Wandern mit Kindern im Tessin: Verzascatal

Wackelige Hängebrücken, gfürchige Wolfsfallen und ein ehemaliges Felssturzgebiet: Das tessiner Verzascatal bietet alles, womit man bei Kindern die Leidenschaft fürs Wandern entfachen kann.

Im Naturparadies Verzascatal gibt es für Kinder viel zu entdecken.

Im Naturparadies Verzascatal gibt es für Kinder viel zu entdecken. (Bild: Luca Mascaro/Flickr)

Wir stellen Ihnen eine zweitägige Bergwanderung im Tessin mit geringem Schwierigkeitsgrad vor. Sie eignet sich besonders gut für Wanderanfänger, die im Frühling oder Herbst das Tessin entdecken wollen. Sie können die Wanderung auch auf zwei nicht hintereinander folgende Tage aufteilen.

1. Tag: Vom Talabschluss zum Bergsturz

Die Wanderung startet in Sonogno (918 Meter über Meer), das man vom Bahnhof Tenero direkt mit dem Postauto erreichen kann. Gehen Sie mit Ihren Kindern am Hauptplatz vorbei zur Kirche und hinunter zum Fussballplatz, wo Sie auf einer Brücke die Redòrta überqueren können. Folgen Sie auf der anderen Uferseite dem Wanderweg bis zur Einmündung der Verzasca und über einige Zugangsflüssschen bis zur grossen Hängebrücke bei Frasco. Achtung: Hier sollten Kinder nicht rennen, denn dann wackelt die Brücke so richtig! Sind Ihre Kinder mutig genug?

Auf der gleichen Flussseite gelangen Sie über verschiedene Wege zur Strassenbrücke. Wechseln Sie nun auf die andere Seite der Verzasca und wandern Sie dem Ufer entlang talwärts bis zum verlassenen Weiler Cordasc. Kommt langsam der Hunger? Am Ufer befinden sich viele Picknickplätze, an denen man eine erste Pause machen kann. Das Tessin bietet eine vielfältige Pflanzen- und Naturwelt, die sich ideal für kleine Entdecker eignet. Suchen Sie mit Ihren Kindern im Herbst doch nach Kastanien und machen mit Sackmesser und kleinen Steckchen Kastanientiere.

Wolfsfallen wurden früher im Tessin oft benötigt

Bei Wolfsfallen wie dieser hatte der Wolf keine Chance. Foto: Heinz-Eberhard Boden - Flickr

Nach Lorentino geht es über den Riale di Costoregna und nach Alnasca. Nun wird der Talboden immer breiter bis schliesslich Brione in Sicht kommt. Schauen Sie sich mit Ihren Kindern unbedingt die Lüera an, eine noch heute erhaltene Wolfsfalle. Da in frühen Jahrhunderten zahlreiche Schafe und Ziegen gerissen wurden, bauten die Bauern Fallen mit lebendigen Ködern, welche die Wölfe anlocken sollten. Bei den Fallen handelte sich dabei um Löcher, in welche der Wolf hineinfiel, aber nicht mehr hinauskam. Für eine Pfote des Schafreissers konnte sich der Bauer eine Belohnung holen.

Kurz vor der Brücke nach Piee befindet sich einer der schönsten Badeplätze im Verzascatal. Legen Sie eine kurze Pause ein und lassen Sie Ihre Kinder die Füsse ins Wasser halten. Natürlich können Sie auch baden, das Wasser ist jedoch das ganze Jahr ziemlich kalt! In Piee reservieren Sie sich am besten ein Hotel oder eine Herberge zur Übernachtung.

Wenn Ihnen vor oder nach dem Nachtessen noch etwas Zeit bleibt, sollten Sie unbedingt eine Rundtour durch den Ganòm, ein immenses Felssturzgebiet, machen. Wandern Sie mit Ihrer Familie einige Meter in Richtung Brione. Dort finden Sie schnell einen Wegweiser, der nach Pianesc zeigt. Wenn Sie am Sendemast vorbeigehen, erreichen Sie bald die Häuser von Pianesc. Laufen Sie über die Wiese südwärts bis der Weg nach einer Linkskurve zur Ringmauer und zum Tor von Biasada führt. Von da aus gibt es einen direkten Weg zurück nach Piee.

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