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Das Baby pflegen: Tipps zu Windeln wickeln und baden

Das Baby ist da und mit ihm viel elterliche Unsicherheit: Wie muss ich das Kleine baden? Wie schneide ich die winzigen Fingernägel? Wie behandle ich den wunden Po und wickel die Windeln richtig? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Baby von Kopf bis Fuss pflegen.

Das Baby pflegen

Ein Baby das richtig gepflegt wird, fühlt sich wohl. Foto: iStock, Thinkstock

Das Baby wickeln

Windeln sind nicht gleich Windeln. Das werden Sie spätestens am Windelregal feststellen. Da eine Entscheidung zu treffen, ist nicht leicht. Ob die Werbeslogans auf der Packung halten, was sie versprechen, zeigt am Ende nur der Praxistext. «Jede gängige Windel, die in der Schweiz gekauft werden kann, ist vom Produkt her gut. Jedoch ist jede Marke etwas anders geschnitten. Darum gilt es ausprobieren, was zum Kind passt. Die teureren Produkte mögen etwas besser abdichten», meint Mütterberaterin Marlise Vonrüti von der Mütter- und Väterberatung im Kanton Bern.

Im Durchschnitt wickeln Eltern ihr Kind 6000-mal, bis es letztlich trocken ist. Ein Kind verbraucht also 6000 Windeln, dieser Berg macht der Umwelt zu schaffen und hinterlässt Spuren im elterlichen Geldbeutel. So stellen sich manche Eltern die Frage, ob Stoffwindeln die bessere Alternative für die Öko-Bilanz und den Kontostand sind, als die gängigen Wegwerfwindeln. Der Moderator des Forums Kinder und Familie von oekotest.de erklärt in dem Beitrag «Einweg- oder Stoffwindeln»:

«Ungefähr 90 Prozent der Eltern entscheiden sich für Einwegwindeln. Doch wer mit Pampers und Co. wickelt, weiss auch, wie schnell sich die Mülltonne füllt. Stoffwindeln müssen dagegen gewaschen und meist aufwendig gefaltet werden. In der Öko-Bilanz halten sich beide Systeme in etwa die Waage.»

Wegwerfwindeln verbrauchen Holz, Energie und Wasser in der Herstellung. Zudem belasten sie die Müllentsorgung. Pro Wickelkind entstehe ein Windelmüllberg von rund 2.500 Litern Volumen oder 2,5 Kubikmetern (m³) Windelmüll, so der Moderator weiter, das sei ein gigantischer Abfallberg, bei dem sich nichts recyceln liesse.

Stoffwindeln verbrauchen weniger Ressourcen in der Herstellung, weil sie langlebiger sind und wieder verwendet werden, sie ergeben zudem weniger Müll. Da sie aber gewaschen werden müssen, kosten sie mehr Energie, Wasser und Waschmittel.

«Eine unabhängig erstellte Öko-Bilanz gibt es laut Umweltbundesamt noch nicht. Wer sich vor der Geburt noch nicht entschliessen kann, sollte sicherheitshalber eine Packung kleine Wegwerfwindeln besorgen und die Stoffwindeln im Bekanntenkreis ausleihen. Manche Hersteller von Stoffwindeln geben eine Geld-zurück-Garantie, sodass man zumindest ein Modell ausprobieren kann», so der Tipp des Moderators.

So wickeln Sie Ihr Baby

Die Mütterberaterin rät: «Beim Windeln wechseln soll das Fudi mit Wasser gereinigt werden und anschliessend gut trocken getupft werden. Bei gesunder Haut sind keine speziellen Salben und Puder nötig. Feuchttüchlein sind praktisch für unterwegs, sollten jedoch zu Hause nur sparsam benutzt werden.» Ausserdem sollte das Baby nie allein auf der Wickelkommode liegen gelassen werden, da es sich abrupt drehen und so leicht auf den Boden fallen kann.

Wickeln bei Mädchen

Der wichtigste Tipp bei Mädchen ist: Von vorn nach hinten zu reinigen. Wie bei erwachsenen Frauen auch, können ansonsten Darmbakterien in die Scheide gelangen und unter anderem Blasenentzündungen verursachen.

Da sich häufig in den äusseren Schamlippen Stuhlgangreste oder andere Ablagerungen befinden, sollte diese Region vorsichtig mit einem feuchten Tuch gesäubert werden. Verwenden Sie keinesfalls ein Wattestäbchen.

Wickeln bei Buben

Wenn die Hose und der warme Body ausgezogen sind, kommt kalte Luft an den Penis. Diese stimuliert den Harndrang, deshalb beim Wickeln besser ein Stofftuch auf den Penis legen. Eltern sollten ihren Sohn nicht unter der Vorhaut säubern. Diese ist in der Regel noch fest mit der Eichel verklebt, ein Zurückziehen kann zu Rissen oder Verletzungen führen. In der nächsten Zeit wird das Kleinkind mit seinem Penis spielen, so lösen sich Eichel und Vorhaut langsam automatisch voneinander ab. Wenn dies soweit ist, lagert sich das sogenannte Smegma darin ab. Smegma besteht aus Talg, Bakterien und Hautresten. Nun muss der Zwischenraum gereinigt werden, da sich ansonsten schnell eine Entzündung entwickelt.

Wunder Po

Bei wundem und entzündetem Babypo weiss die Ratgeber-Community gutefrage.de weiter

  • Den Babypo mit Muttermilch einreiben.
  • Palliativ-Creme aus der Apotheke auf die entzündeten Stellen reiben.
  • Das Kind an der frischen Luft strampeln lassen.
Das Baby einmal pro Woche zu baden, ist ausreichend.

Ein Bad pro Woche reicht für die Pflege der Babyhaut.

Ist der Nabel des Babys erstmals abgeheilt, steht dem Badevergnügen nichts mehr im Weg. Die meisten Neugeborenen lernen nach der ersten Skepsis das warme Wasser zu lieben und geniessen die Minuten darin. Mütterberaterin Marlise Vonrüti rät: «Babys Haut ist zart, dünn und wohlriechend, es braucht keine speziellen Zusätze. Aus hygienischer Sicht reicht ein Bad pro Woche. Wenn die Haut sehr trocken ist, können Sie einen Gutsch Muttermilch oder einen Löffel reines Pflanzenöl beigeben. Wickeln und Baden sind viel bedeutender, um nur als ein hygienischer Vorgang angesehen zu werden. Nehmen Sie sich viel Zeit für plaudern, kuscheln und massieren, dabei lernt das Kind seinen Körper wahrzunehmen.» Und natürlich sind diese intensiven Momente mit viel Körperkontakt Balsam für die Eltern und das Kind.

Tipp: Die Babywanne sollte bis zur Hälfte mit warmem Wasser gefüllt werden. Die optimale Temperatur liegt bei 37 Grad Celsius. Prüfen Sie die Temperatur sicherheitshalber mit einem Badethermometer nach. Sie sollten bereits vor Beginn der Badezeremonie alle Utensilien bereitlegen. Die frische Kleidung können Sie auf der Heizung vorwärmen, das ist besonders angenehm für Ihren kleinen Schatz. Über dem Wickeltisch kann ein Heizstrahler angebracht werden und zur Belustigung zusätzlich ein Mobile.

Dem Baby die Nägel schneiden

In den ersten sechs bis acht Wochen müssen die zarten Nägel meist noch nicht geschnitten werden, da diese noch sehr weich sind und aushärten müssen. Dann können die Nägel vorsichtig mit einem Nagelknipser gekürzt werden, Kanten und Ecken werden mit einer Sandblattfeile nachgebessert.

Später können Sie eine spezielle Babynagelschere verwenden. Diese sind sehr gut zu halten und haben abgerundete Ecken. Verwenden Sie nicht Ihre Nagelschere. Zieht Ihr Kind abrupt die Hand weg, können Sie es mit der Spitze verletzen. An den Händen werden die Nägel nach der natürlichen Biegung geschnitten, an den Zehen gerade schneiden. Die Nägel können sonst leicht einwachsen. Nägel schneiden ist nicht besonders beliebt, deshalb schneiden manche Mamis am liebsten, wenn ihr Kind schläft.