Baby-led-weaning (BLW): Fingerfood statt Babybrei

Brauchen Kinder Babybrei? «Nein», meinen die Verfechter einer Art der Baby-Ernährung, die immer mehr Eltern begeistert. Bei « Baby-led-weaning» (BLW) gibt’s Fingerfood, mit dem sich Babys von Anfang an selbstbestimmt ernähren. So beeinflussen sie eigenständig das Tempo des Abstillens.

BLW: Fingerfood statt Babybrei

Fingerfood hilft Babys, schon früh selbstbestimmt zu essen. Foto: iStock, Thinkstock

Laura ist ein halbes Jahr alt. Zeit für den ersten Babybrei, oder? Nein, Laura wird breifrei ernährt. Statt Brei erhält sie Fingerfood, das sie selbst in die Faust nehmen kann. Zufrieden mümmelt sie gerade ein Stück Banane.

Baby-led-weaning

«Baby-led-weaning» (BLW), so heisst das Programm, das auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde. Übersetzt bedeutet es «vom Baby geführtes Abstillen». Das Baby wird nicht gefüttert, sondern nimmt von Anfang an statt Babybrei feste Nahrung in Form von Fingerfood zu sich, ganz selbstbestimmt. Das Programm basiert auf einer Studie, die Gill Rapley, Mütterpflegerin, Hebamme und Stillberaterin aus Kent in England, 2004 durchgeführt hat.

 

Die Vorteile von Fingerfood

Kein Überfüttern

Statt Babybrei stehen verschiedene Nahrungsmittel in kleinen Häppchen zum Zugreifen auf dem Tisch. Wie beim Stillen bestimmt das Baby auch beim Essen selbst, wie viel es zu sich nehmen will. Es zu überfüttern, ist also nicht möglich.

Abstillen nach Babys Bedarf

Mit Hilfe von Fingerfood kann das Baby selbst Regie beim Abstillen übernehmen. Es hat also im wahrsten Sinne des Wortes selbst in der Hand, was und wie viel es isst. Die Menge des Fingerfoods, die es zu sich nimmt, bestimmt, wie viel Milch es zusätzlich benötigt. Je grösser die Portionen werden, umso weniger trinkt es.

Entdecken mit allen Sinnen

Kinder sind neugierig. Sie wollen die Welt um sich herum erforschen und erfahren. Gerne fassen sie Gegenstände an und nehmen sie in den Mund, um sie mit der Zunge zu erstasten und zu erschmecken. Fingerfood kommt diesem Forschertrieb mehr entgegen als Babybrei. Das Baby kann von Anfang an mit allen Sinnen untersuchen, was es isst; es kann die Nahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes «be-greifen». Und das macht ihm richtig Spass! «Es lernt dabei die unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmacksrichtungen kennen und lieben», so Susanne Klug. «Auf diese Weise wird schon frühzeitig die Akzeptanz für die meisten Gemüsesorten positiv beeinflusst.»

Offenheit für neue Lebensmittel

Die Baby-led-weaning-Methode (BLW) fördert die Bereitschaft, neue Lebensmittel und Geschmacksrichtungen zu probieren und zu akzeptieren. «Studien belegen auch, dass Babys, die von Anfang an selbstständig essen lernen, später viel häufiger zu komplexen Kohlenhydraten wie Gemüse und Vollkornprodukte greifen als zu einfachen wie beispielsweise Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel», berichtet Susanne Klug, Autorin des Ratgebers «Die neue Baby-Ernährung» (GU-Verlag).

Entspannung für Eltern

Für das Baby extra Babybrei kochen? Baby-led-weaning (BLW) macht das unnötig. «Stattdessen können Eltern das Baby von Anfang an an die Nahrungsmittel gewöhnen, die bei ihnen auf den Tisch kommen», sagt Susanne Klug. Eltern müssen sich darüber hinaus keine Gedanken darüber machen, ob das Baby genug isst oder gegessen hat. Wie beim Stillen gehen sie davon aus, dass es genau so viel Fingerfood zu sich nimmt, wie es seinem Bedürfnis entspricht. «Satt wird Ihr Schatz auf jeden Fall, weil Sie gerade in der Anfangszeit noch weiter stillen oder das Fläschchen geben», erklärt Susanne Klug.

Erst kauen, dann schlucken

Mund auf, Löffelchen rein: Kinder, die mit Babybrei gefüttert werden, lernen zunächst das Schlucken. Anders ist es bei Kindern, die Fingerfood erhalten. «Zu Beginn lutscht das Kind natürlich nur am Essen und knabbert je nach vorhandenen Zähnchen ein wenig daran, um Geschmack und Konsistenz der Nahrung zu erforschen», erklärt Susanne Klug. Erst nach und nach lernt es, kleine Stückchen abzubeissen und schliesslich zu kauen und zu schlucken.»

 

Baby-led-weaning (BLW): So geht es

Sinnvoll ist es, das Baby von Anfang an in die Familienmahlzeiten zu integrieren. So lernt es nicht nur am Vorbild, was essbar ist, es wird auch neugierig. Es will selbst herausfinden, was es mit den Nahrungsmitteln auf sich hat. Wenn es Interesse an dem zeigt, was auch die anderen essen, kann es ab dem fünften Lebensmonat zugreifen. Ein gesundes Baby hat in diesem Alter alle motorischen Fähigkeiten, die es braucht, um sich selbst Fingerfood in den Mund zu schieben. Dabei sollte es aufrecht sitzen, damit es sich nicht verschluckt und das Essen gut rutscht– auf dem Schoss oder im Hochstuhl. Susanne Klug: «Stecken Sie Ihrem Baby nichts in den Mund, um es so zum Essen zu animieren. Beim Selbstständig-essen-lernen bestimmt nur Ihr Kind, wann was im Mund landet!»

Mund auf, Löffelchen rein: Kinder, die mit Babybrei gefüttert werden, lernen zunächst das Schlucken. Anders ist es bei Kindern, die Fingerfood erhalten. «Zu Beginn lutscht das Kind natürlich nur am Essen und knabbert je nach vorhandenen Zähnchen ein wenig daran, um Geschmack und Konsistenz der Nahrung zu erforschen», erklärt Susanne Klug. Erst nach und nach lernt es, kleine Stückchen abzubeissen und schliesslich zu kauen und zu schlucken.»

Zunächst sind die Stückchen des Fingerfoods so gross, dass das Baby sie gut in seiner Faust halten kann. Schön, wenn der Rest der Familie das Gleiche isst. So erfährt das Baby: Ich gehöre dazu! Nach und nach werden die Stückchen kleiner. Wenn das Baby mit Daumen und Zeigefinger greifen kann, darf es auch Erbsen probieren. Eltern staunen oft, mit wie viel Geduld das Baby die Erbsen dank Pinzetten-Griff aufpickt. Nach und nach werden die Mengen immer grösser. Gleichzeitig wird die Menge an Milch, die es trinkt, immer kleiner.

Geeignetes Fingerfood

Weich muss das Fingerfood am Anfang sein! Harte Stückchen beinhalten die Gefahr, dass sich das Baby gefährlich verschluckt. Rohe Möhren oder Kohlrabi-Stücke sind daher erst einmal tabu. Sinnvoll ist stattdessen weich gekochtes Gemüse wie Brokkoli-Röschen, halbierte Möhren oder Kartoffeln. Auch bei Nudeln, Hähnchensticks, Linsenpuffern und Fischküchlein greifen Babys gern zu. Klar, dass das Fingerfood keine für Babys gefährlichen Bestandteile wie Salz, Zucker und Kuhmilch enthalten darf.

Fingerfood essen will gelernt sein

Wenn Laura isst, entsteht oft eine grosse Mantscherei. Klar, dass sie die Konsistenz der Nahrungsmittel erforschen will und manches dabei komplett zerdrückt. Ihre Mutter legt daher immer eine abwaschbare Unterlage unter den Stuhl und hängt Laura einen grossen Latz um. Dient das Nahrungsmittel nur noch als Spielzeug räumt sie direkt ab.

Weiterführende Links:

Baby-led-weaning: Das Grundlagenbuch: www.randomhouse.de

HiPP

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