Nestschutz wehrt Krankheiten ab, aber nicht alle

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, verfügt es noch über kein eigenes Immunsystem. Dennoch ist es Krankheitserregern nicht schutzlos ausgeliefert. Der Nestschutz lässt viele Infektionen abprallen, allerdings nicht alle. Wir sagen Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Frisch gebadet und munter!

Frisch gebadet! – Hygiene entlastet und unterstützt den natürlichen Nestschutz. Foto: anmalkov, iStock,Thinkstock

Die ganze Familie ist verschnupft. Papi liegt mit Fieber im Bett, Mami hat Halsschmerzen, die Geschwister husten. Nur das jüngste Familienmitglied ist wohlauf. Denn das Baby verfügt über einen Nestschutz, der es wie ein eigenes Immunsystem vor bestimmten Viren und Bakterien schützt.

Nestschutz entsteht in Schwangerschaft

Schon in der Schwangerschaft überträgt die Mutter über den Blutkreislauf Antiköper mit Abwehrstoffen auf ihr Kind. Diese bewahren das Baby auch nach seiner Geburt noch einige Monate vor manchen Krankheiten. Der Nestschutz bedeutet aber keine allumfassende Sicherheit vor Keimen, Bakterien und Viren. «Der Schutz gilt nur für die Infektionskrankheiten, welche die Mutter auch durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist», erklärt die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Besitzt eine Mutter Antikörper gegen viele Krankheiten, ist auch der Nestschutz des Babys weitreichend. Hat sie dagegen ein schwaches Immunsystem, kann sich das Baby gegen weniger Krankheitserreger wehren.

Immunsystem muss trainiert werden

«Leihimmuninät» nennt die Naturforschende Gesellschaft in Zürich (NGZH) den Nestschutz, der sich nach der Geburt allmählich abbaut. «Wenn diese Leihimmunität «aufgebraucht» ist, beginnt für das Baby das Training für die eigene Immunität», informiert sie im 105. Jugendneujahrsblatt auf das Jahr 2015. «Das kann hart sein und vor allem auch berufstätige Eltern an ihre Grenzen bringen.» Denn selbst zwölf einfache Infekte wie Schnupfen oder Husten pro Jahr gelten bei Kinderkrippen- und Kindergartenkindern noch als normal. «Wenn sich diese auf Herbst und Winter konzentrieren, kann schnell der Eindruck entstehen, das Kind sei immer krank. Dabei trainiert es «nur» seine Abwehr und baut Antikörper gegen verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze auf.» Das Immunsystem muss eben erst noch lernen, mit den Erregern umzugehen - und das dauert lange.

Schwacher Nestschutz bei Frühgeborenen

Weniger Schutz haben vor Krankheiten frühgeborene Babys. Denn die Mutter überträgt vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel Antikörper auf ihr Kind. Je eher es geboren wird, umso weniger Abwehrkräfte erhält es.

Gerne würden Mütter ihrem Kind den Nestschutz erhalten. Der beste Weg ist, das Immunsystem des Babys zu stärken, besteht im Stillen. Über die Muttermilch gelangen weiterhin wertvolle Abwehrkräfte zum Kind. Sind Mütter krank, fürchten sie, die Infektion über die Muttermilch auf das Kind zu übertragen. «Steckt sich die Mutter mit einer Krankheit an, zum Beispiel einer Erkältung oder einer Grippe, beginnt ihr Körper sehr schnell mit der Bildung von speziellen Antikörpern, die ihr gestilltes Baby schützen», erklärt die La Leche Liga. «Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Mutter anfängt, sich krank zu fühlen, ist ihr Baby ihrer Erkrankung bereits ausgesetzt gewesen». Weiter stillen trage dazu bei, dass das Baby die Krankheit der Mutter abwehren kann. «Wird es dennoch krank, verläuft die Krankheit bei dem gestillten Baby fast immer leichter, weil es über die Muttermilch Antikörper erhält».

Hygiene entlastet Immunsystem

Wer vermeiden will, sein Baby anzustecken, sollte aufpassen, es nicht anzuhusten oder anzuniesen. Um die Gesundheit des Kleinen zu schützen, ist es ausserdem wichtig, auf Hygiene zu achten – und sich nach dem Naseputzen die Hände zu waschen.

Impfungen ergänzen den Nestschutz. «Bei bestimmten Infektionen wie zum Beispiel Keuchhusten, bildet das Immunsystem auch im Erkrankungsfall keine übertragbaren Antikörper», erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI). Die ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) empfiehlt im Alter von sechs Wochen eine Impfung gegen Rotaviren und ab der neunten Lebenswoche des Babys Impfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hirnhautentzündung- und Kehlkopfentzündung (Haemophilus influenzae Serotyp b), Kinderlähmung (Polio), Hepatits B und Pneumokokken.

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