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Kinderkrankheiten: Röteln, Mumps und Drei-Tage-Fieber

Schmerzt plötzlich der Hals und steigt das Fieber, handelt es sich bei Kindern nicht immer um eine grippale Infektion. Oft hat ein Virus das Kind erwischt. Wie Sie klassische Kinderkrankheiten wie Röteln, Mumps und Drei-Tage-Fieber erkennen und wann eine Impfung sinnvoll ist.

Kinderkrankheiten

Wenn die Kleinsten Fieber haben, kann auch mehr als ein grippaler Effekt dahinter stecken. Foto: Monkey Business, Thinkstock

Unter Kinderkrankheiten werden Infektionskrankheiten verstanden, die überwiegend im Kindesalter auftreten. Da das Immunsystem von Kindern noch nicht voll ausgebildet ist, sind die Kleinen anfällig für typische Kinderkrankheiten. Wir stellen die bekanntesten vor und zeigen, wie sie behandelt werden.  

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Harmlos: das Drei-Tage-Fieber

Ein Virus ist für das Drei-Tage-Fieber verantwortlich, an dem meist kleinere Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren erkranken. «Das Drei-Tage-Fieber ist eine harmlose Erkrankung, die ohne Komplikationen verläuft», schreibt Dr. med. Ursula Keicher in ihrem Ratgeber «Kinderkrankheiten. Schnell erkennen – gezielt behandeln». «Wegen des schnellen und plötzlichen Anstiegs der Körpertemperatur kann es beim Dreitagefieber lediglich in seltenen Fällen zu Fieberkrämpfen kommen.» Mehr zu Fieberkrämpfen.

Drei-Tage-Fieber: die Symptome

Erste Anzeichen beim Dreitagefieber sind kleine rote Flecke am Rumpf. Manchmal treten sie auch an den Armen und Beinen auf.

Drei-Tage-Fieber: der Krankheitsverlauf

Hohes Fieber plagt drei Tage lang das Kind. Danach tritt der für Dreitagefieber typische Ausschlag auf, der nach zwei bis drei Tagen wieder verschwindet.

Drei-Tage-Fieber: die Ansteckungsgefahr

Das Drei-Tage-Fieber ist drei Tage, bevor das Fieber beginnt, bis zum Auftreten des Ausschlags ansteckend. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Beginn des Drei-Tage-Fiebers vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen.

Drei-Tage-Fieber: die Behandlungsmöglichkeiten

In der Regel verordnet der Arzt beim Dreitagefieber Fieberzäpfchen. Wadenwickel können auch helfen, das hohe Fieber zu senken. Wichtig ist bei Fieber grundsätzlich, dem Kind reichlich zu trinken zu geben, da es durch die hohe Temperatur schnell viel Flüssigkeit verlieren kann.

Das hilft gegen Fieber.

Stark zurückgegangen: Röteln

Auch Röteln ist eine Virus-Erkrankung. Weil die Krankheit, wenn auch selten, eine Hirnhautentzündung auslösen kann und in der Schwangerschaft das ungeborene Kind gefährdet, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Impfung von Kindern gegen die Krankheit. In der Schweiz fallen auf 100.000 Einwohner sechs Infektionen pro Jahr. Ist Ihr Kind geimpft? Mehr Informationen finden Sie im Kasten am Ende des Artikels

Röteln: die Symptome

Der rote Hautausschlag ist kleinflächig – und damit ähnlich wie bei Scharlach. Oft vergrössern sich die Lymphknoten am Nacken und hinter den Ohren so, dass sie sich wie Perlen auf einer Perlenschnur anfühlen. Manchmal kann auch Fieber auftreten.

Röteln: die Ansteckungsgefahr

Kinder, die Röteln haben, sind eine Woche vor und eine Woche nach den ersten Symptomen ansteckend. Nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung zwei bis drei Wochen später.

Röteln: der Krankheitsverlauf

Röteln beginnt oft mit leichtem Husten und Schnupfen, manchmal auch mit einer Bindehautentzündung. Die geschwollen Lymphknoten schmerzen. Der Ausschlag ist zuerst hinter den Ohren zu sehen, bevor er sich auf dem Gesicht, dem Hals, an Armen und Beinen ausbreitet. Meistens juckt er nur wenig und geht bereits nach drei Tagen wieder zurück. Das Fieber bleibt oft im mittleren Bereich bei 38 bis 38,5 Grad Celsius.

Röteln: die Behandlungsmöglichkeiten

Röteln verursacht nur wenige Beschwerden. Eine besondere Behandlung der Krankheit ist daher nicht notwendig.

Oft unbemerkt: Ringelröteln

Zwar erinnert der Name der Krankheit an Röteln, Ringelröteln ist aber eine eigenständige, meist harmlose Infektion. «Circa 80 Prozent der Erwachsenen haben die Erkrankung als Kind durchgemacht», teilt der Schulärztliche Dienst St. Gallen mit. Wer an dieser Krankheit erkrankt, merkt es oft nicht.

Ringelröteln: die Symptome

Die Kinderkrankheit Ringelröteln wird meist gar nicht wahrgenommen. Wenn sie auffällt, wird sie an grossen, roten, symmetrischen Flecken an der Wange bemerkt, die oft von Husten und Schnupfen begleitet werden.

Ringelröteln: die Ansteckungsgefahr

«Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsbeginn variert zwischen vier und 14 Tagen», so der Schulärztliche Dienst St. Gallen. Die Infektion gilt in den Tagen, bevor der Ausschlag ausbricht, als ansteckend. Sobald die Hautflecken zu sehen sind, besteht kaum noch Ansteckungsgefahr.

Ringelröteln: der Krankheitsverlauf

Bis der Hautauschlag, der auf den Wangen und der Nase beginnt, völlig verschwunden ist, können mehrere Wochen vergehen. Aus den grossen, roten Flecken, die manchmal jucken, werden mit der Zeit blassrosa Ringe, die mal verschwinden, dann wieder auftauchen.

Ringelröteln: die Behandlungsmöglichkeiten

Die Kinderkrankheit Ringelröteln selbst kann nicht behandelt werden. Gegen Juckreiz hilf Lotio alba, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

Mumps

Mumps ist ein Virus, der zu einer schmerzhaften Schwellung der Speicheldrüsen führt. Die Kinderkankheit kann gefährliche Nachfolge-Erkrankungen nach sich ziehen: Eine Hodenentzündung kann bei Jungen in der Pubertät Unfruchtbarkeit auslösen. Weil darüber hinaus bei allen Kindern, die an Mumps erkranken, die Gefahr einer Hirnhautentzündung besteht, rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass Kinder gegen Mumps geimpft sind. Eine Impfung kann mögliche Komplikationen vermeiden. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 1.000 Mumps-Erkrankungen. Mehr Informationen zu der Impfung finden Sie im Kasten am Ende des Artikels.

Mumps: die Symptome

Schmerzhafte Schwellung vor dem Ohr, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Kauen und Öffnen des Mundes.

Mumps: die Ansteckungsgefahr

Ein Kind, das Mumps bekommt, hat sich in der Regel zwei bis drei Wochen vorher angesteckt. Ist ein Kind an Mumps erkrankt, kann es eine Woche vor der Drüsenschwellung und zwei Wochen danach andere Menschen anstecken.

Mumps: der Krankheitsverlauf

«Mumps beginnt meist mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und leichten Kopfschmerzen. Dann bildet sich vor einem Ohr eine harte, schmerzhafte Schwellung, die bis zum Kieferwinkel reicht», erklärt Dr. med. Ursula Keicher. «Einige Tage danach schwillt häufig auch die andere Wange an. Jede Kopfbewegung, das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken tun sehr weh.» Es dauert acht bis zehn Tage, bis die Beschwerden abklingen.

Mumps: die Behandlungsmöglichkeiten

Eine spezifische Therapie gegen das Mumps-Virus gibt es nicht. «Mit fiebersenkenden Medikamenten und Umschlägen können lediglich die Symptome gelindert werden», teilt das BAG mit. Da die Speicheldrüsen schmerzen, ist es sinnvoll, dem erkrankten Kind nur flüssige oder breiige Snacks anzubieten. Um die Speicheldrüsen zu schonen, sollte das Essen möglichst mild schmecken. Warme Kirschkernkissen auf den Wangen, mit einem Schal fixiert, lindern die Schmerzen dieser Kinderkrankheit.

Weiterführende Informationen zu den Kinderkrankheiten und Impfungen

  • Impfung gegen Masern, Röteln, Mumps
  • Ratgeber: Gesundheit für Kinder: Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln: Moderne Medizin - Naturheilverfahren – Selbsthilfe. Von Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler. Kösel-Verlag 2010.
  • Ratgeber: Kinderkrankheiten: Schnell erkennen gezielt behandeln (Alles, was man wissen muss). Von Ursula Keicher. Gräfe und Unzer 2011.
  • Das hilft gegen Fieber
  • Ratgeber: Kinder-Impfungen – eine Entscheidungshilfe. Konsumentenschutz Schweiz, 2018.