Pseudokrupp: Das hilft bei bellendem Husten

Ein Pseudokrupp-Anfall sieht oft dramatisch aus. Ihr kleines Kind wacht mitten in der Nacht mit bellendem Husten auf und bekommt vielleicht nur schwer Luft. Auch wenn es schwer fällt: Bewahren Sie Ruhe! Wie Sie Ihrem Baby sonst bei Pseudokrupp helfen können, erfahren Sie hier.

Erhöhtes Schlafen kann einem Pseudokrupp-Anfall vorbeugen.

Etwas erhöht schlafen, kann einem Pseudokrupp-Anfall vorbeugen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Wenn Ihr Kind schon einmal einen schweren Pseudokrupp-Anfall hatte, dann werden Sie das Erlebnis wahrscheinlich nicht so schnell vergessen. Das betroffene Kind wacht mitten in der Nacht auf, leidet unter Atemnot und röchelt meist beim Einatmen. Nicht immer verläuft ein Pseudokrupp jedoch so dramatisch. Charakteristisch für die Erkrankung ist allerdings in jedem Fall ein bellender Husten, der verstärkt nachts auftritt und tatsächlich an Hundebellen oder auch das Bellen eines Seehundes erinnert.

Ursachen von Pseudo-Krupp

Pseudokrupp wird in den meisten Fällen durch ganz normale Erkältungsviren ausgelöst. Manchmal können Sie am Tag erste Erkältungsanzeichen bei Ihrem Kind bemerken, immer ist dies allerdings nicht der Fall. Pseudokrupp tritt verstärkt in der feucht-kalten Jahreszeit auf.

Die Erkältungsviren sorgen dafür, dass sich die Schleimhaut des Kehlkopfes und die oberen Atemwege entzünden und anschwellen. Von Pseudokrupp betroffen sind hauptsächlich Babys ab sechs Monaten und Kleinkinder bis zu vier Jahren. Bei jungen Kindern sind die Atemwege noch recht eng und klein. Deshalb ist es schneller möglich, dass es durch die Schwellung zu Atemnot kommt. Je grösser die Kinder werden, umso grösser werden auch ihre Atemwege und umso weniger anfällig werden sie für den Pseudo-Krupp-Husten.

Was tun bei einem Pseudokrupp-Anfall

Was aber sollten Sie tun, wenn Ihr Kind nachts plötzlich  mit bellendem Husten aufwacht und um Luft ringt? Das erste Gebot ist in jedem Fall: Ruhe bewahren! Wenn Ihr Kind bemerkt, wie Sie in Panik geraten, kann es sich davon anstecken lassen und dadurch eventuell noch schwerer Luft bekommen.

Nehmen Sie Ihr Kind als Sofortmassnahme aus seinem Bettchen und bringen Sie es in eine aufrechte Position. Gehen Sie an ein offenes Fenster und lassen Sie Ihr Baby frische Luft einatmen. Natürlich sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Kleines warm genau eingepackt ist. Auch Wasserdampf kann jetzt gut tun: Stellen Sie dafür die Dusche im Badezimmer an und halten Sie sich mit Ihrem Baby im Bad auf, so dass es die feuchte Luft einatmen kann. Obwohl mittlerweile angezweifelt wird, inwieweit kalte oder feuchte Luft tatsächlich bei einem akuten Anfall hilft, sollten Sie den psychologischen Effekt nicht unterschätzen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie aktiv etwas tun, um Ihren Kind zu helfen, wird sich diese Sicherheit auch schnell auf Ihr Kleines übertragen. Empfehlenswert ist es auch, Ihrem Kind in kleinen Schlucken etwas zu Trinken zu geben. In den meisten Fällen ist der Spuk nach ein paar Minuten vorbei und Ihr Baby wird schnell wieder in den Schlaf finden.

Tritt jedoch nach einigen Minuten keine Besserung auf oder verschlimmert sich die Situation sogar, sollten Sie den Notarzt anrufen. Auch wenn hohes Fieber hinzukommt, sollten Sie sich auf den Weg ins nächste Spital machen. Dort kann man unter anderem abklären, ob es sich etwa um eine bakteriell verursachte und lebensgefährliche Kehlkopfdeckelentzündung (Epiglottitis) handelt. Keine Angst: Erreger für eine Kehlkopfdeckelentzündung ist Haemophilus influenzae Typ B, kurz Hib, und gegen den werden Babys bereits beim ersten Impftermin mit zwei Monaten geimpft, weshalb die Krankheit hier fast ausgestorben ist.

Behandlung von Pseudokrupp

Auch wenn nach einem Anfall kein nächtlicher Arztbesuch nötig wurde, sollten Sie am nächsten Tag trotzdem Ihren Kinderarzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um das erste Mal handelt. Ihr Arzt kann eine eindeutige Diagnose stellen und Sie beraten, was im Falle eines erneuten Pseudokrupp-Anfalles am besten zu tun ist. Wahrscheinlich wird er Ihnen ein Cortison-haltiges Notfallmedikament verschreiben, das bei einem weiteren Anfall schnell für Linderung sorgen kann.

Kann man vorbeugen?

Die schlechte Nachricht vornweg: Pseudo-Krupp kann immer wieder auftreten und wenn Ihr Kind die Veranlagung dazu hat, kann es gut sein, dass es im Kleinkindalter ab und zu damit zu kämpfen hat.

Das heisst aber nicht, dass Sie nichts zur Vorbeugung tun können. Wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, können Sie dafür sorgen, dass die Luft im Schlafzimmer ihres Kindes möglichst feucht ist, indem Sie beispielsweise einen Luftbefeuchter aufstellen. Auch kann es empfehlenswert sein, dass Ihr Kind etwas erhöht schläft, sodass der Schleim besser abgehustet werden kann. Rauchen kann einen Pseudokrupp-Anfall verstärken und sollte deshalb in der Nähe Ihres Babys unterbleiben.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Pseudokrupp und Krupp?

Früher bezeichnete man als Krupp den Husten, der durch Diphterie verursacht wurde. Unter Pseudokrupp oder falscher Krupp verstand (und versteht) man eine Erkrankung des Kehlkopfes. Mittlerweile tritt Diphterie durch flächendeckende Impfung allerdings kaum noch auf. Deshalb wird heute üblicherweise kein wirklicher Unterschied mehr zwischen Krupp, Pseudokrupp oder Krupphusten gemacht. Alle Bezeichnungen beschreiben die gleiche Krankheit.

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