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Immunsystem: Sechs Strategien, den Teenager gegen Krankheiten zu wappnen

Manche Jugendliche fangen sich einen Infekt nach dem anderen ein. Doch die meisten Elternappelle, gesünder zu essen und sich mehr zu bewegen, prallen bei Teenagern in der Regel wirkungslos ab. Mit diesen sechs Tipps macht es Jugendlichen mehr Spass, ihr Immunsystem zu stärken.

Sonne, Luft und Bewegung stärken das jugendliche Immunsystem

Bewegung an der Luft und an der Sonne stärkt das jugendliche Immunsystem. Foto: AntonioGuillem, iStock, Thinkstock. 

 

«Ich kann heute nicht in die Schule!», Timo lässt sich ächzend auf den Stuhl am Frühstückstisch fallen. Tatsächlich sieht er etwas blass aus, seine Stimme klingt belegt. Hat er sich schon wieder eine Erkältung eingefangen? Die Fehlstunden in der Schule häufen sich … Was Timo braucht, ist ein besseres Immunsystem.

Vielen Jugendlichen geht es wie Timo. Sie sind zwar nicht mehr so häufig krank wie in ihrer frühen Kindheit. Schliesslich sind sie immun gegen jeden Virus, den ihr Körper bereits bekämpft hat. Doch gegen die vielen neuen Erreger können sie sich oft nicht wehren. Zu schwach ist ihr Immunsystem, zu durchwachsen ihr Lebensstil. Viele Teenager hängen lieber ab als sich zu bewegen und mögen Fastfood mehr als Obst und Gemüse.

Der erste Schritt zum starken Immunsystem:
Ein Apfel am Tag

Äpfel strotzen vor guten Inhaltsstoffen. Allein ein Apfel enthält neben einer Vielzahl von Mineralstoffen und Spurenelementen etwa 30 Vitamine. Vor allem das Vitamin C stärkt die Abwehrstoffe. Antioxidantien stärken die Körperzellen vor Angriffen freier Radikaler und schützen so vor Krebs. Die Fruchtsäure sorgt für eine bessere Mundhygiene, Ballaststoffe wie Pektin senken den Cholesterinspiegel. Wichtig ist, den Apfel ungeschält zu essen, denn der grösste Teil der wertvollen Inhaltstoffe befindet sich in oder kurz unter der Schale. Weil die Schale eines gespritzten Apfels aber auch Pestizide beinhaltet, ist ein Bio-Apfel die bessere Wahl.

Ein Apfel am Tag hilft Teenagern also, gesund zu bleiben. Doch Sätze wie „Iss doch mal einen Apfel!“ empfinden die meisten Teenager als Bevormundung. Sinnvoller ist es, Angebote zu machen, die Jugendliche annehmen und auch abwehren dürfen. Vielleicht freut sich die Tochter oder der Sohn, wenn Mutter oder Vater einen geviertelten Apfel ins Zimmer bringt? Teenager, die nicht gerne Äpfel essen, mögen vielleicht Müsli mit geraspelten Äpfeln zum Frühstück, Apfelcrêpes zu Mittag oder Apfelkuchen am Nachmittag. Weil Äpfel viel Fruchtzucker enthalten, lässt sich bei der Umsetzung von Rezepten leicht auf zusätzlichen Zucker verzichten. 

Bewegung für ein starkes Immunsystem:
Elterntaxi einstellen, Board anschaffen, schwimmen gehen

Lebten sie im Kindergarten- und Grundschulalter ihren Bewegungsdrang noch hemmungslos aus, schätzen es Teenager nun, im eigenen Zimmer oder bei Freunden abzuhängen, möglichst bewegungslos mit dem Smartphone in der Hand. Oft lassen sie sich nur schwer motivieren, sich zu bewegen.

Nicht gleich muss das fette Sportprogramm her, um Jugendliche wieder in Bewegung zu setzen. Mütter und Väter können das Elterntaxi einstellen, damit Teenager sich zu Fuss auf den Weg zur Schule, zu Freunden und ins Kino machen. Wer sich nicht für den Sportverein begeistert, hat vielleicht Lust, sich mit Freunden im Schwimmbad auszupowern. Und oft motiviert ein cooles Longboard oder Mountainbike, sich mehr zu bewegen.

Viele Jugendliche haben sich bereits von dem Hype der «10.000 Schritte am Tag» anstecken lassen, empfohlen von der Weltgesundheitsorganisation. Denn Schritte sammeln macht Spass. Treppen gehen statt Aufzug fahren, ein paar Bushaltestellen vor dem Ziel aussteigen und den Rest laufen, abends eine Runde joggen gehen – es gibt viele Möglichkeiten, die Schrittzahl von 5.000 an einem gewöhnlichen Schultag auf 10.000 zu erhöhen. Das Zählen übernimmt dabei ein Schrittzähler, auch «Pedometer» genannt. Ein solcher Schrittzähler lässt sich auch als App aufs Smartphone runterladen.

Viel Obst und Gemüse für ein starkes Immunsystem:
«Fünf Mal am Tag»

Ein Apfel am Tag ist ein erster Schritt, das Immunsystem zu verbessern. Doch der Körper braucht noch mehr Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. «Täglich fünf Portionen in verschiedenen Farben, davon drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte», empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). «Wer täglich fünf Portionen zu sich nimmt, versorgt seinen Körper mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Diese wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus und stärken die Widerstandskraft», erklärt die Kampagne «5 am Tag». Darüber hinaus könnten Obst und Gemüse vor sogenannten Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Was dem Teenager gut tun soll, schützt auch die Gesundheit der ganzen Familie. Sinnvoll ist es deshalb, das Prinzip «5-mal am Tag!» zur Familiensache zu machen. Das funktioniert am besten, wenn immer möglichst viel gesundes und leckeres Essen zu Hause vorrätig ist – und sich in den Schränken gleichzeitig eher wenig Gummibärchen, Chips und Schokoladentafeln tummeln. Mit Obst und Gemüse lassen sich viele feine Snacks backen und kochen. Besonders beliebt sind unter Jugendlichen coole Getränke wie Beispiel Smoothies. Diese lassen sich ganz leicht mit einem Pürierstab zusammenmixen, sind frisch und voller wertvoller Inhaltsstoffe.

Entspannung für ein starkes Immunsystem:
Einfach chillen …

Schule ist anstrengend. Den ganzen Tag lang ist Konzentration gefordert. Fachwissen wird in Köpfe gestopft. Am Abend gilt es, sich noch auf die nächste Prüfung vorzubereiten. Keine Frage – auch Schüler haben Stress. Und Stress rüttelt mächtig am Immunsystem.

Entspannungsmethoden gibt es viele. Doch wer schafft es schon, seinen Teenager zu Yoga, Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung zu überreden? Wer keinen Erfolg mit seinen Überzeugungsversuchen hat, muss sich nicht ärgern. Jugendliche wissen nämlich ganz genau, wie sie entspannen können. Im eigenen Zimmer lassen sich strapazierte Nerven beim Chillen und Musikhören ganz wunderbar reparieren. Sinnvoll ist es also, dem Teenager diese Zeit zu gönnen - ganz ungestört!

… und am Wochenende ungestört ausschlafen

Im Schlaf regeneriert sich der Körper. Doch gerade Jugendliche leiden unter Schlafmangel. Weil in der Pubertät das Hormon Melatonin, das für den Schlafrhythmus verantwortlich ist, später produziert wird, brauchen Jugendliche lange, um müde zu werden. Der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich nach hinten. Doch am Morgen klingelt früh der Wecker. «Junge Leute leiden unter permanentem Schlafmangel, was sich ungünstig auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirkt», informierten die Universität Marburg und das Dillenburger Institut für Gesundheitsförderung und -forschung.

Eltern können den Schulbeginn für ihren Teenager natürlich nicht einfach nach hinten verlegen. Aber sie können ihr Kind am Wochenende ruhig ausschlafen lassen. So bekommt der Teenager wenigstens an zwei Tagen genügend Schlaf!

Licht und Luft für ein gesundes Immunsystem:
«Pokémon Go!»

Aber auch ein Teenager braucht Licht und Luft. Nur dort, im Sonnenlicht, wird durch den Einfluss der UV-B-Strahlung Vitamin D gebildet. Vitamin D ist nicht nur wichtig für den Aufbau stabiler Knochen, sondern stärkt auch das Immunsystem. Doch 70 Prozent der Kinder im Alter von einem Jahr bis 21 Jahren leiden unter einem zum Teil erheblichem Mangel an Vitamin D, ergab eine US-amerikanische Studie.

Wie schaffen Eltern es, ihren Teenager an die frische Luft zu locken? Mit dem kostenlosen Nintendo-Reality Spiel «Pokémon Go!» funktioniert das im Moment recht leicht. Denn das Spiel animiert derzeit tausende Jugendliche dazu, die eigenen vier Wände zu verlassen. «Pokémon Go!» gibt Orte in der realen Welt vor, an denen sich virtuelle Pokémon fangen und eintauschen lassen. Dort werden Pokémon bei eingeschalteter Kamera auf dem Bildschirm in die echte Umgebung eingeblendet, ähnlich wie Sehenswürdigkeiten bei Google Maps. Vielleicht mag sich ja die ganze Familie auf Taschenmonster-Jagd machen …

 

 

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