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Mittelohrentzündung: Wenn die Ohren schmerzen

Wenn Ihr Baby oder Kind unter Ohrenschmerzen leidet, wenn es fiebert und nachts schlecht schläft, steckt oft eine Entzündung der Ohren dahinter. Fast jedes Kind hat irgendwann eine akute Mittelohrentzündung. Richtig erkannt, lassen sich Mittelohrentzündungen jedoch gut behandeln.

Bei einer Mittelohrentzündung tun die Ohren weh

Das kindliche Ohr ist ein sehr sensibles Organ. Bei Schmerzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Foto: princessdlaf, E+, Getty Images Plus

Eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine schmerzhafte Angelegenheit für Ihr Kind. Ohrenentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Kinderzeit. Schuld an der Entzündung sind verschiedene Viren und Bakterien.

Meist leidet das Kind erst an einer Erkältung, bevor die Infektion im Nasen-Rachen-Raum dann oft plötzlich und intensiv in eine Mittelohrentzündung (Otitis media) umschlägt. Deshalb ist die nasskalte Jahreszeit auch die Hauptsaison für Ohrentzündungen.

Ohrenschmerzen – ein Symptom für Mittelohrentzündungen

Auf welche Symptome sollten Sie achten, falls Sie befürchten, dass Ihr Kind an einer Mittelohrentzündung (Otitis media) erkrankt ist? Kann Ihr Kind schon sprechen, wird es Sie auf Ohrenschmerzen aufmerksam machen. Meist werden diese als stark und pochend empfunden. Babys und Kleinkinder fassen sich wahrscheinlich oft an die Ohren.

Nachts sind die Schmerzen meist schlimmer und gerade Babys schreien häufig. Das zweite wichtige Symptom ist ein plötzlich auftretendes und hohes Fieber. Viele Kleinkinder sind zudem unruhig und reizbar. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich oft rapide und Ihr Kind wird sich wahrscheinlich schlapp und richtig krank fühlen.

Manche Kinder leiden unter Symptomen wie Erbrechen und Durchfall. Eventuell können Sie eine Schwellung hinter dem betroffenen Ohr erkennen.

Wirksame Behandlung von Mittelohrentzündung

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind unter eine Ohrenentzündung leidet, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen. Wird die Ohrenentzündung durch Bakterien hervorgerufen, kommt eine Behandlung mit Antibiotika in Frage. Bei einem viralen Infekt muss die Erkrankung mit anderen Mitteln gelindert werden.

Egal ob die Mittelohrentzündung (Otitis media) durch Bakterien oder Viren hervorgerufen wurde, in jedem Fall muss Ihr Kind, das unter Fieber leidet, zur Behandlung viel trinken. Besonders bei Babys besteht schnell die Gefahr der Austrocknung.

Wenn sich der Säugling nicht dagegen wehrt, können Eltern einen Zwiebelwickel auf das erkrankte Ohr legen. Schneiden Sie dazu eine halbe Zwiebel sehr fein und erhitzen Sie diese leicht in einem Topf. Geben Sie die Masse in ein Taschentuch, das Sie mit medizinischem Klebeband zukleben.

Legen Sie das Tuch nun auf das kranke Ohr und befestigen Sie es mit einem Kopftuch. Ein solcher Wickel wirkt entzündungshemmend. Allerdings nur, wenn kein Ausfluss aus den Ohren ausgetreten ist. Auch Rotlicht auf das betroffene Ohr ist eine gute Therapiemöglichkeit. Die Wärme wird von vielen Kindern als angenehm empfunden.

Während Ihr Kind an der Mittelohrentzündung leidet, sollte es nicht baden und keine Haare waschen, um Komplikationen zu vermeiden. Auch nach abgeklungener Entzündung sollten Eltern ihr Kind mit Ohrenschutz ausstatten, wenn sie ein Hallenbad besuchen.

Paracetamol-Zäpfchen und andere Schmerzmittel können das Fieber senken und die Schmerzen lindern, sollten den Arztbesuch aber natürlich nicht ersetzen. Denn eine akute Mittelohrentzündung, die nicht ordentlich behandelt wird, kann schnell in eine chronische Mittelohrentzündung umschlagen.

Wird die Ohrentzündung jedoch richtig therapiert, heilt sie meist schnell und ohne weitere Folgen ab. In manchen Fällen kann es zwei bis drei Wochen, nachdem die Ohrenentzündung abgeklungen ist, dazu kommen, dass sich der Warzenfortsatz (Mastoiditis) entzündet. 

Dies zeigt sich in erneuten Ohrenschmerzen und Fieberschüben und es kann zu einer Schwellung hinter dem Ohr kommen, wo sich nämlich der Warzenfortsatz befindet. Auch Ausfluss aus dem Ohr und Hörprobleme können Warnzeichen sein. Selbstverständlich wird in einem solchen Fall ein erneuter Arztbesuch dringend nötig.

Ohrentropfen nützen bei einer Mittelohrentzündung übrigens nichts, da sie das Trommelfell nicht durchdringen. Abschwellende Nasentropfen dagegen scheinen sich positiv auf die Belüftung des Mittelohres auszuwirken, auch wenn das wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.

Leidet Ihr Kind unter sehr starken Schmerzen, über mehrere Tage unter hohem Fieber oder ist sein Allgemeinzustand sehr schlecht, wird Ihr Arzt eventuell einen Trommelfellschnitt vornehmen. Dabei wird ein kleiner Einschnitt ins Trommelfell gemacht, damit die dahinterliegende Flüssigkeit abfliessen kann.

Immer wieder eine Ohrentzündung

Manche Kinder leiden immer wieder unter einer Ohrenentzündung. In diesem Fall spricht man von einer chronischen Mittelohrentzündung, welche im schlimmsten Fall zu dauerhaften Gehörschäden führen kann. Ist dies bei Ihrem Kind der Fall, wird Ihr Arzt eventuell in Erwägung ziehen, ein sogenanntes Paukenröhrchen in das Trommelfell einzusetzen. Das Ohr wird damit belüftet und die Flüssigkeit kann entleert werden.

Akute Mittelohrentzündung:Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort zum Arzt gehen

  • Hohes Fieber, das über mehrere Tage anhält
  • Ausfluss aus dem Ohr
  • Länger anhaltendes Erbrechen und Durchfall
  • Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen

Sie kennen sich aus mit Mittelohrentzündungen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen. Hier geht es zum Kommentarbereich.