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Nebenjob: Wie verdienen Schüler nebenbei Geld?

Eine neue Playstation, ein neues Handy oder ein Festivalbesuch mit der Clique - der Wunschzettel vieler Jugendlicher ist lang. Eltern haben verschiedene Möglichkeiten auf diese Konsumwünsche zu reagieren. Ideal sind Nebenjobs für Schüler.

Babysitting gehört zu den häufigsten Nebenjobs für Jugendliche.

Babysitting gehört zu den häufigsten Nebenjobs für Jugendliche. Foto: iStock, MachineHeadz, Thinkstock

Die denkbar schlechteste Variante ist die Geldbörse offenherzig zu zücken – so kann der Nachwuchs keinen Bezug zum Geld entwickeln. Er erfährt: Alles ist möglich, die gebratenen Tauben fliegen einem förmlich in den Mund. Eine Alternative: Die Anschaffung auf ein grösseres Fest wie Weihnachten oder Geburtstag zu verschieben. Eltern, Oma und Opa, Tanten und Onkels legen zusammen – so ist das Objekt der Begierde gesichert und kann finanziert werden.

Was aber, wenn das Taschengeld nicht ausreicht und der Nachwuchs immer öfter mir leeren Hosentaschen dasteht? Da können kleine Nebenjobs der Jugendlichen abhelfen.

Erledigungen in der Familie

Eine nette Möglichkeit um ein paar Franken dazu zuverdienen, sind kleine Hilfstätigkeiten in der Familie, im Freundeskreis der Eltern oder in der Nachbarschaft. Viele Berufstätige oder momentan Schwerbeschäftigte sind froh, unangenehme oder zeitaufwendige Arbeiten delegieren zu können. Der Opa kann nicht mehr so wie früher, deshalb könnte der Enkel gegen ein paar Franken Rasen mähen. Der Nachbar eröffnet eine Schreinerei, statt die Flyer mit der Post zu verschicken, kann ein Jugendlicher sie im Ort verteilen. Die Cousine hat ein Baby bekommen, ihr fällt zuhause die Decke auf den Kopf. Vielleicht braucht sie jemanden, der mal für ein, zwei Stunden mit dem Kleinen spazieren geht?

Vorsicht schwarze Schafe

Niemand verschenkt sein Geld einfach so. Könnte man aber meinen, wenn man die örtlichen Stelleangebote der Zeitung durchforstet:

Kugelschreiber montieren für 2500 Franken
1500 Franken für eine Meinungsumfrage

Hört sich toll an. Diese Angebote sind aber reine Abzocke. Oftmals wird eine Vermittlungsgebühr verlangt, das Infomaterial kostet oder die Hotline nimmt gutes Geld. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass diese Angebote nicht seriös sind.

Ebenso der nette Mann, der als Fotograf arbeitet und in ihrem Kind das neue Gesicht von Morgen entdeckt haben will. Vor allem Mädchen werden mit dieser Masche gefangen. Oft sollen die ersten Aufnahmen für die «Modelmappe» dann kosten. «Aber ist ja alles eine tolle Investition», erklärt der Mann. Nicht weniger harmlos sind «Fotografen», die junge Mädchen zu Aktfotos überreden wollen. Klären Sie auch hier ihr Kind auf.

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Mit Rasen mähen können sich Jugendliche etwas dazu verdienen. Foto: fozzyb, iStock, Thinkstock

Schwarze Bretter, Internetplattformen oder die klassische Kleinanzeigen in den Zeitungen zeigen viele Möglichkeiten auf. Die angebotenen Tätigkeiten sind recht bunt verteilt: Der 80-Jährige sucht einen Schüler, der ihm aus der Tageszeitung vorliest. Ein Hundesitter wird gesucht, ebenso ein «Checker» am Computer. Schüler haben recht gute Chancen, da sie zeitlich flexibler sind als Berufstätige, ausserdem um ein Vielfaches günstiger als der Computerfachmann aus den gelben Seiten. Freundlichkeit ist schon die halbe Miete. Zum ersten Treffen ist eine Begleitung von Seiten der Eltern zu empfehlen. Sprechen Sie die Bezahlung dann konkret an und halten diese bei mehreren Terminen auch schriftlich fest.

Die Klassiker der Taschengeldjobs sind:

Babysitter

Hier sind vor allem Mädchen gefragt – viele Eltern legen Wert auf Erfahrung im Umgang mit Kindern. Wer schon mal kleinere Geschwister gehütet oder eine Kindergruppe im Sportverein geleitet hat, ist hier klar im Vorteil. Soziale Verbände oder Einrichtungen wie beispielsweise das Rote Kreuz oder der Samariterverband bieten Qualifizierungskurse für angehende Babysitter. Babysitterjobs findet Jugendliche in Tageszeitungen, im Bekanntenkreis oder bei Internetplattformen. Ein Aushang im benachbarten Kindergarten ist auch möglich.

Zeitungsaustragen

Der Dauerbrenner unter den Taschengeldjobs. Geeignet sind kostenlose Wochenzeitungen, welche am Nachmittag nach der Schule verteilt werden können. Bezahlt wird oft pro Zeitung.

Nachhilfe

Wer in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch gute Noten vorweisen kann, hat gute Chancen auf einen kleinen Nachhilfejob. Einfach im Bekanntenkreis nachfragen oder die Kleinanzeigen beachten.

Ferienjob

Ab 16 Jahren haben Jugendliche generell mehr Möglichkeiten, Geld dazu zu verdienen. Am Samstagmorgen in der Bäckerei Brötchen verkaufen oder in den Ferien im Schwimmbad stundenweise den Eintritt kassieren. Hier gilt die Regel: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Diese Jobs sind begehrt. Deshalb sich vorher schon umhören, in welchen Firmen oder Einrichtungen werden Ferienjobber eingestellt? Eigeninitiative führt auch zum Erfolg – einfach mal anrufen und sich erkundigen. Es lohnt sich, denn ein solcher Nebenjob bringt nicht nur zusätzlich ein bisschen Geld, sondern der Nachweis einer Tätigkeit macht sich später auch bei der Ausbildungssuche sehr gut.

Es gelten für Jugendliche unter 18 Jahren Beschäftigungseinschränkungen:

Gefährliche Arbeiten sind für diese Altersspanne grundsätzlich verboten. Festgelegt wird dies vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartment.

Als «gefährliche Arbeiten» werden Tätigkeiten eingestuft, welche die Gesundheit, Sicherheit und persönliche Entwicklung gefährden können. Als gefährlich gelten beispielsweise Arbeiten mit Maschinen, welche ein hohes Unfallrisiko bergen (Motorsäge etc.). Arbeiten in einem besonders lauten Umfeld und der Umgang mit Chemikalien.

In einem Restaurant oder Hotel dürfen Jugendliche unter 16 Jahren keine Gäste bedienen. Ausnahmen sind Ausbildungen oder eine Schnupperlehre. Tabu für unter 18-Jährige sind Discos, Bars oder ähnliches.

Ab dem 13. Lebensjahr dürfen leichte Arbeiten erledigt werden. Allerdings unterliegen diese leichten Arbeiten einer Einstufung. Das Prospekte verteilen am Nachmittag ist in Ordnung, das Verteilen einer Tageszeitung um 4 Uhr Morgens, vor der Schule, natürlich nicht. Unter der Schulzeit dürfen Schüler und Schülerinnen am Tag höchstens drei Stunden am Tag und maximal neun Stunden in der Woche arbeiten. In den Ferien gelten wiederum andere Regeln. Hier darf der Nachwuchs acht Stunden pro Tag und 40 Stunden in der Woche arbeiten. Allerdings nur von 6 – 18 Uhr. Die halbe Ferienzeit darf gearbeitet werden – die andere Hälfte dient der Entspannung und Erholung.

Nebenjobs finden Jugendliche unter anderem hier:

Buchtipp:

«Ferienjob, Nebenjob, Praktikum. Der ideale Praxiseinstieg für Schüler und Studenten», Elfriede V. Gerdenits, Redline Verlag, Januar 2007