Gelbsucht bei Neugeborenen: Die wichtigsten Fakten

Viele Babys sind davon betroffen: Drei von fünf Neugeborenen leiden an Gelbsucht in den ersten Lebenswochen. Die Neugeborenengelbsucht ist in den allermeisten Fällen harmlos und vergeht von ganz allein wieder. Bei einem schwereren Verlauf wird jedoch eine Behandlung nötig.

Gelbsucht bei Neugeborenen tritt häufig auf.

Medizinische Hilfe benötigt ein Neugeborenes bei Gelbsucht nicht immer. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Bei der ganz normalen Neugeborenengelbsucht (auch physiologische Neugeborenengelbsucht) handelt es sich um keine Krankheit im eigentlichen Sinn – sie ist auch nicht ansteckend. Die gelbliche Hautfärbung ist vielmehr ein Ausdruck dafür, dass sich das Baby an die Welt ausserhalb des Mutterleibes gewöhnt und anpasst. Unterstützung und medizinische Hilfe benötigt das Baby dabei nur in seltenen Fällen.

Ursachen der Gelbsucht bei Neugeborenen

Vielleicht bemerken Sie am zweiten oder dritten Lebenstag Ihres Babys eine gelbliche Verfärbung der Haut. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob die Haut einen gelben Ton aufweist, ist dies besonders gut im Weissen des Auges oder auch am Zahnfleisch zu erkennen.

Hervorgerufen wird die Verfärbung durch einen erhöhten Wert von Bilirubin, einem gelben Gallenfarbstoff im Blut des Babys. Bilirubin entsteht beim Abbau von roten Blutkörperchen. Da Ihr Baby in Ihrem Bauch Sauerstoff durch das Blut aufgenommen hat, hatte es besonders viele rote Blutkörperchen. Nach der Geburt atmet es selbst und benötigt weniger rote Blutkörperchen, die nun abgebaut werden. Das überschüssige Bilirubin kann sich im Blut anreichern und in Haut und Schleimhäuten ablagern, was zu der typisch gelblichen Farbe führt.

In den allermeisten Fällen vergeht die Neugeborenengelbsucht von ganz allein wieder. In der Regel erlebt die Gelbfärbung um den fünften oder sechsten Tag ihren Höhepunkt und klingt dann nach zehn bis 14 Tagen ab. Ab jetzt ist die kindliche Leber imstande, das Bilirubin selbst abzubauen. Das erklärt auch, warum Frühgeborene mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent von Gelbsucht betroffen sind: Ihre Leber ist noch weniger ausgereift als die von Babys, die voll entwickelt zur Welt kommen. Bei allen anderen Neugeborenen sind immerhin noch 60 Prozent der Babys von Gelbsucht in den ersten Lebenstagen betroffen.

Wenn Sie eine gelbliche Hautfärbung bemerken, sollten Sie dies jedoch trotzdem Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt gegenüber erwähnen. Diese können darauf achten, dass sich die Bilirubinwerte nicht im gefährlichen Bereich bewegen. Falls ein längerer und schwererer Verlauf der Gelbsucht auftritt, kann Ihr Arzt zudem abklären, ob nicht vielleicht doch eine andere Ursache hinter der Neugeborenengelbsucht steckt, wie zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen, Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind oder Infektionen.

Therapie von Neugeborenengelbsucht

Wenn die Bilirubinwerte zu hoch sind, besteht die Gefahr, dass dies unbehandelt zu einer Schädigung des Gehirns führen kann. Ein dänisches Forscherteam um Rikke Damkjaer Maimburg von der Aarhus-Universität vermutet gar einen Zusammenhang zwischen schwerer Gelbsucht und psychologischen Entwicklungsstörungen wie Autismus.

Sollte Ihr Arzt feststellen, dass der Bilirubin-Grenzwert überschritten ist, wird er eine Licht- oder Phototherapie empfehlen. Dabei wird Ihr Baby mehrmals nur mit Windel und Schutzbrille mit einem blauen Licht bestrahlt. Sollte die Phototherapie nicht anschlagen, ist in seltenen Fällen ein Blutaustausch nötig.

Das können Sie daheim bei Gelbsucht tun

Bei den meisten Fällen von Neugeborenengelbsucht ist jedoch keine besondere Therapie nötig. Trotzdem gibt es einige Dinge, mit denen Sie Ihrem Baby daheim dabei helfen können, die Gelbsucht schnell zu überwinden. Dazu gehört zunächst Licht. Gehen Sie mit Ihrem Baby spazieren, damit es Tageslicht abbekommt. Das heisst natürlich nicht, dass Sie die empfindliche Haut Ihres Neugeborenen einem Sonnenbad aussetzen sollen. Können Sie nicht hinaus ins Freie, hilft es übrigens auch schon, wenn Sie Ihr Baby direkt ans helle Fenster legen.

Häufiges Stillen kann Ihrem Baby ebenfalls dabei helfen, das überschüssige Bilirubin abzubauen. Legen Sie Ihr Baby lange und oft an. Das regt die Darmtätigkeit an, was wiederum das Ausscheiden des Gallenfarbstoffes begünstigt. Eventuell sollten Sie Ihr Baby dazu wecken, denn Gelbsucht kann etwas schläfrig machen.

Ob mit oder ohne Ihre zusätzliche Hilfe: Nach ungefähr zwei Wochen wird die gelbliche Hautfarbe in den meisten Fällen der Vergangenheit angehören und Sie können sich nun an den rosa Bäckchen Ihres Babys erfreuen.

Symptome, bei denen Sie sofort den Arzt aufsuchen sollten

Meist ist die Neugeborenengelbsucht harmlos. Es gibt jedoch einige seltene Symptome, bei denen Sie schnell Ihren Arzt aufsuchen sollten, da die Gefahr besteht, dass sich das Bilirubin in bestimmten Gehirnbereichen ablagert:

  • Verminderte Aktivität und Schwäche des Babys (es trinkt wenig, gähnt häufig, ist sehr schläfrig)
  • Durchgestreckter Rücken in Verbindung mit schrillem Schreien, Krampfanfällen oder Atemnot

Ihr Neugeborenes hat oder hatte Gelbsucht? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen.

HiPP

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