8 Sommeraktivitäten, die Sie mit der Familie ausprobieren sollten

Der Sommer hat viel zu bieten! Vor allem Familien, die in den Ferien zu Hause bleiben, sind offen für neue und witzige Sommeraktivitäten. Lassen Sie sich von unseren acht Vorschlägen inspirieren.

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Sommeraktivitäten: Stand up Paddle

Beim Stand up Paddling stehen Sie auf einem festen Brett und bewegen sich mit einem Paddel übers Wasser. Grössere Kinder können bereits allein das Paddel schwingen, kleinere machen es sich vorne auf dem Brett der Eltern gemütlich.

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1. Stand up Paddle lernen

Stand up Paddling (SUP) liegt bei den Sommeraktivitäten voll im Trend. Doch ist es so leicht, wie es aussieht? Und wie geeignet ist diese Sportart für Kinder? Bevor man sich eine mehrere hundert Franken teuere Ausrüstung anschafft, empfiehlt sich das Testen an einer Mietstation. Damit die Kinder auch Spass daran haben, sollte man darauf achten, dass die Verleihstation spezielle Kinderbretter und -paddles anbietet. Denn Kinder haben weniger Kraft als Erwachsene, was das Fahren auf einem normalen Brett schwierig macht.

Ein wichtiger Aspekt bei allen Wassersportarten ist für Eltern die Sicherheit. Das Stand up Paddle-Magazin «Standup-Pages.ch» empfiehlt, dass man Kinder erst dann mit auf eine SUP-Tour nimmt, wenn sie selbst schwimmen können. Zwar müssen Stand up-Paddler laut Gesetz lediglich ab 300 Metern Entfernung zum Ufer eine Schwimmweste (mindestens 50 Newton Auftrieb) zu tragen. Zur Sicherheit sollten Kinder aber immer eine Schwimm- oder Rettungsweste tragen.

Bewegt man sich auf dem See, begegnet man vereinzelt SUPlern, die mit einer «Leine» mit dem Brett verbunden sind. Die Autoren des Magazins «Standup-Pages» empfehlen, bei Kindern auf eine solche Befestigung zu verzichten, solange man sich in Ufernähe bewegt. Denn es besteht die Gefahr, dass sich das Kind verheddert und unter Wasser gefangen ist. Begibt man sich mit dem SUP aufs Meer, sei ein Anbinden wegen des Wellengangs hingegen ratsam. Von SUP-Touren auf Flüssen raten die Profis wegen möglicher Stromschnellen übrigens ab.

Die Mietpreise für ein Stand up Paddle bewegen sich zwischen 20 bis 40 Franken pro Stunde und Board. Wer einen Kurs dazu buchen will, muss mit Kosten von 50 bis 70 Franken pro Person rechnen. Oft lohnt es sich, die Anbieter nach speziellen Familienkursen anzufragen und so einen Rabatt herauszuholen.

2. Auf einer Seilrutsche den Berg runter sausen

Diese Sommeraktivität eignet sich nur für Menschen mit starken Nerven. Der Sternensauser ist mit 2,3 Kilometern die längste Seilrutsche der Welt. Sie befindet sich in Unteriberg im Kanton Schwyz. In maximal 80 Metern Höhe rasen Sie mit bis zu 120 Stundenkilometern von der Bergstation Sesselbahn Sternen hinunter zur Fuederegg und anschliessend zur Talstation Sesselbahn Sternen. Hier dürfen Kinder ab dem neuten Geburtstag und einer Körperhöhe von 1.30 Metern rutschen.

Auch im Vallée des Tyroliennes – auch Tal der Seilrutschen genannt – in den Freiburger Voralpen kann man Seilrutschen. Das Besondere hier: Auf insgesamt 11 Seilrutschen führen von der Bergstation Vounetz zur Mittelstation. Wie die Betreiber auf ihrer Webseite schreiben, ist man hier über zwei Stunden zu Fuss oder auf einer Seilrutsche unterwegs. Zur Sicherheit müssen in diesem Freizeitpark alle Teilnehmer vorgängig eine Instruktion besuchen. Zudem sind die Besucher aufgefordert, zum Rutschen Wanderschuhe zu tragen.

Auch auf der Jungfrau steht eine Art Seilrutsche: Der First Flieger. Im Unterschied zu den obigen Seilrutschen, wo man mit einem Klettergurt gesichert ist und auf einer Seilrolle ins Tal braust, sitzt man auf der Anlage auf der Jungfrau in einer Art Sessel. Die Strecke ist rund 800 Meter lang und man fährt laut den Betreibern mit bis zu 84 Stundenkilometern talwärts.

Kleiner Wehrmutstropfen zum Spassfaktor: Ein Besuch auf diesen Seilrutschen ist relativ kostspielig. So kostet der Sternensauser 70 respektive 50 Franken (Kinder bis zum 16. Geburtstag). Etwas günstiger ist das Tal der Seilrutschen. Erwachsene bezahlen dort 39, Kinder bis 16 Jahre 36 Franken. Bei der First Flieger-Anlage haben Besucher die Wahl, ob sie per Bahn oder zu Fuss auf den Berg hochkommen möchten. Die einfache Talfahrt mit dem First Flieger (Aufstieg zu Fuss) kostet 29 Franken, die Hoch- und Runterfahrt kombiniert schlägt mit 74 Franken pro Erwachsenem zu Buche (mit Halbtax-Abo Fr. 52, Kinder zwischen 6-15 Jahren Fr. 45).

3. Wer wagt sich auf die schaukelnde Hängebrücke?

Die Drahtseile, an denen diese Brücken hängen, sind stark. Sind die Nerven, sie zu überqueren, ebenso kräftig? Eine der spektakulärsten Hängebrücken der Schweiz ist der Titlis Cliff Walk in der Zentralschweiz. Wer die Brücke überquert, kann in 3041 Metern Höhe immerhin 500 Meter in die Tiefe schauen. Europas höchstgelegene Hängebrücke, die nur einen Meter breit und dafür 100 Meter lang ist, verbindet die Aussichtsplattform am Südwandfenster mit der Bergstation des Gletscher-Sessellifts Ice Flyer. Die Anbieter bewerben das Erlebnis zwar als kostenlos (die Brücke darf gratis betreten werden), allerdings muss man tief in die Tasche greifen, um mit dem Bähnli auf den Berg zu kommen. Ein Ticket ab Engelberg und wieder zurück kostet für Erwachsene 92 Franken (Kinder 50 Prozent Ermässigung).

Etwas günstiger und eine ebenso tolle Aussicht hat der Peak Walk auf dem Glacier 3000 bei Gstaad. Die 107 Meter lange Hängebrücke verbindet zwei Gipfel miteinander und gibt den Blick frei auf das Matterhorn, das Mont Blanc-Massiv, sowie Eiger, Mönch und Jungfrau. Auch hier kann man die Brücke kostenlos betreten, die Preise für die Luftseilbahn bewegen sich zwischen 8 und 79 Franken (je nach gefahrener Strecke).

Eine tolle Alternative zu diesen beiden sehr touristischen Orten ist die Triftbrücke bei Innertkirchen (BE). Sie führt über die Triftschlucht und das gleichnamige Gletschertal. Hier sind aber gutes Schuhwerk und  gute Trittsicherheit gefordert. Mit der Triftbahn können Besucher ab Schwendi bis zur Bergstation Underi Trift fahren. Von dort führt ein Fussweg bis zur Brücke. Geübte Wanderer können die schnellere Route über den «Ketteliweg« (Schwierigkeitsgrad T3) wählen und sind in 30 Minuten bei der Brücke. Für Familien steht ein gemütlicherer Pfad mit dem Schwierigkeitsgrad T2 verfügbar. Die Kosten für die Triftbahn sind mit 24 Franken für Erwachsene, respektive 10 Franken für Kinder überschaubar.

4. Trottinett fahren

Sicher sind viele Jahre vergangen, seitdem Sie das letzte Mal Trottinett gefahren sind. Höchste Zeit also, dieses Gefühl aus der Kindheit wieder aufleben zu lassen und mit einem Familienausflug verbinden. Seit einigen Jahren kann man von vielen Bergen in der Schweiz mit dem Trottinett runtersausen, so etwa Scuol, Arosa oder auch Leukerbad und Zweisimmen. In Arosa kostet die Miete inklusive Helm für Erwachsene 18 Franken, für Kinder 15. Kinder unter zwölf Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen ein Trottinett ausleihen.

In Leukerbad kann man Monstertrottinetts mieten: das sind Tretroller, die besonders breite Reifen und mehr Profil an den Reifen haben. Auch hier ist ein Helm Pflicht. Die Kosten für eine Fahrt (ohne Bahnfahrt) betragen 15 Franken für Ewachsene und 12 für Kinder. Zur Sicherheit sind alle diese Trottinetts mit Bremsen ausgestattet. Angaben zu einer Altersmindestbeschränkung machen die meisten Verleihstationen nicht.

Bei Kindern sehr beliebt sind auch sogenannte Mountaincarts: Dank tiefem Schwerpunkt und einem breiten Radstand ist mit diesen Gefährten der Spass vorprogrammiert. In Savognin können Kinder ab 10 Jahren wie Super Mario den Berg runterdüsen (Helm tragen ist obligatorisch). Die Kosten für eine Fahrt, inklusive Bergbahnticket, belaufen sich für Kinder auf 20 Franken, Erwachsene zahlen 29.

5. Eselwanderung

Eine Wanderung mit Eseln oder Lamas ist ein aussergewöhnliches Erlebnis, das der ganzen Familie sicher lange in Erinnerung bleibt. Bei Eselmüller in Grasswil (BE) geht eine Wanderung im gemütlichen Tempo durch die vielfältige Landschaft des Oberaargaus mit Blick auf die ganze Jurakette. Die Kinder können dabei abwechselnd auf einem Esel reiten, während die anderen Tiere das Gepäck tragen, unter anderem Leckereien für ein Picknick unterwegs. Eine Eselwanderung kostet pro Person 40 Franken. Die Teilnehmer sollten geschlossene Schuhe tragen und dem Wetter entsprechende Kleider mitnehmen.

6. Pedalo fahren

Pedalo fahren ist der Dauerbrenner auf vielen Schweizer Seen. Kindern macht es Spass, selbst zu treten und das Boot mal an ein Ufer, dann mitten auf den See zu steuern. In der Schweiz gilt ab 300 Metern Abstand zum Ufer eine Schwimmwestenpflicht. Das heisst, dass sie für Erwachsene auf allen Gefährten in Griffnähe sein müssen. Für Kinder bis 12 Jahre gilt sogar eine Tragepflicht.

7. Kanu fahren

Kindern wird es im Kanu nicht langweilig. Mal plätschert der Fluss ruhig vor sich hin, dann fliesst es schneller, bevor Stromschnellen für Paddel-Herausforderungen sorgen. An der Anlegestelle lässt es sich dann ausruhen. Viele Verleiher bieten auch mehrträgige Touren mit Übernachtung auf einem Campingplatz an, zum Beispiel auf der Thur und einem Stück des Rheins von Frauenfeld nach Flaach. Beim Veranstalter Trango sind für Erwachsene 250 Franken und für Kinder 180 Franken zu bezahlen.

8. Die Bergwelt barfuss erkunden

Was für kleine Kinder oft noch selbstverständlich ist, bereitet vielen Erwachsenen Mühe: Das Barfussgehen auf verschiedenen Untergründen. Hier piekst ein spitziger Stein, dort könnten die Füsse im Morast dreckig werden und etwas weiter läuft man auf der Blumenwiese Gefahr, auf ein Bienchen zu treten und einen schmerzhaften Stich einzufangen. Kurz gesagt, die Schuhe sind oft schnell wieder angezogen. Warum sich also nicht mal bewusst auf das Abenteuer barfuss gehen einlassen und den Füssen im wahrsten Sinne des Wortes Auslauf gewähren?

Eine der Vorreiterinnen in der Schweiz auf diesem Gebiet ist Esther Bürgi. Sie eröffnete 2007 in Innertkirchen im berner oberläner Haslital den ersten Barfusswanderweg der Schweiz. Sie ist überzeugt, dass das Barfuss gehen nur Vorteile hat: «Barfusswandern beugt Fussschäden vor, verbessert unsere motorischen Fähigkeiten, und kräftigt Muskeln, Bänder und Gelenke», sagte sie in einem Interview mit dem deutschen Magazin «Geo».

In der Schweiz gibt es mittlerweile unzählige Barfusswanderwege: vom spezifischen Kneipp-Weg über einen Achtsamkeitsgarten in Rheinfelden bis zum Barfusspfad «Le Pied total» im freiburgischen Villarimboud, der wegen einem nach Schokolade duftenden Geranium am Wegrand weit über den Distrikt Glane hinaus bekannt ist, kann man diese spezielle Gangart fast in jeder Region ausprobieren. Esther Bürgi selbst führt Wandergruppen auf dem Barfusswanderweg bei Innertkirchen in die Geheimnisse des Gehens mit nackten Füssen ein. Als einer der längsten Barfusswanderwege der Schweiz gilt der Barfusspfad in Rebeuvelier. Der zwei Kilometer lange Pfad im Jura führt über unterschiedlichen Materialien wie Stroh, Steine, Kork oder Tannenzapfen. Der Pfad eignet sich für Kinder ab vier Jahren.

Ein Geheimtipp in der Ostschweiz ist der Barfuss- und Panoramaweg auf dem Nollen in Wuppenau (TG). Während vier Jahren hat eine Gruppe des Waldvereins Wuppenau am Pfad gearbeitet. Auf dem Nollen hat man einen herrlichen Blick auf den Säntis und die Churfirsten, aber auch Bodensee und Vorarlberger Alpen scheinen zum Greifen nah. Auf vier von sieben Kilometern kann man hier barfuss gehen.

Sonnenschutz nicht vergessen

Bei all diesen Aktivitäten im Freien sollten Sie den Sonnenschutz nicht vergessen. Gerade auf dem Wasser sind Sonnencreme, Sonnenhut und Sonnenbrille unerlässlich. Denn durch die Wasserspiegelung wird die Sonneneinstrahlung noch verstärkt und man holt sich rasch einen Sonnenbrand. Es empfiehlt sich zudem, Kindern UV-Badekleider anzuziehen. Diese schützen die Haut besser als die stärkste Sonnencreme. Weitere Tipps, wie man Kinder am und im Wasser richtig vor der Sonne schützt, gibt es hier.

Autor: Sigrid Schulze, aktualisiert von Chantal Hebeisen, im Juli 2017

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