Teures Lächeln: Das kostet eine Zahnspange

Eltern von Teenagern wissen, wie viel eine Zahnspange kosten kann. So viel wie ein Gebrauchtwagen. Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich trotzdem nicht in jedem Fall.

Die Kosten für eine Zahnspange sind immens. Aber für ein schönes Lächeln sind Eltern bereit viel Geld auszugeben.

Das schöne Lächeln Ihrer Kinder, lassen sich Schweizer Eltern viel kosten. Foto: Stockbyte

Hat der Kieferorthopäde die Empfehlung für eine Zahnspange ausgesprochen, müssen Eltern häufig schlucken. Die Kosten für eine Zahnspange sind immens. Mindestens 3’000 Franken kostet allein die Behandlung, wenn nur die Backenzähne nicht richtig aufeinander greifen. Eine Zahnspange kann noch viel teurer werden. Sind Brackets notwendig, die jeden Zahn einzeln in die richtige Position schieben, beläuft sich die Rechnungssumme in der Regel auf mehr als 10’000 Franken. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind eine Zahnspange benötigen wird, liegt bei 50 Prozent. «Wir schätzen, dass ungefähr die Hälfte der Kinder und Jugendlichen die Zahnstellung korrigieren lassen muss», sagte Wolfgang Strübig, Leiter des Schulzahnmedizinischen Dienstes Bern dem «Beobachter».

Wer nicht Lotto spielen will, schliesst deshalb vorsorgliche eine Zahnzusatzversicherung ab, bevor kieferorthopädische Behandlungen ein Thema sind. Denn die Krankenkassen-Grundversicherung zahlt in der Regel auch bei Kinder nichts dazu, wenn die Zähne schief sind. Spätestens vor dem vierten bis fünften Lebensjahr sollte sie unter Dach und Fach sein, denn zu diesem Zeitpunkt verlangen die meisten privaten Krankenkassen noch keine Abklärungen.

Lohnt sich die Zahnzusatzversicherung für die Zahnspange-Kosten?

Wie bei allen Versicherungen, gilt auch bei der Zahnzusatzversicherung, genau herauszufinden, bei welcher Behandlung die private Krankenkasse welchen Kostenanteil übernimmt. Wer sparen will, kommt nicht drum herum, sich einen Abend Zeit zu nehmen und die Leistungen verschiedener Zahnzusatzversicherungen genau zu studieren – inklusive der Angaben im Kleingedruckten.

Zahnzusatzversicherung im Vergelich: Darauf sollten Sie achten

Sobald Sie Angebote verschiedener privater Krankenkassen vorliegen haben, gilt es, ihre Leistungen zu vergleichen.

  • Kostenanteil: Welchen Anteil zahlt die jeweilige Kasse für die kieferorthopädische Behandlungen? Manche Versicherungen übernehmen nur 50 Prozent der Zahnspange-Kosten.
  • Karenzfrist: Wie lange dauert es, bis die jeweilige Kasse Leistungen tatsächlich übernimmt? In der Regel beläuft sich die Karenzfrist auf sechs Monate bis eineinhalb Jahre.
  • Leistungen: Reine Zahnspangen-Versicherungen gibt es nicht. In der Regel fliessen weitere Leistungen in das Angebot mit ein. Ist das Leistungspaket für Sie sinnvoll?
  • Kostengrenze pro Jahr: Der Betrag, den Kassen pro Jahr höchstens auszahlen, ist unterschiedlich hoch. «Dieser Maximalbetrag sollte mindestens 5000 Franken betragen», rät der Gesundheitstipp.
  • Taxpunkte: Welchen Betrag rechnet die private Krankenkasse für einen Taxpunkt ab? Viele Kassen legen einen Taxpunktwert von 3.10 Franken fest. Eltern können auf zusätzlichen Kosten sitzen bleiben, wenn der Kieferorthopäde einen höheren Taxpunktwert abrechnet.
  • Rabatte: Preiswerter wird die Zahnzusatzversicherung, wenn die Kasse Rabatte anbietet – für den Fall, dass ein Elternteil oder Geschwisterkind bei derselben Kasse mitversichert ist. 

Sie haben die Leistungen verschiedener Krankenkassen verglichen, und ein Angebot erscheint Ihnen besonders interessant zu sein? Dann  sollten Sie auszurechnen, wie viel Geld Sie insgesamt für diese Versicherung ausgeben werden. Erst wenn Sie diese Summe mit den Kosten für eine eventuelle Zahnkorrektur verglichen haben, können Sie beurteilen, ob Sie die Versicherung abschliessen möchten oder nicht.

Zahnspange vs. Zahnzusatzversicherung: Eine Beispielrechnung

Wer bereits für sein vierjähriges Kind eine Zahnzusatzversicherung abschliesst, die 20 Franken pro Monat kostet, und die Versicherung im Alter von 19 Jahren beendet, zahlt innerhalb dieser 15 Jahre 3’600 Franken in die Versicherung ein. Eine Behandlung mit Brackets könnte leicht das Dreifache kosten – zum Beispiel 11’000 Franken. Wenn die Zahnzusatzversicherung 70 Prozent dieser Summe übernimmt, erstattet sie 7’700 Franken. Sie haben also 4’400 (7’700 minus 3’600) Franken gespart. Vorausgesetzt, Ihr Kind wird eine Zahnspange brauchen.

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