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Hypnobirthing: Wie Frauen dank Selbsthypnose entspannt gebären

Wer angstfrei und sanft gebären möchte, sollte sich Hypnobirthing einmal genauer anschauen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art der Geburtsvorbereitung, welche mit Atemübungen, Meditation und Visualisierung arbeitet. Die Schwangere lernt damit, sich während der Geburt in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen.

Mit Hypnobirthing soll eine entspannte, sanfte Geburt möglich sein.
Mit Hypnobirthing soll eine entspannte, sanfte Geburt möglich sein. © Getty Images, Polina Lebed

Hypnobirthing: Das Wichtigste in Kürze

Werdende Mamis aufgepasst! Das Konzept des Hypnobirthing geht über die Atemübungen klassischer Geburtsvorbereitungskurse hinaus und verspricht euch eine entspannte, schmerzärmere Geburt. Entspannt gebären dank Hypnose – das tönt gut. Aber funktioniert es auch wirklich?

Was genau ist Hypnobirthing?

HypnoBirthing ist eine Ende der 1980er-Jahre durch die Pädagogin und klinische Hypnotherapeutin Marie F. Mongan in den USA bekannt gewordene Methode der schmerzfreien, sanften Geburt. Sie möchte, «dass jede Frau, überall die Freude einer wirklich sicheren, angenehmen und befriedigenden Geburt für sich und ihr Kind erfährt.»

Zurückzuführen ist die Methode auf Beobachtungen eines englischen Geburtshelfers Grantley Dick-Read, der schon 1942 in seinem Buch «Mutter werden ohne Schmerz» den Zusammenhang von Angst und Anspannung als Basis für Schmerzen bei der Geburt beschreibt.

Wichtig ist aber auch, sich bewusst zu sein, dass Hypnobirthing eine Methode der Geburtsvorbereitung ist. Es ersetzt aber nicht die medizinische Begleitung und Abklärung von Risiken während der Schwangerschaft.

Was lernt man in einem herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs?

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Im Geburtsvorbereitungskurs lernt man vieles über den Ablauf der Schwangerschaft und der Geburt. © Getty Images, Mars Bar

Wenn der grosse Tag der Geburt immer näher kommt, beginnen sich auch die Fragen zu häufen. Antworten gibt es im sogenannten Geburtsvorbereitungskurs. Hier werden Fragen rund um Schwangerschaft, die bevorstehende Geburt, das Wochenbett und das Stillen beantwortet. An vielen Kursen kann auch der Partner teilnehmen. In unserem Artikel erfährst du mehr darüber.

Wie geht Hypnobirthing?

Im Hypnobirthing ist es das Ziel, dass die Schwangere durch verschiedene Atem- Entspannungs- oder Visualisierungstechniken bei der Geburt eine Tiefenentspannung erzeugen kann. Dies soll eine sanfte und möglichst schmerzfreie Geburt ermöglichen.

In Kursen zum Hypnobirthing setzen sich Eltern neben den Phasen der Geburt intensiv mit der Rolle von Ängsten auseinander. Ziel ist es, der Mutter ihre Ängste zu nehmen und ein möglichst angenehmes Geburtsumfeld zu schaffen. Dazu gehört unter anderem die starke Einbindung des Partners als Vertrauensperson.

Für wen ist Hypnobirthing geeignet?

Hypnobirthing ist für jede Schwangere geeignet, die ein Interesse an Meditation und mentaler Geburtsvorbereitung hat. Besonders für Frauen, die Angst vor der Geburt haben, kann Hypnobirthing ein Werkzeug sein, sich zu Entspannen und mit ihren Ängsten umzugehen.

Wann beginnt man mit Hypnobirthing?

Es ist eine gute Idee, möglichst früh in der Schwangerschaft mit Hypnobirthing zu beginnen. So hast du möglichst viel Zeit, die Entspannungstechniken zu üben und zu verinnerlichen.

💡 Hier findest du Hypnobirthing Kurse in der Schweiz 💡

Es gibt in der Schweiz eine Reihe von Kursangeboten zum Thema Hypnobirthing. Ein Kurs in der Gruppe kostet je nach Umfang zwischen 500 und 1000 CHF, auch Einzel- oder Paarcoachings mit dem Mann sind möglich. Weitere Informationen findest du unter hypnobirthing-schweiz.ch.

💰 Wird Hypnobirthing von der Krankenkasse bezahlt? 💰

Die Kurse von Hypnobirthing Schweiz sind Krankenkassen-Anerkannt. Die meisten Zusatzversicherungen übernehmen Teile der Kosten. Frage am besten bei deiner Krankenkasse direkt nach.

Hypnobirthing Erfahrung: Kann man schmerzfrei gebären?

Viele Frauen berichten von positiven Erfahrungen, die sie durch die Hypnobirthing Methode machten. Dies macht Sinn, da der weibliche Körper während der Geburt Endorphine produziert, die viel stärker sind und besser wirken als von aussen gegebene Schmerzmittel. Klinisch erforscht ist die Methode im deutschsprachigen Raum noch nicht, sie wird aber von vielen Ärzten und Hebammen empfohlen.

Voraussetzung ist aber, dass Frauen regelmässig trainieren und an die Methode sowie sich selbst glauben. Denn nur wenn sich die Schwangere innerlich darauf einlässt, kann Sie Ängste und Widerstände abbauen und sich auch dann noch entspannen, wenn sie gebärt.

Hypnobirthing Meditation: Die Regenbogen-Meditation

Eine bekannte Übung aus dem Hypnobirthing ist die Regenbogenmeditation. Sie hat ihren Namen von den Farben, die der Reihe nach in der geleiteten Meditation angesprochen werden. Von rot über orange, gelb, grün, blau bis violett, angeordnet wie bei einem Regenbogen, fokussiert man sich auf die Farben und schiebt dadurch andere Gedanken beiseite. Wer Yoga praktiziert, dem mag das vielleicht bekannt vorkommen: In hinduistischen und buddhistischen Lehren sind diese Farben den Chakren, sogenannten Energieknotenpunkten im Körper, vom Kopf bis zum Unterleib zugeordnet. Entlang dieser Körperregionen ist die Regenbogen-Meditation ausgerichtet.

Im Internet werden eine Reihe von Regenbogen-Meditationen angeboten. Wer einmal eine Mediation ausprobieren möchte, wird zum Beispiel hier fündig: