Tipps für erwachsene Jugendliche zu Finanzen, Wohnung und Steuern

Finanzen

Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr kann Ihr Kind «alles» in finanziellen Angelegenheiten selbst bestimmen. Kann einen Handyvertrag abschliessen, über das Internet einen Laptop erstehen oder auch einen Kredit aufnehmen. Für dieses Geld muss es aber selbst aufkommen und ist für Schulden haftbar. Auch der Lehrlingsverdienst geht komplett an Ihr Kind, das Geld steht zur freien Verfügung.

Grundsätzlich müssen Eltern nicht mehr für ihr volljähriges Kind aufkommen. Mit einer wichtigen Einschränkung: Die Erstausbildung für das Kind muss in einem zumutbaren Rahmen finanziert werden. Ist der Nachwuchs in finanzieller Not, kann natürlich auch mit 18 Jahren Sozialhilfe beantragt werden. Oft werden aber die Einkünfte und Vermögensverhältnisse der Eltern geprüft, sind diese finanziell günstig gestellt, müssen sie für den Unterhalt aufkommen. Ebenso wie andere Verwandte (Grosseltern, Adoptiveltern). Mehr zur Verwandtenunterstützungspflicht gibt es unter www.verwandtenunterstuetzung.ch

Wurde während der Kindheit an Geburtstagen und Weihnachten Geld auf ein Sparbuch eingezahlt, geht dieses nun in den Besitz des Kindes über und es kann über das Geld selbst verfügen.

Wohnen

Kostgeld. Bei diesem Wort scheiden sich die Geister. Manche Eltern lehnen es ab von ihren eigenen Kindern Geld anzunehmen, die anderen sehen einen erzieherischen Wert dahinter. Die Budgetberatung Schweiz spricht sich eindeutig dafür aus: «Oft haben Eltern Hemmungen, ein angemessenes Kostgeld zu verlangen. Und nicht selten klammern sich Eltern aus besonderer Fürsorge an ihre Kinder. Doch aus dem klassischen Eltern-Kinder-Verhältnis ist eine Erwachsenen-Wohngemeinschaft, eine WG, geworden. Jetzt sollten Eltern ihren Kinder klar zu verstehen geben, welche Bedingungen sie ans Zusammenleben stellen. Junge Erwachsene müssen lernen, was das Leben kostet – denn ziehen sie eines Tages aus, haben sie keine Ahnung und wissen nicht, wie sie ihren Lohn einteilen sollen», wie in dem Artikel «Hotel Mama – 5-Sterne Hotel mit Vollservice» der Budgetberatung Schweiz erklärt wird.

Wie sich die individuelle Höhe des Kostgeldes zusammensetzt, können Sie unter www.budgetberatung.ch berechnen.

Die erste eigene Wohnung

Die wichtigste Frage, bevor eine Wohnung bezogen wird, ist wohl die Finanzierung. Der junge Erwachsene muss diese finanzieren können, ohne in Bedrängnis zu kommen. Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind durchrechnen wie viel die Miete umfasst, den Strom- und Wasserverbrauch überschlagen, Lebensmittel und die privaten Ausgaben einkalkulieren, usw. Sind alle fixen Posten abgezogen, sollte noch eine ansehnliche Restsumme übrig bleiben. Denn einmal geht das Auto kaputt, eine neue Waschmaschine muss her oder die Clique fliegt nach Ibiza und dann sollte Bares zur Verfügung stehen. Ist eine eigene Wohnung wegen der niedrigen Ausbildungsvergütung nicht zu finanzieren, ist ein WG-Zimmer eine mögliche Alternative.

Steuern

Ab dem 18. Geburtstag müssen steuerpflichtige Einkünfte oder anderes Vermögen versteuert werden. Die Steuerpflicht gilt nicht wie manchmal angenommen ab dem Geburtsmonat, sondern für das ganze Jahr. Die gesamten Einkünfte von Januar bis Dezember werden als Gesamtbetrag gerechnet. Junge Erwachsene finden das Thema Steuern wenig sexy, deshalb sollten die Eltern ihr Kind an die Steuerpflicht erinnern und bei den ersten, zwei, drei Abrechnungen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wichtiger Tipp: Damit am Ende nicht eine immense Summe zusammenkommt, die gezahlt werden muss, sollte monatlich oder vierteljährlich ein gewisser Betrag beiseite (Extrakonto) gelegt werden. Der Betrag kann auch bei der Ausgleichskasse einbezahlt werden. Die Steuerlast kann unter www.estv.admin.ch berechnet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter