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Snapchat: Das Wichtigste in Kürze

Die kostenlose Social-Media-Plattform zählt längst zu den beliebtesten Apps für iOS und Android. Doch während Jugendliche Snapchat lieben, ist die App unter Erwachsenen eher wenig bekannt. Wir stellen sie vor.

Snapchat für iOS und Android.

Snapchat hat mittlerweile 190 Millionen Nutzer weltweit. Foto: Thought Catalog, Unsplash

Die wichtigsten Infos:

  • Auf Snapchat sind hauptsächlich junge Leute zwischen 13 und 25 Jahren unterwegs.
  • Es wird vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl gewarnt, denn Snapchat speichere die Bild- und Videodateien auf Servern in den USA.
  • Direkt zur Info, worauf Eltern achten sollten. 

Gerade hat die Mutter ihrem Sohn eine WhatsApp geschickt – die er aber anscheinend noch nicht gelesen hat. «Zuletzt online gestern 7.30?» Sie wundert sich. Vielleicht will der Sohn WhatsApp fasten, freut sie sich. Als sie ihn am Nachmittag fragt, bekommt sie aber eine andere Antwort. «Nö, wir schreiben zwischendurch auch über Snapchat.» Snapchat – was ist das denn eigentlich?

Snapchat: Zielgruppe Jugendliche

Nach Angaben des Mutterkonzerns Snap lag die Zahl der täglich aktiven Nutzer im April 2019 bei 190 Millionen weltweit. Trotzdem: Zielgruppe sind junge Leute zwischen 13 und 25 Jahren. Denn Snapchat verbindet Messaging mit Bildern und Videos, was besonders Jugendliche interessant finden. In der Schweiz sind 94 Prozent der Jugendlichen bei mindestens einem sozialen Netzwerk gemeldet, davon 80 Prozent auch bei Snapchat. 

Durchschnittlich haben die Jugendlichen 154 Follower/Freunde auf Snapchat, so das Bundesamt für Sozialversicherungen zur Förderung von Medienkompetenzen auf seiner Seite «www.jugendundmedien.ch».

Was Snapchat bietet

1 Zehn-Sekunden-Fotos:

Was machen Kinder auf Snapchat? Klar: Sie verschicken Nachrichten und chatten in Echtzeit. Aber vor allem verschicken sie Fotos. Dass diese Fotos nur kurz sichtbar sind, macht offensichtlich den besonderen Reiz aus. Wie lange Freunde ein Bild sehen können, lässt sich einstellen: zwischen einer und zehn Sekunden oder solange, bis das Bild weggedrückt wird.

Wem ein Foto nicht reicht, der macht eine Story. Eine solche Story ist sogar 24 Stunden lang sichtbar und lässt sich gleich mit mehreren Freunden teilen.

2 Bilder und Videos zum Lachen:

Jugendliche lieben es, vor dem Versenden die Bilder und Videos mit Filtern, Effekten, Emojis und Texten aufzupeppen. Die Ergebnisse können ganz schön lustig sein. Stundenlang verpassen Jugendliche sich oder den Freunden mit sogenannten Snapchat Filtern Katzenohren und Schnurrhaare oder eine Hundezunge.

3 Eldorado für Trophäensammler:

Ein Belohnungssystem hält Nutzer bei der Stange. Wer zum Beispiel seinem Freund einen Snap innerhalb von 24 Stunden schickt und einen zurückbekommt, bekommt als Trophäe ein Bildchen mit einer Flamme. Bald kristallisiert sich heraus, wer mit wem am längsten dauerhaft snapt – wer also die meisten Flammen hat.

Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Trophäen. Ein Regenbogen-Emoji bekommt zum Beispiel, wer in einem Chat mehr als zehn Farben verwendet. Eine Teufel-Trophäe erhält, wer 1.000 Snaps ausschliesslich über die Frontkamera verschickt.

Was kritisch an Snapchat ist

Sobald eine Botschaft gelesen oder ein Bild angeschaut wurde, verschwindet sie aus der Welt. So heisst es jedenfalls meist. Ist das wirklich so? Wir haben auf den Seiten der Initiative klicksafe www.klicksafe.de  nachgeschaut. Dort wird vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl gewarnt, denn Snapchat speichere die Bild- und Videodateien auf Servern in den USA. «Auf diesen Servern verbleiben die Bild- und Videodateien immerhin so lange, bis sie vom Empfänger abgerufen werden.» Auch darüber hinaus können Nutzer nicht sicher sein, dass über die App verschickte Bilder und Videos nicht in Umlauf geraten.

Das liegt daran, dass Drittanbieter Apps anbieten, mit denen sich Bilder speichern lassen, obwohl sie nicht für die Ewigkeit aufgenommen wurden. Ausserdem lässt sich innerhalb der kurzen Zeit, die ein Bild zu sehen ist, ein Screenshot machen, auch wenn man bei Snapchat gleichzeitig das Bild am Bildschirm berühren muss. Über einen solchen Screenshot wird der Empfänger allerdings informiert.

Darüber hinaus lässt sich das Bild mit einem anderen Handy abfotografieren – zumal Snaps innerhalb von 24 Stunden über die Replay-Funktion ein zweites Mal angesehen werden können. Es sei denn, die App wird zwischendurch geschlossen.

Worauf Eltern achten sollten

1 Über Inhalte sprechen:

Wichtig ist, dass Jugendlich auch auf Snapchat darüber nachdenken, was sie posten. Welche Art von Bildern könnte unangenehm sein? Wer sein Kind überzeugen möchte, keine privaten Bilder zu versenden, ködert es vielleicht mit der App Bitmoji. Damit lassen sich fiktive Doppelgänger gestalten. So lassen sich Botschaften versenden, ohne sich selbst in Szene setzen zu müssen.

2 Snap Map einstellen:

Eine Funktion sorgt für besondere Aufregung: die Snap Map. Sie ermöglicht den Nutzern, den aktuellen Standort ihrer Kontakte auf einer Karte zu sehen und den eigenen zu teilen. Der Standort erscheint bei jedem erneuten Öffnen der App auf der Karte, egal, ob der Jugendliche sie nutzt oder nicht. Datenschützer halten das für bedenklich. «Es ermöglicht nicht nur, relativ genau den aktuellen Standort einer Person zu ermitteln.

Es lassen sich durch Beobachtung der Bewegungs- und Aufenthaltsmuster auch Rückschlüsse auf Wohnort, Schul- oder Arbeitsplatz und regelmässig genutzte Wegstrecken ziehen», warnt die Initiative Schau-hin. Daher ist es wichtig, Snapchat nicht zu erlauben, auf den Standort zuzugreifen. Oder den Standort nicht oder nur mit ausgewählten Verwandten und Freunden teilen. Auf der Snap Map kann man den Geistermodus aktivieren und damit den Standort verbergen.

3 Über das Belohnungssystem sprechen:

Wer sind Freunde? Sind das diejenigen, die unter «Freunde» in der Kontaktliste steht und besonders viele Nachrichten schicken? Oder doch die anderen, die (auch) im Leben zur Seite stehen? Das Belohnungssystem kann falschen Eindruck vermitteln. Ist dem Kind das bewusst?

4 Privatsphäre einstellen:

Unter dem Punkt Einstellungen (Zahnradsymbol oben rechts am Bildschirmrand) lässt sich der Datenschutz optimieren. Ja, nur Freunde dürfen Snaps zusenden und meine Story anschauen. Und nein, in dem Vorschläge-Feature, mit dem sich Nutzer leichter auf Snapchat finden können, soll der Name nicht angezeigt werden.

5 Kontakte blockieren:

Jugendliche sollten sich bewusst sein, dass Kontakte blockiert werden können. Wo? Auf den Nutzernamen der Kontaktliste klicken, dort auf das Zahnradsymbol klicken. Verschiedene Optionen lassen sich nun auswählen, darunter das Blockieren dieses Nutzers.

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