Diese Versicherungen brauchen Kinder in der Schweiz

Natürlich sollte ein Kind gut versichert sein. Doch angesichts der Fülle an Versicherungsangeboten für Kinder verlieren Eltern leicht den Überblick. Welche Versicherungen sind in der Schweiz wichtig, welche sind überflüssig? Zum Glück brauchen Kinder nicht viele Versicherungen.

In sicheren Händen

Damit Ihr Kind in sicheren Händen ist. Foto: Fuse, Thinkstock

Sicher soll das Kind ins Leben starten, gut geschützt vor möglichen Schäden sein. «Welche Versicherungen sind in der Schweiz notwendig?» fragen sich Eltern verständlicherweise. Wir haben sie aufgelistet.

Grundversicherung und Zusatzversicherungen in der Schweiz

Die Krankenkasse der Mutter zahlt den Aufenthalt im Spital und die Pflege für das gesunde Baby. Ist es krank und muss behandelt werden, kommt die in der Schweiz obligatorische Grundversicherung des Babys für die Kosten auf. Die Grundversicherung lässt sich schon vor der Geburt des Kindes abschliessen. Spätestens wenn das Kind drei Monate alt wird, muss der Versicherungsschutz durch die Grundversicherung vorhanden sein. Kosten, die vorher anfallen, werden dann rückwirkend übernommen. Die monatlichen Prämien müssen dann ebenfalls rückwirkend gezahlt werden.
Weitere Informationen zur Grundversicherung

Besser ist es jedoch, sich bereits vor der Geburt des Kindes um die Krankenversicherung zu kümmern, jedenfalls dann, wenn eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden soll. Zwar nimmt der Grundversicherer jedes Kind ohne Vorbehalt auf, nicht jedoch der Zusatz-Versicherer. Er kann das Baby wegen einer möglichen Krankheit oder Behinderung ablehnen.

Vorsicht: Kostenfalle!

Kinder von Müttern, die in einer privaten oder halbprivaten Klinik entbinden, erhalten unter Umständen eine (kosten)intensivere Pflege, die von der Grundversicherung in der Regel nicht übernommen wird. Wichtig ist daher, sich vor der Entbindung beim Versicherer zu erkundigen, wer die Kosten für den Aufenthalt und die Pflege des Babys im Spital trägt. Auch gilt es, unbedingt zu klären, was im Krankheitsfall passiert. Wird das Kind dann auf die allgemeine Abteilung des Spitals verlegt – und damit von der Mutter getrennt? Eine Lösung könnte sein, das Kind ebenfalls privat versichern zu lassen, doch bieten nicht alle Versicherungen diese Möglichkeit an.

Zusatzversicherung für Zahnkorrekturen

Wer denkt schon beim Kleinkind an schiefe Zähne? Doch Weitblick lohnt sich. Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Regulierung der Zähne meist nicht. Weil eine Zahnspangen-Behandlung oft mehrere tausend Franken kostet, ist eine entsprechende Zusatzversicherung sinnvoll.

Wichtig ist, sich schon dann um eine solche Versicherung zu kümmern, wenn sich noch kein Schaden in der Ferne abzeichnet, am besten vor dem sechsten Geburtstag. Wer zu lange wartet, läuft Gefahr, in eine Risikoprüfung einwilligen zu müssen und riskiert darüber hinaus hohe Versicherungsbeiträge. Ausserdem gibt es sogenannte Karenzfristen, Zeiten, in denen bereits Prämien verlangt werden, die Versicherung aber noch keine Kosten übernimmt. Auch bei der Zahnzusatzversicherung gilt: unbedingt das Kleingedruckte nicht nur lesen, auch prüfen. Die Leistungen fallen sehr unterschiedlich aus. Viele Zusatzversicherungen bringen nichts.

Private Haftpflichtversicherung

Zu Ihren Versicherungen gehört eine private Haftpflichtversicherung? In diesem Fall können Sie Ihr Kind fast immer mitversichern, so dass es keine eigene private Haftpflichtversicherung braucht. Die private Haftpflichtversicherung in der Schweiz kommt für Sachschäden wie für eine kaputte Fensterscheibe ebenso auf wie für Personenschäden, zum Beispiel für Folgen eines Unfalls, den ein Kind verursacht.

Einkommensversicherung

Eine Einkommensversicherung gehört zu den sinnvollen Versicherungen für Kinder in der Schweiz. Stirbt ein Elternteil oder kommen gar beide ums Leben, sichert sie das Kind finanziell ab. Denn häufig leisten die obligatorischen Versicherungen wie die 1. Säule (AHV/IV) und die Berufliche Vorsorge (BVB) zu wenig, um wirksame Hilfe zu sein. Das Einkommen lässt sich zum Beispiel über eine Risiko-Lebensversicherung oder, eine Todesfallkapitalversicherung absichern.

Kinder-Invaliditätsversicherung

Eine Invaliditätsversicherung deckt nicht nur Kosten ab, die durch bleibende Schäden nach Unfällen entstehen, sondern auch Krankheitsfolgen. Krankheiten sind weit häufiger Ursache von Invalidität als Unfälle. «Die richtige Absicherung ist deshalb nicht die Unfall-, sondern die Kinder-Invaliditätsversicherung. Denn sie zahlt, wenn ein Kind einen dauerhaften Schaden davonträgt – egal, ob dieser durch eine Krankheit oder durch einen Unfall entstanden ist», erläutert die Stiftung Warentest.

Häufig gestellte Fragen zur Versicherungspflicht: www.bag.admin.ch

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