Progesteron: Sexualhormon steuert die Schwangerschaft

Progesteron, das Gelbkörperhormon, ist ein Sexualhormon, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Das Hormon ist essenziell für den Eintritt und den Erhalt einer Schwangerschaft.

Progesteron wird für den Erhalt einer Schwangerschaft benötigt.

Das Hormon Progesteron ist für den Eintritt und Erhalt einer Schwangerschaft unverzichtbar. Foto: South_agency, iStock, Thinkstock

Progesteron ist ein Hormon, das zur Gruppe der Gestagene gehört und im Eierstock gebildet wird. Es zählt zu den weiblichen Geschlechtshormonen und spielt eine wichtige Rolle beim Eintritt einer Schwangerschaft. Gemeinsam mit dem Östrogen reguliert es den weiblichen Zyklus. Der Rückgang des Progesteronspiegels in den Wechseljahren kann zu typischen Beschwerden wie Schlafstörungen oder Gereiztheit führen.  Auch wenn man bei Progesteronwerten in erster Linie an Frauen denkt: Männer produzieren ebenfalls geringere Mengen in der Nebennierenrinde und den Hoden. Bei ihnen sorgt das Hormon unter anderem für eine gute Beweglichkeit der Spermien.

Aufgabe des Progesterons während der Schwangerschaft

Die Produktion des Progesterons findet vor allem in der zweiten Zyklushälfte der Frau statt und sorgt für einen verstärkten Aufbau und eine gute Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut. Tritt keine Schwangerschaft ein, sinkt der Spiegel wieder, sodass es zur Menstruationsblutung kommt. Ist eine Frau schwanger, bildet sich der Follikel zum Gelbkörper (Corpus luteum) um. Der Gelbkörper produziert zunehmende Mengen des Progesterons, auch Gelbkörperhormon genannt und sorgt dadurch für eine Aufrechterhaltung der Schwangerschaft. In der siebten bis zwölften Schwangerschaftswoche übernimmt die Plazenta zunächst teilweise, dann vollständig die Progesteronproduktion.

Progesteron: Normale Werte

In der ersten Zyklushälfte einer Frau liegt der Progesteronspiegel niedrig, meist unter 1 µg/l. Nach dem Eisprung steigt er auf 3 bis 25 µg/l (Mikrogramm pro Liter) an. Liegt eine Schwangerschaft vor, erhöht sich die Progesteronkonzentration stark:

Erstes Drittel: 11,2 bis 90,0 µg/l

Zweites Drittel: 25,6 bis 89,4 µg/l

Letztes Drittel: 48,4 bis 422,5 µg/l

Diese Normwerte können je nach Bestimmungsmethode im Labor abweichen. Es sollte immer ein Arzt die Werte interpretieren. Nach den Wechseljahren liegt der Progesteronspiegel durchgängig unterhalb von 1,0 µg/l.

Zusammenspiel der Hormone in der Schwangerschaft

Im Monatszyklus der Frau und in allen Phasen einer Schwangerschaft wirkt eine Reihe von Hormonen zusammen. Östrogene, Gestagene (zu denen das Progesteron gehört) und Humanes Choriongonadotropin (hCG) sorgen in der Schwangerschaft für einen normalen Ablauf. Geringe Mengen des männlichen Sexualhormons Testosteron werden auch bei Frauen gebildet und wirken steuernd auf andere Hormone und Stoffwechselvorgänge ein. Zu hohe Testosteronspiegel können jedoch den Eintritt einer Schwangerschaft verzögern, da sie zu Störungen der Eizellreifung und unregelmässigen Monatsblutungen führen können. Das Schwangerschaftshormon hCG wird nach der Einnistung produziert und regt die Progesteronproduktion an. In der Schwangerschaft steigen die Östrogenwerte stark an. Östrogene sorgen für eine gute Durchblutung und Zellteilung in der Gebärmutter und bereiten die Brüste auf die Milchbildung vor.

Links zum Thema Progesteron

Die Schweizer Seite www.embryology.ch liefert Hintergrundinformationen zum Einfluss der Hormone in der Schwangerschaft und zum Verlauf der Hormonkonzentrationen im Monatszyklus.

Die Universitäts-Frauenklinik Basel bietet ein Skript für tiefergehend Interessierte.

 

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