an Regentagen mit Ihren Kindern ganz einfach selber machen. Foto: SKatzenberger, iStock, Thinkstock Die Erfahrung zeigt: Sommerferien sind kein Garant für schönes Wetter. Zum Glück lassen sich aus den Schätzen, die beim Wald-Ausflug gesammelt wurden, viele tolle Sachen basteln. Tipps zum Basteln mit Naturmaterialien findest du hier. Kreisel Wusstest du schon, dass sowohl die Eicheln selbst als auch die Eichelhütchen tolle Kreisel sind? Welcher Kreisel dreht sich am längsten? Manche Kinder beschäftigen sich mit Kreisel-Spielen stundenlang. Eine Eiche ziehen Schon mal einen eigenen Baum gezogen? Dafür braucht man keinen eigenen Garten. Ein bis zwei aufgeplatzte Eicheln kommen zunächst eine Nacht lang ins Wasser. Am nächsten Tag werden sie leicht in die feuchte Erde eines Blumentopfes gedrückt. Dann heisst es: Regelmässig giessen! Mindestens ein Bäumchen sollte nach einer Woche Spross und Blätter austreiben. Eichen können tausend Jahre alt werden. Aber keine Sorge: Bis der Baum so gross ist, dass er einen eigenen Platz in der Natur braucht, vergehen ein paar Jahre. Brombeer-Konfitüre machen Brombeeren sammeln und Konfitüre machen – das macht auch Kindern in den Sommerferien Freude. Das wird benötigt: Für Apfel-Brombeer-Konfitüre brauchst du: 500 Gramm Brombeeren, 500 g säuerliche Äpfel, ca. 1 Deziliter Wasser, 750 Gramm Zucker. So geht es: Brombeeren mit dem Zucker vermischt über Nacht ziehen lassen. Die geschälten Äpfel in kleine Stücke schneiden und im Wasser zu Apfelmus zerkochen. Brombeeren separat weichkochen, dann beides vermischen. Unter ständigem Rühren zu Konfitüre eindicken lassen. In trockene, erwärmte Gläser füllen. Ob Griessring mit Brombeeren oder kalter Brombeer-Auflauf: Anregungen und Rezepte finden sich unter: www.beeren.ch. Weitere Freizeittipps für die Sommerferien findest du in unserem Beitrag 8 Sommeraktivitäten, die Sie mit der Familie ausprobieren sollten.