Leben > Krisen & HilfeWarum Kinderlosigkeit okay ist – und wie du deinen Weg findest Sieglind Riedel Kinderlos zufrieden leben – geht das? Ja. Und gleichzeitig darf es wehtun, wenn du dir Kinder wünschst und es (noch) nicht klappt. In diesem Beitrag findest du Orientierung für beide Situationen: gewollt kinderfrei und ungewollt kinderlos. Regula Simon begleitet kinderlose Paare und erzählt im Interview aus ihren Erfahrungen. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Kinderwunsch, ja oder nein. Jede Frau geht ihren eigenen Weg. © Ethan Hoover/ Unsplash Das Wichtigste in Kürze Bei ungewollter Kinderlosigkeit wird oft nur der unerfüllte Wunsch gesehen, Frauen stellen sich selbst hinten an. Ein grosser Teil der Bedürfnisse, die hinter dem Kinderwunsch stecken, lassen sich auch ohne Mutterschaft verwirklichen. Viele Frauen, die keine Kinder wollen, lassen sich durch Aussagen und Fragen von Aussenstehenden verunsichern. Ein kinderloses Leben sollte gleichwertig anerkannt werden wie die Elternschaft. Anregungen von Regula Simon zum Umgang mit Kinderlosigkeit. Kinderlosigkeit ist nicht gleich Kinderlosigkeit Kinderlos zu sein kann sehr unterschiedliche Gründe haben – und dein Erleben hängt stark davon ab, ob du dich bewusst dafür entscheidest oder ob ein unerfüllter Kinderwunsch dahintersteht. Beides verdient Respekt. Und beides braucht andere Worte, andere Unterstützung und andere Grenzen. Gewollt kinderfrei: Wenn du dich bewusst gegen Kinder entscheidest Vielleicht ist dein Leben mit Partner:in, allein oder im Patchwork-Umfeld stimmig, ohne dass du eigene Kinder möchtest. Trotzdem begegnen dir möglicherweise Fragen oder Bewertungen («Das bereust du später!»). Wichtig: Eine Entscheidung gegen Kinder ist nicht automatisch «noch nicht entschieden», sondern kann ein reflektierter Lebensentwurf sein. Hilfreich ist, dir deine Gründe nicht «zu beweisen», sondern sie dir selbst klarzumachen: Geht es um Freiheit und Zeit? Um Gesundheit, mentale Belastbarkeit, finanzielle Stabilität, Klimasorgen, eine belastete Familiengeschichte oder schlicht: keinen Wunsch? Alles davon ist legitim. Ungewollt kinderlos: Wenn Trauer, Hoffnung und Druck zusammenkommen Wenn du dir ein Kind wünschst und es nicht klappt, kann sich das wie ein dauernder Ausnahmezustand anfühlen: Zyklen, Termine, Hoffen, Enttäuschung. Viele Betroffene berichten über Trauer, Schuldgefühle, Rückzug oder das Gefühl, «nicht dazuzugehören», wenn rundherum Schwangerschaften sichtbar werden. Psychologisch ist das nachvollziehbar: Unerfüllter Kinderwunsch ist oft ein mehrfacher Verlust (Vorstellungen, Zukunftsbilder, Zugehörigkeit, Körpervertrauen). Belastung, Angst und depressive Symptome sind häufig. Strukturierte psychosoziale Unterstützung und Beratung Betroffenen kann helfen, mit Stress, Entscheidungsdruck und Behandlungsphasen umzugehen. Schweiz-Kontext: Warum der Druck so gross sein kann In der Schweiz treffen mehrere Faktoren zusammen: Familiengründung passiert häufig später, Lebensentwürfe sind vielfältiger, und gleichzeitig sind die gesellschaftlichen Erwartungen an «den richtigen Zeitpunkt» und «die richtige Familienform» oft präsent. Dazu kommen praktische Fragen: Wer kann sich welche Betreuung leisten? Wie vereinbart man Arbeit und Familie? Und wie planbar ist überhaupt Fruchtbarkeit? Ein wichtiger Punkt: Fruchtbarkeit ist keine reine Willensfrage. Mit zunehmendem Alter sinken die Chancen auf eine spontane Schwangerschaft, und medizinische Behandlungen können helfen, garantieren aber keinen Erfolg. Genau deshalb kann es entlastend sein, den Druck «Wenn wir es nur genug wollen, klappt es» loszulassen und stattdessen gut informierte, selbstmitfühlende Entscheidungen zu treffen. Coping bei unerfülltem Kinderwunsch: Was dir konkret helfen kann 1) Gib deiner Trauer einen Platz - ohne dass sie alles übernimmt Trauer ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine gesunde Reaktion auf etwas, das dir wichtig ist. Viele erleben «Trigger» (Geburtsanzeigen, Babyshowers, Muttertag, Fragen am Familienfest). Du darfst dich schützen: Einladungen absagen, Social Media zeitweise stumm schalten oder Treffen so planen, dass du danach Erholung hast. 2) Als Paar: Sprecht über Ziele, Grenzen und Pausen In Beziehungen entsteht oft zusätzlicher Druck, weil Belastung und Tempo unterschiedlich sind. Ein hilfreicher Rahmen sind drei wiederkehrende Fragen: Was ist unser gemeinsames Ziel – und was sind unsere individuellen Bedürfnisse? Welche Grenze setzen wir (z.B. Anzahl Behandlungen, Zeitfenster, finanzielles Limit, Pausen)? Was stärkt uns ausserhalb des Kinderwunsches als Paar? (Rituale, Sexualität ohne «Zeitplan», gemeinsame Projekte) 3) Hol dir früh Unterstützung – nicht erst am Limit Professionelle Beratung kann dir helfen, Entscheidungen zu klären, mit wiederholten Enttäuschungen umzugehen oder ein Leben mit «vielleicht» und «vielleicht nicht» zu gestalten. Besonders hilfreich ist Unterstützung, die nicht nur auf «Baby um jeden Preis» fokussiert, sondern auch deine Lebensqualität im Blick behält. Umgang mit Kommentaren und Fragen: kurze Sätze, klare Grenzen Viele Kommentare sind gut gemeint und trotzdem verletzend. Du musst niemandem Details erklären. Entscheide je nach Situation, ob du informieren, abgrenzen oder aussteigen willst. Hier sind Formulierungen, die sich bewährt haben: Wenn du ungewollt kinderlos bist Kurz und stoppend: «Danke fürs Nachfragen, aber das ist gerade ein sensibles Thema für uns.» Mit Grenze: «Wir sprechen darüber nur mit Menschen, die uns nahestehen.» Bei Ratschlägen: «Wir sind medizinisch gut begleitet. Bitte vertrau darauf, dass wir unseren Weg finden.» Exit-Strategie: «Ich hole mir kurz etwas zu trinken – wir reden später weiter.» Wenn du gewollt kinderfrei bist Selbstbewusst: «Wir haben uns bewusst gegen Kinder entschieden – und das passt für uns.» Wenn du nicht diskutieren willst: «Das ist eine private Entscheidung. Lass uns über etwas anderes sprechen.» Bei «Du bereust das!»: «Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wichtig ist, dass ich mein Leben jetzt passend gestalte.» Wenn dich Fragen immer wieder treffen, kann ein «Standardsatz» entlasten: Du musst nicht jedes Mal neu ringen. Das Klischee besagt, dass das Glück eines Paares erst mit einer Schwangerschaft komplett ist und dass jeder früher oder später eine Familie gründen soll. Doch manche Menschen möchten ganz bewusst eine Beziehung ohne Kinder und andere versuchen zwar schwanger zu werden, doch wegen Unfruchtbarkeit klappt es nicht – die Ursachen sind unterschiedlich. Muss die gewollte Kinderlosigkeit oder das ungewollte Ausbleiben einer Schwangerschaft zwangsläufig zu einem unvollständigeren Leben führen? Keineswegs, findet Regula Simon, die kinderlose Paare auf ihrem Weg begleitet. Frau Simon, Sie coachen kinderlose Frauen und Paare, wie kam es dazu? Ich habe mir lange selbst die Frage gestellt, ob ich Kinder haben will oder nicht. Als ich etwa 40 Jahre alt war und mein neuer Partner ganz klar keine Kinder wollte, hatte sich die Frage für mich endgültig beantwortet. Für Sie war dann völlig klar, dass Sie die Kinderplanung nicht weiterverfolgen würden? Mit diesem Gedanken hatte ich mich relativ leicht anfreunden können, allerdings stellte ich fest, dass viele Frauen in meinem Bekanntenkreis sich damit sehr schwer taten. Eine Freundin meinte damals zu mir: «Ich kenne keine kinderlose alte Frau, die glücklich auf mich wirkt.». Da habe ich gedacht, dass das nicht sein kann, solche Frauen geben muss es doch geben! Und es wurde mir ein Anliegen, diesen Frauen erfreulichere Perspektiven aufzuzeigen. Sie haben diese Frauen dann aktiv gesucht. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und 12 Frauen im Alter von über 60 Jahren porträtiert, die mit ihrer Kinderlosigkeit zufrieden sind. Daraus entstand ein Buchprojekt. Zur Person Regula Simon Regula Simon, Coach © zVg Autorin von «Kinderlos bleiben? Auch OK.» Warum glauben so viele Menschen, kinderlose Frauen könnten nicht glücklich sein? Während des Recherchierens und Schreibens ist mir aufgefallen, dass wir beim Thema Kinderlosigkeit noch gar nicht im 21 Jahrhundert angekommen sind. Kinderlosigkeit wird im Vergleich zur Elternschaft nach wie vor als etwas Schlechteres angesehen. Im Buch «Mutterschaft» lässt die kanadische Autorin Sheila Heti eine Person sinngemäss sagen: «Eine kinderlose Frau hat den gleichen Stellenwert wie ein arbeitsloser Mann». Das trifft es auf den Punkt. Noch während der Arbeit an meinem Buch erstellte ich die Website kinderfreilos.ch, um eine Lücke zu schliessen, die mir im deutschsprachigen Internet aufgefallen war: eine Austausch- und Informationsplattform für Kinderlose. Also Folge davon machten vermehrt kinderlose Frauen von meinem Coachingangebot Gebrauch, so dass diese heute mehr als die Hälfte meiner Klientinnen ausmachen. Welches Ziel verfolgen Sie beim Coaching kinderloser Frauen? Ich möchte Frauen dabei ermächtigen, mit ihrem Kinderwunsch ins Reine zu kommen. Ob das nun der unerfüllte Kinderwunsch einer Frau ist, die endlich nicht mehr traurig sein möchte, oder der nicht existente Kinderwunsch einer Frau, die damit nicht ernst genommen wird und ihren eigenen Weg unabhängig von der Volksmeinung sucht. Zudem begleite ich Frauen, die sich in ihrem Kinderwunsch unsicher sind, in der Entscheidungsfindung. Wie gehen Sie dabei vor? Unfreiwillig kinderlose Frauen sehen oft nur noch den unerfüllten Wunsch und was sie alles dafür tun müssen, dass er sich doch noch erfüllt. Sich selbst stellen sie hinten an. Also geht es darum, sich selbst wieder wahrzunehmen. Im Coaching tauchen wir in den schönen Teil des Kinderwunsches ein und forschen danach, welches Bedürfnis sich die Frau damit unbewusst zu erfüllen hofft. Das führt sie dann fast wie von selbst in die Tiefe. Die Frauen entdecken, was ihnen eigentlich auch noch wichtig ist. Ein grosser Teil der Bedürfnisse, die hinter dem Kinderwunsch stecken, lassen sich auch ohne Mutterschaft verwirklichen. Zusätzlich organisieren Sie OK-Frauen-Treffen. Was hat es damit auf sich? OK-Frauen sind Ohne-Kind-Frauen. Gleichzeitig soll der Begriff verdeutlichen, dass dieser Zustand okay ist. Ich wollte eine Vernetzungsmöglichkeit für Frauen ohne Kinder bieten. Einen lockeren Austausch, bei dem einmal nicht von Kindern erzählt wird und sich niemand verurteilt fühlt. Kinderlose Frauen im Alter von 30-40 Jahren verlieren oft einen Teil ihrer Freundinnen an die Mutterschaft. Mit jeder Frau in ihrem Freundeskreis, die Mutter wird, sehen sie eine weiter Freundschaft gefährdet. Ausserdem bieten Sie OK-Frauen-Seminare an. Im eintägigen Seminar bieten wir ungewollt kinderlosen Frauen die Möglichkeit, erste Schritte zu tun auf ihrem Weg zur Zufriedenheit mit ihrem OK-Status. Im geschützten Rahmen arbeiten wir gemeinsam an der Thematik und können uns gleichzeitig austauschen. Das wird als besonders wertvoll empfunden. Fühlen sich alle kinderlosen Frauen irgendwann von ihrem Umfeld verurteilt? Nicht alle. Aber viele Frauen, die keine Kinder wollen, lassen sich durch Aussagen und Fragen von Aussenstehenden verunsichern. Sie fühlen sich in ihrer Entscheidung nicht ernst genommen. «Ach, du bist ja noch jung, das kommt schon noch!» oder «Wenn du erst einmal den richtigen Mann gefunden hast, wird sich das schon ergeben.», bekommen diese Frauen oft zu hören. Und unfreiwillig Kinderlosen ist es meist wichtig klarzustellen, dass sie sich das nicht ausgesucht haben. Nur schon dies zeigt, wie schlecht wir über freiwillig Kinderlose denken. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass der kinderlose Lebensentwurf als gleichwertig anerkannt wird zum Lebensentwurf der Elternschaft. Ihr aktuelles Buchprojekt beschäftigt sich mit Frauen, die eine erfolglose Kinderwunschbehandlung hinter sich haben und trotzdem ihren Frieden gefunden haben – richtig? Richtig. Das Thema kam auf, als ich für einen Vortrag im Internet recherchiert habe. Es ging um die Erfolgschancen der Reproduktionsmedizin und ich wollte aktuelle Zahlen heraussuchen. Beim Recherchieren auf verschiedenen Seiten, unter anderen auch Kinderwunschkliniken, habe ich zwei Aspekte festgestellt. Erstens ist es sehr schwierig, aussagekräftige Zahlen zum Erfolg von Kinderwunschbehandlungen zu finden, denn diese variieren stark. Zweitens wird selten von den Paaren gesprochen, die schlussendlich leer ausgehen. Es wird ausser Acht gelassen, dass nur ein Drittel der Frauen, die eine solche Behandlung beginnen, Kinder bekommen und zwei Drittel leer ausgehen. Was Regula Simon über Kinderwunschbehandlungen denkt Regula Simon: «Derartige Behandlungen haben schon vielen Paaren helfen können. Problematisch ist, dass der Eindruck entsteht: Kinderlosigkeit muss heute nicht mehr sein. Tatsache ist: Es kann dabei ein Kind entstehen, aber eben auch nicht. Manchmal denke ich, dass es frühere Generationen einfacher hatten. Denn wenn es keine Kinder gab, dann war das eben so und man musste sich damit arrangieren. Viele beschreiben das schier endlose Karussell von Hoffnung und Enttäuschung als schlimmsten Aspekt der Kinderwunschzeit. Wichtig ist, dass die Paare gut begleitet sind. Am besten von einer Person, die nicht das Baby um jeden Preis als Ziel definiert, sondern die Lebensqualität des Paares.» Was hat Sie dazu inspiriert, das Buchprojekt anzugehen? Ich habe Frauen durch solch eine Behandlung begleitet und war betroffen, was sie durchmachten, wie sehr sie gelitten haben. Und das oft im Stillen, ohne dass ihr Umfeld davon wusste. Ich will denjenigen eine Stimme geben, die kinderlos ausgehen. Zeigen, dass man trotz eines derartigen Schicksals ein gutes Leben haben kann. Anregungen von Regula Simon zum Umgang mit Kinderlosigkeit: Für kinderlose Paare So können Paare, die sich Kinder wünschen aber keine bekommen, mit der Situation umgehen. Regula Simon: «Aus Gesprächen habe ich erfahren, dass es eine Erleichterung sein kann, offen darüber zu sprechen. Allerdings besteht dann die Gefahr, dass andere einen vermeintlich gut gemeinte Ratschläge wie «Entspannt euch mal, das klappt bestimmt noch» geben. Um darauf bestmöglich zu reagieren, können sich Paare eine Antwort zurechtlegen. Es muss nicht unbedingt eine ernstgemeinte Antwort sein. Sie sollte aber dem Gegenüber spiegeln, was für ein Gefühl diese Ratschläge vermitteln. Ausserdem ist es von Vorteil, wenn Paare sich klarmachen, dass tatsächlich die Möglichkeit besteht, keine Kinder zu bekommen. Es ist einfacher, sich im Voraus mit diesem Gedanken anzufreunden. » Für Paare mit kinderlosen Freunden Wie man als Eltern mit Freunden umgehen kann, die keine Kinder haben – und inwieweit man sie in das Leben der eigenen Kinder involvieren kann. Regula Simon: «Viele kinderlose Frauen halten es kaum aus, wenn ihre Freundinnen andauernd von ihren Kindern sprechen. Für sie ist es sehr schmerzhaft, ständig daran erinnert zu werden, was sie verpassen. Viele wünschen sich Treffen mit Freundinnen ohne deren Kinder. Es gibt aber auch die, die es ganz toll finden, Zeit mit den Kindern der Freunde zu verbringen. Das ist individuell und man sollte ganz einfach nachfragen, was im Einzelfall gewünscht ist. Wichtig ist, offen für die Antworten zu sein, nur dann macht das Fragen Sinn. Das gilt ganz generell für die Fragen nach Kindern.» Empfehlung von Regula Simon: Elaine ohne Kind Optionen und nächste Schritte in der Schweiz Wenn du ungewollt kinderlos bist, kann es helfen, Optionen zu sortieren – ohne dich zu überfordern. Viele empfinden es als entlastend, zwischen medizinischen Möglichkeiten, psychosozialer Unterstützung und Lebensplanung zu unterscheiden. Medizinische Abklärung: Eine ärztliche Abklärung kann klären, ob behandelbare Ursachen vorliegen (bei beiden Partner:innen). Achte darauf, dass du verständliche Informationen zu Chancen, Risiken und Alternativen bekommst – und Raum für Fragen. Psychologische Beratung: Unterstützung kann parallel zur Behandlung sinnvoll sein – gerade bei wiederholten Enttäuschungen oder wenn du merkst, dass Alltag und Beziehung stark leiden. Die ESHRE-Leitlinie (2023) betont den Nutzen strukturierter psychosozialer Angebote. Entscheidungen mit Zeitfenster: Vielen hilft ein «Entscheidungsplan» mit Etappen: «Wir probieren X bis Datum Y, dann machen wir Pause / evaluieren neu.» Das gibt Halt, ohne die Zukunft festzunageln. Alternative Familienformen: Manche Paare prüfen Adoption oder Pflege, andere finden Sinn in anderen Beziehungs- und Fürsorgeformen (Patenkinder, Engagement, Nachbarschaft). Wichtig ist, dass du dich nicht aus Druck, sondern aus Passung heraus orientierst. Wenn du merkst, dass es zu viel wird Bitte nimm ernst, wenn du über längere Zeit schlecht schläfst, kaum Freude empfindest, dich sozial zurückziehst oder ständig gedanklich im Kinderwunsch festhängst. Das kann ein Zeichen sein, dass du zusätzliche Unterstützung brauchst.