Untersuchungen und Impfungen beim Baby

Im ersten Lebensjahr des Babys verbringen Eltern und Kind sehr viel Zeit beim Kinderarzt. Die Untersuchungen des Babys helfen, mögliche Krankheiten oder Entwicklungsverzögerungen früh zu erkennen und zu behandeln. Was der Arzt untersucht, erfahren Sie hier.

Untersuchungen beim Baby

Die Untersuchungen beim Baby sind nicht Pflicht. Ärzte raten aber dazu, um mögliche Krankheiten früh zu erkennen. Foto: iStock, Thinkstock

Manche Eltern unterliegen dem Irrglauben, dass sie selbst erkennen können, ob das Baby krank ist. Besonders dann, wenn das Kind eher pflegeleicht ist und nicht oft kränkelt. Die Untersuchungen beim Arzt sollten aber unbedingt wahrgenommen werden, auch wenn Ihr Kind einen gesunden Eindruck macht. Nur so kann ein umfassender Schutz für die Gesundheit des Kindes garantiert werden.

Es ist wichtig, einen guten Kinderarzt an der Hand zu haben. Dieser sollte einen kompetenten Eindruck machen, auf die Fragen der Eltern eingehen und einen netten Umgang mit Kindern pflegen.

Wichtige Informationen vom Experten

Dr. med. Roland Kägi ist Kinder- und Jugendarzt mit eigener Praxis in Zürich und sagt:

«Vorsorgeuntersuchungen sind eine ärztliche Empfehlung, aber Eltern sind nicht gesetzlich verpflichtet ihre Kinder untersuchen zu lassen. Wir Mediziner sprechen uns aber ausdrücklich dafür aus. Die Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Auch Impfungen werden empfohlen, es herrscht aber kein Impfzwang. Im Gesundheitsheft tragen Ärzte, Geburtsklinik, Hebammen, Mütterberatung und Eltern relevante Daten zum Kind ein, damit diese für die anderen Betreuer verfügbar sind.»

Untersuchungen

Nach der Geburt

Diese Untersuchung wird gleich nach der Geburt durchgeführt. Hier geht es darum, das Neugeborene generell zu untersuchen. Es wird sofort festgestellt, ob es lebensfähig oder in einem lebensbedrohlichen Zustand ist. Untersucht werden unter anderem die Augen, Wirbelsäule, Haut, Geschlechtsteile, Atmung, Gewicht, Grösse, Herzschläge, Reflexe und Mund. Dies hört sich nach einer langwierigen Untersuchung an, ist es aber nicht. Der Klinikarzt oder Kinderarzt nimmt das Neugeborene in Augenschein und kann recht schnell den Gesundheitszustand einstufen. Im optimalsten Fall kann das Baby sofort wieder zur Mutter in den Arm.

2- 10 Tage nach der Geburt

Bevor Mutter und Kind nach Hause entlassen werden, wird diese zweite Untersuchung durchgeführt. Bei einer Hausgeburt wird diese Untersuchung vom Kinderarzt übernommen. Zuerst wird gemessen: Gewicht, Grösse und Kopfumfang. Der Arzt untersucht das Kind auf mögliche Geburtsschäden oder auch Fehlbildungen. Aus der Ferse wird Blut entnommen, dieses wird auf mögliche Stoffwechselstörungen getestet. Ausserdem steht ein Hörtest auf dem Plan. Wenn die Eltern dies wünschen, wird ein Hüftscreening durchgeführt.

1. Monat

Dies ist die erste Untersuchung beim Kinderarzt. Diese sollte sobald wie möglich telefonisch vereinbart werden, damit die Untersuchung auch wie geplant in der 4. bis 6. Lebenswoche des Babys stattfinden kann. Hier steht zunächst das Kennenlernen von Eltern und Kinderarzt im Vordergrund. Dieser wird ein paar Fragen stellen, ob es das erste Kind ist, wie es zuhause läuft, ob es Unsicherheiten gibt. Es wird über das Stillen, die Ernährung gesprochen, manchmal auch über eine Prävention des plötzlichen Kindstodes. Auch hier wird das Kind wieder vermessen und körperlich untersucht. Eltern sollten diesen Termin nutzen, um Fragen zu stellen und sich keinesfalls scheuen, auch wenn diese noch so unbedeutend scheinen. Ausserdem steht die erste Impfung (Diphterie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemoph. infl. Typ b ) an.

2. – 3. Monat

Der Kinderarzt untersucht routinemässig den Körper. Er achtet besonders auf mögliche Koordinationsstörungen des Kindes und beobachtet das Kind:

  • Stellt es Blickkontakt her?
  • Reagiert es auf freundliches Lächeln oder auf eine liebevolle Ansprache?
  • Kann es der klappernden Rassel mit den Augen folgen?
  • Kann es diese auch greifen?

Ausserdem wird sich der Kinderarzt erkundigen, ob das Kind gestillt wird. Ob es genügend trinkt, ob es häufig erbricht. Oder ob es sonst Probleme und Fragen gibt. Zudem wird wieder geimpft ( Diphterie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemoph. infl. Typ b).

6. Monat

Auch bei dieser Untersuchung wird das Baby komplett ausgezogen und in Augenschein genommen. Es geht darum, ob sich das Kind selbstständig vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Es wird geschaut, ob das Kind

  • mit seinen Händen greifen kann.
  • die Füsse als Spielzeug begreift und benützt.
  • Laute von sich gibt.
  • auf seine Eltern reagiert, wenn diese verbal mit ihm Kontakt aufnehmen.
  • auf die Hochtonrassel reagiert.

Auch das Thema Ernährung wird wieder besprochen, vor allem auch die Mundhygiene. Der Arzt gibt Anregungen zur zahnschonenden Nahrung und wie eine gesunde Ernährung in diesem Alter aussehen sollte. Das Wachstum wird begutachtet, sowie die Organe untersucht. Eine weitere Schutzimpfung steht an (Diphterie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemoph. infl. Typ b).

9. bis 12. Monat

Diese Untersuchung ist die letzte in diesem Lebensjahr! Der Kinderarzt legt den Fokus auf die neu erlernten Fähigkeiten des Kindes wie krabbeln, freies Sitzen, kann es sich am Stuhl oder im Kinderbettchen hochziehen? Macht es schon erste Schritte? Das Kind bekommt ein neues Spielzeug in die Fingerchen. Der Arzt beobachtet den Umgang damit, ob das Kind das Spielzeug uninteressiert fallen lässt oder ob es damit arbeitet. Es greift, erkundet, in den Mund steckt oder schüttelt.

Ausserdem werden die Geschlechtsorgane untersucht, sowie die ansonsten üblichen Kontrollen des Gewichts, Grösse, Kopfumfang. Die ersten Zähnchen werden angesehen, der Arzt erkundigt sich nach dem Zahnen und gibt Tipps zur Mundhygiene. Auch noch wichtig ist: Kann das Kind den so genannten Pinzettengriff? Also mit Daumen und Zeigefinger greifen? Sind Doppellaute wie Mama, Papa möglich?

Der Impfpass wird auf Vollständigkeit überprüft, fehlende Impfungen werden nachgeholt, sowie eine neue (Masern, Mumps, Röteln) durchgeführt.

HiPP

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