Sichere Anzeichen der Geburt: Geht es jetzt los?

In den letzten Schwangerschaftswochen beschäftigt Sie wahrscheinlich vor allem eines: Wann geht es los mit der Geburt? Besonders beim ersten Kind können Sie unsicher sein. Regelmässige Wehen oder ein Blasensprung sind eindeutige Anzeichen auf die baldige Geburt.

Sind das jetzt Wehen? Die Anzeichen der Geburt sind nicht immer eindeutig.

Baby, wann kommst du? Besonders in der ersten Schwangerschaft kann es schwierig sein, die ersten Geburtsanzeichen zu erkennen. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

Je näher der Geburtstermin rückt, umso ungeduldiger werden die meisten Frauen. Wahrscheinlich wird Ihr dicker Bauch immer unbequemer und Sie möchten endlich Ihr Baby kennenlernen. In die Ungeduld mischen sich aber eventuell auch Ängste vor der Geburt und Unsicherheit, wann es denn nun tatsächlich mit der Geburt losgeht. In den Wochen, Tagen und Stunden vor der Geburt verdichten sich die Anzeichen, dass es bald passiert. Wir helfen Ihnen dabei, die Zeichen zu erkennen. Und keine Sorge: Dass ein Baby auf dem Weg ins Spital geboren wird, weil die werdenden Eltern zu spät zu Hause losgefahren sind, kommt wirklich nur sehr selten vor.

Bald geht es los: die ersten Anzeichen einer Geburt

In den Wochen vor der Geburt gibt es bereits einige Zeichen, dass es nun nicht mehr lange dauert. Allerdings heissen diese ersten Anzeichen noch nicht zwingend, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.

Senkwehen – Diese Wehen treten meist ab der 36. Schwangerschaftswoche auf und sind bei manchen Frauen schon recht unangenehm, weshalb sie gerade in der ersten Schwangerschaft gelegentlich mit richtigen Wehen verwechselt werden. Dabei sinkt der Bauch sichtlich nach unten und das Baby rutscht ins Becken. Der Druck auf die Blase nimmt nun zu, während der Druck auf die oberen Organe nachlässt und Sie jetzt vielleicht wieder besser atmen können. 

Kindsbewegungen – Eventuell wird Ihnen auffallen, dass Sie Ihr Kind in den Tagen vor der Geburt weniger spüren. Das liegt zum einen daran, dass es nun weniger Platz für Strampelübungen hat. Es sammelt aber auch Kraft für die bevorstehende Geburt. Falls Sie allerdings gar keine oder nur extrem wenige Bewegungen spüren, sollten Sie vorsichtshalber Ihren Arzt oder Ihre Hebamme kontaktieren.

Schleimpfropfen – Ein weiteres Zeichen, dass es in den nächsten Tagen oder Stunden losgeht, ist der Abgang des Schleimpfropfens. Dieser verschliesst in der Schwangerschaft die Gebärmutter. Manche Frauen bemerken vor der Geburt einen Abgang von Schleim, der mit Blut gemischt sein kann. Dies kann auch über mehrere Tage passieren. Falls es nach dem sogenannten «Zeichnen» doch noch einige Tage dauert, bis es mit der Geburt losgeht, sollten Sie Aktivitäten meiden, bei denen es viele Bakterien gibt, wie zum Beispiel schwimmen.

Sind das jetzt die richtigen Wehen?

Das eindeutigste Anzeichen, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht bzw. dass Sie sich bereits in der ersten Geburtsphase befinden, sind natürlich die Wehen. Die sogenannten Eröffnungswehen sind regelmässig und werden immer stärker. Wie genau sich die Wehen anfühlen, beschreibt jede Frau anders. Für manche ist es wie ein heftiger Menstruationsschmerz, manche empfinden eine Wehe als ein festes Band, das sich um den Bauch legt und wieder andere spüren die Wehen hauptsächlich im Rücken.

Woran erkennen Sie nun, ob es sich um Senkwehen oder Geburtswehen handelt? Die «richtigen» Wehen sind stärker und schmerzhafter als die Senkwehen. Aber natürlich haben Sie keine Vergleichsmöglichkeiten, wenn es sich um Ihre erste Schwangerschaft handelt. Ausserdem empfindet jede Frau Schmerzen anders. Sicherer ist es da, die Zeit zu stoppen, die eine Wehe dauert. Geburtswehen kommen in regelmässigen Abständen und dauern mindestens eine Minute, wobei die Abstände immer kürzer werden. Wenn die Wehen ziemlich regelmässig im Zehnminutenabstand auftreten, sollten Sie Ihre Hebamme anrufen oder sich auf den Weg ins Spital machen.

Wenn die Wehen unregelmässig kommen und Sie sich zunächst unsicher sind, ob es sich um Vorwehen oder Geburtswehen handelt, sollten Sie ein entspannendes Bad nehmen. Vor- oder Senkwehen verschwinden im warmen Wasser, Geburtswehen werden in der Regel stärker.

Blasensprung

Für manche Frauen beginnt die Geburt auch mit dem Blasensprung, auch bekannt als das Platzen der Fruchtblase. Bei diesem Anzeichen der Geburt werden Sie bemerken, dass Ihnen eine meist geruchlose und farblose Flüssigkeit aus der Scheide fliesst. Im Unterschied zum Urin können Sie diese Flüssigkeit nicht halten. Die Menge des Fruchtwassers die abgeht, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Es können entweder ein paar Tropfen sein oder auch ein ganzer Schwall. Achten Sie bei der Flüssigkeit darauf, ob sie eventuell verfärbt ist und lassen Sie dies Ihre Geburtshelfer wissen. Eine gelbliche, bräunliche oder grünliche Farbe kann eventuell auf eine Infektion oder Stress des Babys hindeuten.

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Fruchtblase geplatzt ist, sollten Sie mit Ihrer Hebamme oder dem Spital Kontakt aufnehmen, auch wenn Sie noch keine Wehen haben. Nach dem Blasensprung steigt die Infektionsgefahr für Ihr Baby und deshalb muss die Geburt unter Umständen künstlich auf den Weg gebracht werden. Sie sollten ausserdem nach dem Abgang des Fruchtwassers eine liegende Position einnehmen, bis Sie im Spital ankommen, da sonst die Gefahr eines Nabelschnurvorfalls besteht. Dabei rutscht die Nabelschnur vor den Kopf des Babys. Dies kann allerdings nur passieren, wenn der Kopf des Babys noch nicht ganz im Becken ist – bei den meisten Schwangerschaften ist dies allerdings kurz vor der Geburt bereits der Fall.

Der Geburtstermin

Natürlich haben Sie beim Warten auf die Geburt Ihren Geburtstermin im Kopf. An dem Tag geht es allerdings bei den wenigsten Frauen auch tatsächlich mit der Geburt los: Laut dem Statistischen Bundesamt kommen nur circa 4 Prozent aller Neugeborenen am Geburtstermin zur Welt. Zwei Drittel der Kinder erblicken in den 10 Tagen davor oder danach das Licht der Welt. Der Rest verteilt sich auf Frühgeburten, vorzeitige Geburten oder Babys, die mit mehr als 10 Tagen Verspätung geboren werden.

Woran haben Sie erkannt, dass es bald mit der Geburt losgeht? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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