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Mehr als Einheitsbrei: Mit diesen 9 Rezepten klappt die Beikost – ab wann welcher Brei passt

Richtiges Essen wird immer interessanter fürs Baby? Dann ist es Zeit, mit der Beikost anzufangen. Viele Eltern geben ihrem Baby zu Beginn Rüebli- und Kartoffelbrei – auf Dauer ist das aber einseitig. Hier findest du neun Breirezepte zum Selberkochen, dazu den heutigen Stand zu Zeitpunkt, Eisen, Allergien und Aufbewahrung. 

Selbst gekochter Gemüsebrei für ein Baby in einer Schüssel
Mehr als Einheitsbrei: Wer den Brei fürs Baby selber macht, sorgt für Abwechslung. Bild: GettyImages Plus, YsaL

Eins, zwei, Brei! Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung allein decken den steigenden Bedarf an Energie und Nährstoffen ab einem Alter von etwa einem halben Jahr nicht mehr. Beginne deshalb frühestens anfangs des fünften und spätestens anfangs des siebten Monats mit der Beikost [1]. Die Eidgenössische Ernährungskommission formuliert dasselbe Fenster als «frühestens ab dem vollendeten 4. Lebensmonat und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonates» [2]. Wann genau du innerhalb dieser Spanne startest, hängt von deinem Kind ab.

Diese Zeichen sprechen dafür, dass es so weit ist: Dein Kind kann aufrecht sitzen und den Kopf halten, es interessiert sich dafür, was du isst, und es nimmt selbst Dinge in den Mund. Dreht es den Kopf weg, spuckt das Essen aus oder wehrt sich sonst wie, ist es wahrscheinlich noch nicht so weit – dann warte ein bis zwei Wochen und versuche es erneut [1]. Mehr zum Einstieg liest du im Beitrag Beikost einführen: Wann es Zeit ist für Brei. Gestillt wird nach dem Beikoststart weiter, so lange ihr beide möchtet [2].

So klappt's mit dem ersten Brei

Der erste Brei will gut geplant sein: Als Essenseinstieg eignet sich die Mittagsmahlzeit. Auf jeden Fall sollte dazu nicht das schickste Babyoutfit getragen werden, da anfangs ein Grossteil der Nahrung überall dort zu finden ist, nur nicht im Mund. Ausserdem eignet sich ein Plastiklöffel besser als einer aus Metall. Bei den ersten Versuchen reichen wenige Löffel – es geht ums Kennenlernen, satt wird dein Kind danach wie gewohnt an der Brust oder mit dem Schoppen.

Selbst gekochter Brei ist kostengünstig und bringt mehr Abwechslung und Geschmacksvielfalt auf den Löffel als Fertigbrei; auf Zucker, Salz und Aromen kannst du dabei ganz verzichten. Unabdingbar dafür ist ein Pürierstab. Und beides lässt sich kombinieren: ein Gläschen, wenn es schnell gehen muss, sonst Selbstgekochtes.

Aufbewahren und einfrieren: Selbst zubereiteter Brei hält sich bis zu 24 Stunden im Kühlschrank oder – am besten direkt nach der Zubereitung – bis zu zwei Monate tiefgekühlt. Zum Einfrieren eignen sich Fruchtmus aus gekochten Früchten, Gemüsebrei, Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ohne Öl und Fruchtsaft) sowie gekochtes, püriertes Fleisch. Nicht geeignet zum Einfrieren ist Brei mit Milch, und Kartoffeln lassen sich nur als Bestandteil eines Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis einfrieren [3]. Packe einzelne Portionen in Gefrierbeutel und presse den Brei flach, so taut er schneller auf. Wärme tiefgekühlten Brei unmittelbar vor der Mahlzeit im Wasserbad, in der Pfanne oder in der Mikrowelle auf – so sind die Vitaminverluste geringer als beim stundenlangen Auftauen im Kühlschrank. Rühre danach gut um und prüfe die Temperatur, besonders bei Brei aus der Mikrowelle: Er wird ungleichmässig heiss. Reste gehören in den Kühlschrank, sollen innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht und höchstens einmal wieder aufgewärmt werden [3]. Einmal Aufgetautes wird nicht wieder eingefroren. Ausführlich erklärt das der Beitrag Babybrei einfrieren – so wird's gemacht.

Sobald dein Baby richtig sitzen kann, erweist sich der Hochstuhl als besonders nützlich – bleib beim Essen dabei. Für die erste Mahlzeit eignet sich schlichter Rüeblibrei: Dieses Gemüse enthält natürliche Süsse, wird von den meisten Babys angenommen und gehört zu den nitratarmen Sorten, die am Anfang zu bevorzugen sind [3]. Das einzig richtige erste Lebensmittel gibt es aber nicht – auch Pastinaken, Zucchetti, Kürbis oder Brokkoli sind geeignet. Beginne mit nur einem Lebensmittel und teste es an einigen Tagen, bevor du das nächste einführst [1]. Später kann ein Rüebli-Kartoffel-Brei den Speiseplan erweitern. Die bisherige Ernährung, Stillen oder das Fläschchen, wird natürlich noch beibehalten.

Erweitere langsam den Speiseplan

Nach und nach kommen weitere Gemüsesorten dazu; achte dabei auf saisonales Gemüse aus dem Freilandanbau, es enthält weniger Nitrat als Treibhausware [3]. Hat dein Kind bereits einige Gemüsesorten und Früchte gekostet, erweiterst du das Angebot mit Kartoffeln und Fleisch: Die Kartoffeln sättigen besser, das Fleisch liefert Protein und Eisen. Damit dein Kind genug Eisen aufnimmt, soll es spätestens ab dem siebten Monat regelmässig kleine Mengen Fleisch bekommen [1]. Geeignet sind magere Stücke von Rind, Schwein, Lamm oder Geflügel; Wurst und Schinken sind wegen Fett, Salz und Pökelsalzen nicht empfehlenswert [4]. Schrittweise folgen Getreidebrei, Teigwaren, Brot, Hülsenfrüchte, Fisch und Ei.

Ergänze das Essen einmal am Tag mit etwas Rapsöl – es liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die Butter in dieser Form nicht bietet [1]. Die Zahl der Beikostmahlzeiten steigt mit dem Alter: bis zum achten Monat zwei- bis dreimal täglich, mit neun bis elf Monaten drei- bis viermal [1]. Ob du zuerst nachmittags einen Obstbrei oder am Abend einen Milchbrei einführst, ist dir überlassen.

Vielfalt statt Verzicht: Bis vor einigen Jahren wurde teilweise empfohlen, Lebensmittel wie Fisch oder Gluten im ersten Lebensjahr zu meiden. Das ist überholt – ein solcher Verzicht hat keinen vorbeugenden Effekt auf die Allergieentwicklung. Im Gegenteil: Eine dem Alter angepasste, vielfältige Ernährung im ersten Lebensjahr scheint vor Allergien zu schützen, und auch mit der Beikost zu warten schützt nicht. Neue Lebensmittel führst du im Abstand von einigen Tagen ein – so erkennst du eine allfällige Unverträglichkeit am schnellsten [5]. Was sonst noch hilft, steht im Beitrag Was schützt Kinder vor Allergien?

Vitamin D nicht vergessen: Über die Nahrung nimmt ein Säugling nur kleine Mengen Vitamin D auf. Gib deinem Baby deshalb täglich Vitamin-D-Tropfen und lass dich zur Dosierung von einer Fachperson beraten [6].

Zu Beginn kann eine Banane zerquetscht werden. Diese kann ein paar Tage später mit Haferflocken angereichert werden. Nicht jedes Kind wird begeistert seinen Mund öffnen, sondern pocht weiter auf die Muttermilch. «Nicht verzweifeln», rät die zweifache Mutter Ruth. «Meine erste Tochter wollte keinen Brei, ich habe sie und mich unter Druck gesetzt. Habe ihr immer den Brei unter die Nase gehalten.» Beim zweiten Kind kam dann die Gelassenheit. «Sie wollte keinen Brei, also habe ich ein paar Tage gewartet. Habe die Kleine während den Mahlzeiten in den Hochstuhl gesetzt. Wir Grossen haben geschlemmt und sie konnte zusehen. Da kam der Hunger von ganz alleine.» Ein Säugling wird nicht verhungern, wenn er den ersten Brei ablehnt – das Fläschchen und die Muttermilch liefern weiter Energie und Nährstoffe. Solange dein Kind an Gewicht und Grösse zulegt und bei den Routineuntersuchungen nichts auffällt, ist alles in Ordnung. Sprich mit der Kinderarztpraxis oder der Mütter- und Väterberatung, wenn dein Kind über Wochen jede feste Nahrung ablehnt, spätestens aber, wenn es bis zum siebten Monat kein Fleisch oder anderes eisenreiches Essen annimmt [1].

Achtung: Kein Salz, kein Zucker – und kein Honig

Das Geschmacksempfinden von Kindern lässt sich nicht mit dem von Erwachsenen gleichsetzen. Wundere dich deshalb nicht, warum in den Rezepten weder mit Salz, Pfeffer noch mit sonstigen Gewürzen abgeschmeckt wird: Im ersten Lebensjahr gehören Salz, Bouillon, Würzmittel, Zucker und andere Süssungsmittel nicht in die Beikost [4]. Widerstehe auch dem elterlichen Empfinden – nur das Beste für mein Kind –, den Obstbrei nachzusüssen.

Honig und Ahornsirup sind im ersten Lebensjahr tabu, weil sie bestimmte Bakterien und Sporen enthalten können. Ebenfalls nicht in die Beikost gehören rohe tierische Lebensmittel: Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch, rohes oder nicht ganz durchgegartes Fleisch, Rohwurst, Rohschinken, roher und geräucherter Fisch sowie Speisen mit rohem Ei [4].

Dein Kind kannte bis zur Einführung der Löffelkost nur den Geschmack von Muttermilch beziehungsweise Milchersatznahrung. Rüebli, Kartoffeln, Bananen und Äpfel sind absolutes Neuland und müssen erst erfahren und eingeordnet werden. Zu viele Geschmackseindrücke auf einmal überfordern es – führe neue Gemüse- und Obstsorten deshalb einzeln ein.

Trinken: Erst wenn dein Kind drei Beikostmahlzeiten bekommt, braucht es etwa zwei Deziliter zusätzliche Flüssigkeit pro Tag. Wasser ist das ideale Getränk, am besten frisches, kaltes Leitungswasser; als Alternative eignet sich ungesüsster Früchte- oder Kräutertee. Pfefferminz-, Kamillen-, Fenchel- und Melissentee soll dein Kind wegen gewisser Inhaltsstoffe nur selten trinken – Fencheltee enthält zum Beispiel natürlicherweise Estragol [4]. Reiner Saft, gezuckerte Getränke und Instant-Kindertees sind als Getränk nicht geeignet. Und statt Schnabeltasse gleich der Becher: Trinklern- und Schnabeltassen bieten keine gute Gelegenheit, den Umgang mit einem normalen Becher zu lernen [1]. Welche Getränke wann passen, zeigt der Beitrag Getränke fürs Baby nach der Muttermilch.

5 feine Babybrei-Rezepte für den Mittag

Bei jedem Rezept steht, ab wann es passt. «Ab Beikoststart» heisst: frühestens anfangs des fünften Monats. «Nach den ersten Gemüsebreien» bedeutet, dass dein Kind schon einige Gemüsesorten und Früchte kennt – erst dann kommen Kartoffeln, Fleisch und Getreide dazu [1]. Als Fett kommt Rapsöl zum Einsatz, weil es die wertvollsten Fettsäuren liefert.

1 Rüeblibrei (ab Beikoststart)

  • 1 Rüebli
  • ein paar Tropfen Rapsöl

Das Rüebli waschen und schälen. Dann klein schneiden und in wenig Wasser dünsten. Die Rüeblistücke rausnehmen und pürieren. Ist der Brei zu fest, etwas Kochwasser dazugeben. Das Rapsöl untermischen.

2 Kartoffel-Rüebli-Brei (nach den ersten Gemüsebreien)

  • 2 Rüebli
  • 1 Kartoffel
  • 1 TL Rapsöl

Rüebli und Kartoffeln waschen. Beides schälen, in kleine Stücke schneiden, dämpfen oder dünsten. Anschliessend pürieren und das Öl einrühren.

3 Rüebli-Zucchetti-Brei (ab Beikoststart)

  • 100 Gramm Rüebli
  • 100 Gramm Zucchetti
  • 1 EL Rapsöl

Rüebli und Zucchetti waschen. Rüebli schälen. Beides in Stücke schneiden, dann dünsten oder dämpfen. Das Gemüse noch heiss pürieren und das Öl einrühren.

4 Brei mit Spinat und Haferflocken (ab dem 7. Monat)

  • 100 Gramm frischer Spinat
  • 25 Gramm feine Haferflocken
  • einen Schuss pasteurisierte Vollmilch

Spinat putzen, waschen, zerkleinern und in etwas Wasser dünsten. Danach pürieren und mit den Haferflocken und der Milch vermischen.

Wichtig: Spinat gehört zu den nitratreichen Gemüsen – ab dem siebten Monat sind diese weniger problematisch. Das Kochwasser nicht weiterverwenden, den Brei direkt nach der Zubereitung essen, nicht warmhalten und nicht wieder aufwärmen [3]. Milch im Brei bedeutet ausserdem: nicht einfrieren. Bei Blattgemüse die Stiele, die grossen Blattrippen und die äusseren Blätter entfernen.

5 Brei mit Fleisch (spätestens ab dem 7. Monat)

  • 1 Kartoffel
  • 100 Gramm Gemüse, geeignet sind Rüebli, Kürbis, Zucchetti
  • 20 Gramm mageres Fleisch
  • 1 EL Rapsöl

Das Fleisch in Wasser gar kochen – tierische Lebensmittel müssen durchgehend, also auch im Inneren, mindestens zwei Minuten auf mindestens 70 °C erhitzt werden [4]. Herausnehmen und pürieren. Die Kartoffeln und das Gemüse waschen, schälen, weichkochen und pürieren. Das Fleisch mit dem Gemüse mischen und das Öl zugeben. Verrühren. Rohes Fleisch getrennt von Gemüse verarbeiten und Schneidebrett und Messer danach gründlich reinigen.

Süsse Brei-Rezepte für morgens oder abends

1 Milch-Getreide-Brei (ab dem 7. Monat)

  • 20 Gramm feine Hafer- oder Hirseflocken
  • 200 ml pasteurisierte Vollmilch
  • 1½ EL Apfelsaft

Die Hälfte der Milch zum Kochen bringen. Die Flocken einrühren. Die restliche Milch und den Saft zugeben, verrühren. Das Vitamin C aus dem Saft hilft dem Körper, das Eisen aus dem Getreide besser aufzunehmen – etwa 1½ Esslöffel genügen dafür [3]. Vollmilch und Joghurt nature sind im ersten Lebensjahr nur in kleinen Mengen zum Anrühren eines Milch-Getreide-Breis geeignet; Käse, Frischkäse und Quark erst nach dem ersten Geburtstag [4]. Diesen Brei nicht einfrieren.

2 Obstbrei (nach den ersten Gemüsebreien)

  • ein halber Apfel und eine halbe Banane
  • 100 ml Wasser
  • 20 Gramm feine Haferflocken
  • 1 TL Rapsöl

Den Apfel schälen und mit etwas Wasser dünsten. Die zerdrückte Banane zugeben. Das übrige Wasser aufkochen, über die Haferflocken giessen und quellen lassen. Alles mischen und das Öl einrühren.

3 Birnen-Apfel-Brei (ab Beikoststart)

Eine Birne und einen Apfel schälen und klein schneiden. In Wasser dünsten. Ist das Obst weich genug, pürieren und etwas Rapsöl zugeben.

4 Zwieback-Brei (nach den ersten Gemüsebreien)

100 ml Wasser aufkochen und mit einem Früchteteebeutel ziehen lassen – ohne Zucker. Drei Scheiben ungesüssten Zwieback darin aufweichen, alles pürieren. Drei Esslöffel Apfelmus ohne Zuckerzusatz dazugeben. Ein paar Tropfen Rapsöl dazugeben. Statt des Apfels kann auch eine Banane oder eine Birne verwendet werden.

Reis in der Beikost: Die Rezepte kamen früher mit Reisflocken aus. Reiswaffeln und Reisflocken beziehungsweise Reisbrei sollen wegen ihres Arsengehalts aber nur massvoll gegessen werden – für die Beikost werden reisfreie Breie empfohlen. Alternativen zu Reis-Getreidebreien sind zum Beispiel Hafer, Dinkel, Griess oder Hirse [4]. Reisdrinks sind für Säuglinge ganz ungeeignet.

Buchtipps

  • «Die besten Breie für Ihr Baby» von Anne Iburg
  • «Kochen für Babys» von Dagmar von Cramm
  • «Baby-Ernährung» von Barbara Dohmen

Quellen

  1. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, in Zusammenarbeit mit SGE, Pädiatrie Schweiz und aha! Allergiezentrum Schweiz: Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder – Beikost. Abgerufen am 12.08.2026.
  2. Eidgenössische Ernährungskommission EEK: Ernährung während den ersten 1000 Lebenstagen – Zusammenfassung, Synthese und Empfehlungen (PDF). Abgerufen am 12.08.2026.
  3. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder – Häufige Fragen. Abgerufen am 12.08.2026.
  4. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder – Ungeeignete Lebensmittel. Abgerufen am 12.08.2026.
  5. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder – Allergieprävention. Abgerufen am 12.08.2026.
  6. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder – Nährstoffsupplemente für Säuglinge. Abgerufen am 12.08.2026.

 

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