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Sturzgeburt: Wenn das Baby überraschend schnell zur Welt kommt

Bei einer Sturzgeburt dauert die Entbindung nur etwa drei Stunden. Eine von tausend Schwangerschaften endet in einer Sturzgeburt, Mehrgebärende sind öfter betroffen. Sturzgeburten gehen in den allermeisten Fällen für Mutter und Kind gut aus, doch es kann durchaus zu Komplikationen kommen. Wir erklären dir, worauf du achten musst.

Sturzgeburten sind selten, trotzdem sollte man vorbereitet sein.
Sturzgeburten sind selten, trotzdem sollte man vorbereitet sein. © Getty Images, ArtistGNDphotography

Die Sturzgeburt: Das Wichtigste in Kürze

Manche Schwangere, die zum ersten Mal ein Kind erwarten, fragen sich, wie sich die Wehen anfühlen und ob sie diese rechtzeitig bemerken. Eine sehr schnelle Geburt ist bei Erstgebärenden aber selten. Die Sturzgeburt betrifft vor allem Frauen, die schon mehrere Kinder haben.

Sturzgeburt: Was ist das?

Was wir umgangssprachlich Sturzgeburt nennen, ist eigentlich eine überstürzte Geburt. Dabei geht die Geburt so schnell voran, dass die Schwangere keine Vorwehen bemerkt. Meist dauert sie weniger als drei Stunden von der Öffnung des Muttermundes bis zur Ankunft des Babys. Von einer Sturzgeburt sprechen Ärzte und Hebammen, wenn das Baby aus dem Geburtskanal herausstürzt und nicht mehr aufgefangen werden kann. Wenn es nicht weich fällt, kann es sich dabei verletzen. Umgangssprachlich werden die beiden Begriffe meist nicht unterschieden

Wie wahrscheinlich ist eine Sturzgeburt?

Eine Sturzgeburt kommt nur bei einer von 1000 Schwangerschaften vor. In den meisten Fällen schaffen es die Gebärenden noch in eine Klinik. Wer aber bereits eine schnelle Geburt erlebt hat, wird mit erhöhter Wahrscheinlichkeit nochmals eine überstürzte Geburt haben.

Sturzgeburt Ursachen: Darum kommt es zur Sturzgeburt?

Oftmals sind Frauen von einer Sturzgeburt betroffen, die bereits ein Kind bekommen haben oder schnell hintereinander schwanger geworden sind. Experten bezeichnen diese Frauen als Mehrgebärende. In diesem Fall kann es durchaus vorkommen, dass der Geburtskanal durch das erste Kind bereits leicht geweitet ist, sodass es die nachfolgenden Kinder leichter haben.

Die Gefahr einer überstürzten Geburt besteht auch, wenn das Kind sehr leicht und klein ist, also einen geringen Kopfumfang hat.
Auch eine Verdrängung der Schwangerschaft kann die Ursache für eine sehr schnelle Entbindung sein. Frauen, welche die Schwangerschaft nicht wahrhaben wollen, ignorieren das Einsetzen der Wehen, weshalb es zu einer überraschenden und schnellen Geburt kommt.

💡 Was tun bei einer Sturzgeburt? 💡

1 Beim ersten Verdacht auf eine sehr schnelle Geburt solltest du versuchen, die Presswehen zu veratmen. Beim Veratmen muss tief ein- und ausgeatmet werden, wobei die Luft beim Ausatmen durch den Mund ausdringen muss, wie beim Auspusten einer Kerze. Presse deine Beine nicht zusammen, das könnte deinem Kind schaden.

2 Bitte jemanden darum, dich ins Spital zu fahren oder rufe den Notarzt an. Falls du dir unsicher bist, kannst du auch deine Hebamme oder dein Spital anrufen.

3 Wenn die Geburt nicht mehr aufzuhalten scheint, solltest du den Boden unter sich mit Decken und Kissen polstern. Versuche, deine Hebamme oder die Ambulanz zu erreichen. Sie können dir per Telefon Anweisungen geben.

4 Wenn das Baby bei dir zu Hause oder im Auto auf die Welt kommt, solltest du es schnell auf deinen nackten Oberkörper legen und mit einer Decke, einem Handtuch oder einem Pullover zudecken. Die Nabelschnur musst du nicht durchtrennen. Das kann später der Arzt oder die Hebamme machen.

5 Falls es zu einer Sturzgeburt gekommen ist, muss dein Baby möglichst schnell untersucht werden, damit mögliche Verletzungen rechtzeitig erkannt werden.

Diese Komplikationen gibt es bei Sturzgeburten

Während einer Sturzgeburt haben die meisten Gebärenden starke Schmerzen oder sogar Wehenstürme. Die Schnelligkeit des Geburtsvorgangs kann im schlimmsten Fall zu Verletzungen im Geburtskanal und Beckenboden führen.

Dein Baby kann während der Sturzgeburt schlimmstenfalls Sauerstoffmangel oder Hirnblutungen erleiden. Dies geschieht durch die mangelnde Druckanpassung im Geburtskanal während der Austreibungsphase. Auch kann die Nabelschnur abreissen. Falls das Baby nicht aufgefangen wird, können Verletzungen am Rumpf, an den Armen oder den Beinen passieren.