Sicherheit auf WhatsApp: Datenschutz für Eltern und Kinder

Bereits 80 Prozent der Jugendlichen unter 19 Jahren tragen ein Smartphone mit sich herum – viele davon versenden Kurznachrichten über das Internet. Doch wie steht es um die Sicherheit von Nachrichtendiensten wie WhatsApp?

Datenschutz auf Whatsapp

Kaum ein Jugendlicher sendet heute noch normale SMS. Doch wie sicher sind Nachrichtendienste wie WhatsApp? Foto: iStock, Thinkstock

Diskussionen über Datenschutz und Sicherheit im Internet sind gegenwärtig aktueller denn je. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden löste im vergangenen Sommer einen kollektiven Aufschrei aus, als er enthüllte, dass die amerikanische Sicherheitsbehörde (NSA) Telekommunikation und Internet international überwacht. Dies führt unweigerlich zur Frage, wie sicher Informationen denn heute noch sein können. Obwohl es wohl kaum jemanden interessieren würde, ob Sie das Meerschweinchen schon gefüttert haben oder ob sie wieder einmal zu spät zum Treffen mit Ihrem Bruder erscheinen, kommunizieren wir auch Dinge, die abgesehen vom Empfänger niemanden etwas angehen. Wie können Eltern und Kinder sicherstellen, dass Ihre persönlichen Daten auch privat bleiben?

Tipps zur Sicherheit auf WhatsApp

Bereits 80 Prozent der Sieben- bis 19-Jährigen haben ein eigenes Smartphone, durch das sie das Internet immer bei sich in der Hosentasche tragen. Auch wenn Sie Bedenken haben, was die Sicherheit von Daten auf WhatsApp angeht, sollten Sie die App vor Ihren Kindern nicht verteufeln oder sie gar verbieten. Verbreiten Sie keine Panik, denn für das Hacken fremder WhatsApp-Konten ist fundiertes technisches Wissen nötig. Programme oder Apps, die eine Möglichkeit zum Mitlesen versprechen, sind meist nichts als Virenschleudern. Trotzdem ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Kinder mit Datenschutz vertraut machen und ihnen einige Sicherheitstipps mit auf den Weg geben:

  • Geben Sie niemals Kreditkarten- oder Kontodaten über WhatsApp oder SMS weiter
  • Auch Passwörter, Zugangsdaten oder Wohnadressen sollten Sie über den Nachrichtendienst nicht versenden. Das gilt auch für Ihre Kinder und ihr Zambo-Konto beim Schweizer Fernsehen.
  • Überlegen Sie sich genau, was Sie von sich preisgeben wollen. Bilder, die heute noch lustig sind, sind Ihnen morgen vielleicht schon peinlich. Klären Sie Ihr Kind über Sexting und Grooming auf. Eine einfache Testfrage: „Würdest Du dieses Bild auch in der Migros am Schwarzen Brett aufhängen?“ macht klar, wie öffentlich Daten im Internet sein können.
  • Erstellen Sie sichere Passwörter und geben Sie diese nicht weiter.
  • Lassen Sie Ihr Handy nie unbeaufsichtigt liegen und schützen Sie es mit einem Code vor fremder Nutzung.

Besserer Datenschutz dank CheckApp

CheckApCheckAp ermöglicht Kindern und Erwachsenen einen kontrollierten Umgang mit Apps, indem es die Sicherheit anderer Applikationen aufzeigt. Durchleuchtet werden beispielsweise Zugriffsmöglichkeiten und die Datenverschlüsselung. Anschliessend erhält Ihr Kind Empfehlungen und sinnvolle Alternativen. Auch beantwortet CheckAp wichtige Fragen rund um Datenschutz.

 

Datenschutz auf WhatsApp: Immer wieder in der Kritik

WhatsApp wurde 2009 als kostenlose Alternative zu SMS von zwei Amerikanern gegründet und zählte 2013 nach eigenen Angaben bereits 400 Millionen Nutzer. Überrascht vom plötzlichen Erfolg nahmen sich die Gründer jedoch zu wenig Zeit für sichere Datenschutzbestimmungen und wurden 2011 erstmals scharf kritisiert. Nachrichten wurden damals im Klartext – also ohne die Verschlüsselung, welche normale SMS beinhalten – versendet und konnten beim Abfangen durch Unbekannte einfach gelesen werden. Dieses Problem spitzte sich zu, als 2012 ein Hacker eine Website gründete, auf der man mithilfe der Telefonnummer eines beliebigen Nutzers dessen Konversationen einsehen konnte. Auch das Blockieren dieser Website war nur eine kurzfristige Lösung, da bald ein Programm mit denselben Funktionen erschien. Immer wieder ermöglichten es Sicherheitslücken, dass lediglich die Telefon- und Seriennummer eines Smartphones reichten, um auf fremde Konten zugreifen zu können. Obwohl die Gründer jeweils schnell auf solche Sicherheitsdefizite reagierten, kritisieren Experten, dass es noch immer grosse Mängel beim Verschlüsselungsmechanismus des Nachrichtendienstes gebe.

Weiterführende Links

Think before you post -  Video von klicksafe.de

Medienstark – Tipps für Eltern zur Medienerziehung

10 Goldene Regeln für den Umgang von Kids mit neuen Medien des Bundesamtes für Sozialversicherungen
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter