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Ferien auf dem Bauernhof: Wo Familien mithelfen und entspannen können

Kühe melken, Traktor fahren und im Heu schlafen: Bei Ferien auf dem Bauernhof sind Abenteuer garantiert. In der Schweiz gibt es viele Angebote für Kinder- oder Familienferien auf dem Bauernhof. Hier erfährst du, worauf sich Kinder bei Bauernhofferien freuen können, wie du Hygiene und Sicherheit gut im Blick behältst, welche Regeln fürs Mithelfen wichtig sind – und wo du seriöse Anbieter findest. Ausserdem zeigen wir dir schöne Bauernhöfe in der Schweiz und in den Nachbarländern.

Ferien auf dem Bauernhof: Kinder können viel erleben
Tiere hautnah erleben: Ferien auf dem Bauernhof. Foto: Lisa5201, E+, Getty Images Plus

Ferien auf dem Bauernhof sind für Familien mit Kindern oft eine perfekte Mischung aus Natur, Bewegung und Alltagseinblicken. Kinder können sich draussen austoben, Kühe, Pferde und Schweine hautnah erleben und nebenbei viel über Landwirtschaft, Tiere und Lebensmittel lernen. Und auch du kannst auftanken: bei einer Wanderung, beim Sonnen zwischen Vogelgezwitscher und leise läutenden Kuhglocken oder bei einer Übernachtung im Heu. Damit alle die Zeit geniessen können, lohnt es sich, schon vor der Buchung an zwei Dinge zu denken: Wie läuft das Mithelfen konkret ab – und wie sind Hygiene und Sicherheit organisiert?

Ferien auf dem Bauernhof mit Kindern

Ferien auf dem Land bedeuten für Kinder oft: Freiheit, Dreck an den Händen und ganz viele «Warum?»-Fragen. Auf einem Bauernhof erleben sie das Landleben zusammen mit ihrer Familie oder mit gleichaltrigen Kids. Angeboten werden sowohl Familienferien, in denen du mit deinen Kindern auf dem Bauernhof mithilfst und dort lebst, als auch Feriencamps.

Wenn ihr als Familie verreist, entscheiden häufig Erwachsene über das Reiseziel. Du kannst es einmal anders versuchen: Beziehe deine Kinder in die Planung ein und zeige ihnen damit, dass ihre Meinung wichtig ist. Du kannst eine Vorauswahl verschiedener Bauernhöfe treffen, die ihr anschliessend gemeinsam besprecht. Frage: Wo soll es hingehen? Welche Tiere möchten sie am liebsten kennenlernen? Möchten sie lieber reiten oder im Traktor mitfahren?

Familien können im Hofbetrieb helfen

Richtig spannend werden Bauernhofferien oft dann, wenn Kinder (und Erwachsene) auch selber mit anpacken dürfen. Achte bei der Buchung darauf, dass Gäste tatsächlich mithelfen können und in den Bauernhofalltag eingebunden werden. Viele Kinder wollen Schweine füttern, Eier holen, Beeren pflücken oder im Stall mithelfen. Sie können lernen, wie Brot oder Käse entsteht – und erleben ganz nebenbei, dass Tiere und Natur verlässlich versorgt werden müssen, auch wenn Ferien sind.

Auch bei den Bauernhof-Feriencamps für Kinder wird angepackt: Kinder zwischen 6 und 14 Jahren können das Landleben zusammen mit Gleichaltrigen kennenlernen. Kinder und Jugendliche können sich beim Verein für einen Arbeitseinsatz auf einem Bauernhof ihrer Wahl anmelden. Sie unterstützen die Bauernfamilie während einer bis mehreren Wochen bei der Arbeit auf dem Hof und im Stall. Mehr dazu findest du unter Agriviva.ch.

Hygiene und Gesundheit: So schützt du deine Familie praktisch und alltagstauglich

Ein Bauernhof ist kein steril sauberer Ort – und das ist auch nicht das Ziel. Trotzdem lohnt sich ein klarer Hygiene-Plan, weil Tiere, Stall und Rohprodukte bestimmte Infektionen begünstigen können. Besonders wichtig ist das bei Kleinkindern, die noch vieles an den Mund nehmen.

Händehygiene als wichtigste Massnahme

Plane Händewaschen fest ein: nach dem Streicheln von Tieren, nach Stallbesuchen, nach dem Spielen im Heu oder im Sand rund um den Hof, vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist, kann ein Händedesinfektionsmittel für zwischendurch helfen – es ersetzt aber das Händewaschen nicht, wenn Hände sichtbar schmutzig sind. 

Essen, Trinken und Rohprodukte: lieber klar nachfragen

Auf vielen Höfen gibt es hofeigene Produkte. Für Kinder gilt: Rohmilch und nicht ausreichend erhitzte Produkte können Keime enthalten. Frage aktiv nach, ob Milch pasteurisiert ist und ob Käse/Glace aus pasteurisierter Milch hergestellt werden. Achte ausserdem darauf, dass Kinder nicht direkt im Stall essen oder trinken und dass Trinkflaschen nicht auf Stallböden oder Futtertrögen abgestellt werden.

Kleine Wunden ernst nehmen

Schürfungen gehören auf dem Bauernhof dazu. Reinige kleine Wunden möglichst rasch mit Wasser, decke sie ab und achte auf saubere Hände beim Versorgen. Wenn eine Wunde gerötet ist, pocht, stark schmerzt oder wenn Fieber dazukommt, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Für die Reiseapotheke sind Pflaster, Desinfektionsmittel, eine Pinzette (z.B. für Splitter) und ein Zeckenentferner praktisch.

Zecken und Sonne: Schutz gehört zur Bauernhof-Ausrüstung

Auf Wiesen, Waldrändern und in hohem Gras können Zecken vorkommen. Ziehe Kindern wenn möglich geschlossene Schuhe an und kontrolliere am Abend den ganzen Körper (insbesondere Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz). In vielen Regionen der Schweiz ist ausserdem ein konsequenter Sonnenschutz wichtig, weil Kinderhaut empfindlicher ist.

Sicherheit auf dem Hof: Diese Regeln helfen – ohne die Ferien zu «verbieten»

Viele Unfälle passieren nicht «bei der Arbeit», sondern in unübersichtlichen Momenten: wenn Kinder frei herumrennen, Maschinen fahren oder Tiere erschrecken. Klare Regeln nehmen Kindern den Spass nicht, sie geben Orientierung.

Grundregeln für Kinder (und Erwachsene)

  • Nie ohne Erlaubnis in Stall, Maschinenraum oder Heulager: Diese Bereiche sind spannend, aber nicht zum Spielen gedacht.
  • Traktor, Hoflader, Anhänger: Abstand halten. Tote Winkel sind gross, und es kann jederzeit rangiert werden.
  • Tiere nicht von hinten erschrecken, nicht rennen, nicht schreien im Stall. Auch liebe Tiere können aus Reflex treten oder stossen.
  • Waschen nach Tierkontakt und Finger weg vom Gesicht, bis die Hände sauber sind.
  • Heu/Stroh nur dort, wo es erlaubt ist: Heulager können einsturzgefährdet sein, ausserdem besteht Staubbelastung.

Mithelfen-Regeln: So wird es fair, sicher und stressarm

Mithelfen ist dann ein Gewinn, wenn Aufgaben zum Alter passen, gut erklärt sind und klar ist, wer wofür verantwortlich ist. Du kannst vorab (oder beim Ankommen) gezielt nachfragen:

  • Welche Aufgaben sind für welches Alter geeignet? (z.B. Tiere füttern mit Anleitung, Eier holen, Kräuter ernten, Gemüse giessen)
  • Wie ist die Aufsicht geregelt? Bleiben Kinder bei dir, bei der Bäuerin/dem Bauern oder gibt es feste Zeiten?
  • Welche Schutzkleidung wird erwartet? (z.B. feste Schuhe, wetterfeste Kleidung, Handschuhe)
  • Was ist strikt tabu? (z.B. Maschinen bedienen, allein in die Weide, Tiere ohne Begleitung führen)
  • Wie werden Hygiene und Lebensmittelkontakt gehandhabt? (z.B. Händewaschen vor dem Mithelfen in der Hofküche, getrennte Schuhe für Stallbereich)

Hilfreich ist ausserdem ein «Start-Ritual»: Lass dir gemeinsam mit den Kindern einmal zeigen, wo sie sein dürfen, wo nicht – und wo ihr euch meldet, wenn etwas ist. Kinder profitieren dabei von Wiederholung und klaren, kurzen Regeln. Für dich als Elternteil gilt: Du musst nicht beweisen, dass du alles kannst. Es ist völlig ok, nachzufragen oder bei Unsicherheit eine Aufgabe abzulehnen.

Seriöse Plattformen und Anbieter: Woran du Qualität erkennst

Damit Erwartungen und Realität zusammenpassen, lohnt es sich, auf transparente Informationen zu achten. Gute Anbieter beschreiben klar:

  • Unterkunftsart (eigene Ferienwohnung, Zimmer, Schlafen im Stroh) und was inklusive ist
  • Mithelfen ja/nein und in welchem Umfang
  • Sicherheitsregeln (z.B. Maschinenbereiche, Tierkontakt, Spielbereiche)
  • Hygiene-Standards (Handwaschmöglichkeiten, Umgang mit Hofprodukten)
  • Kindertauglichkeit (Spielmöglichkeiten, Nähe zu Gewässern/Strassen, Zäune)

Für die Schweiz sind insbesondere diese etablierten Angebote und Übersichten hilfreich: der Verein «Ferien auf dem Bauernhof» (mit Qualitätssiegel), Agriviva für betreute Arbeitseinsätze/Camps sowie schlaf-im-stroh.ch für Übernachtungen im Stroh.

Ferien auf dem Bauernhof in der Schweiz

Mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnete Bauernhöfe in der Schweiz und in Frankreich findest du auf der Webseite und im Reisekatalog des Vereins «Ferien auf dem Bauernhof». Eine Kuh steht für einen ausgezeichneten Betrieb. Ein Heurechen zeigt an, dass Mithelfen erwünscht ist. Tiersymbole geben an, welche Tiere anzutreffen sind.

Schöne Bauernhöfe im Tessin

Im Tessin ist die italienische «Dolce vita» auch bei Ferien auf dem Bauernhof spürbar. Im Bauernhaus Il Mugnaio werden sogar Esel-, Maultier- und Alpakatrekkings angeboten! Und hoch über Cadenazzo könne Familien den Hof La Vigna kennenlernen.

Bauernhöfe in Graubünden

Die Feriendestination Graubünden empfiehlt auf ihrer Homepage verschiede Bauernhöfe für Ferien, bei denen Gross und Klein mitanpacken können. Zu diesen gehören der Biohof Puntetta im ruhigen Val Müstair oder der Biohof Cotti in Bivio, Albula, auf dem Familien in Jurten übernachten können.

Bauernhöfe im Jura

Heuen, Tiere Fütter, Pferde streicheln: Auf dem Bauernhof Champ du Fol im Kanton Jura ist dies möglich. Nach der strengen Arbeit darf in der Ferienwohnung entspannt werden. Wer in seinen Ferien noch im Stroh schlafen möchte, ist auf den Hof Ferme le Peu Girard richtig.

Bauernhöfe im Wallis

Die Internetseite Bauernhof-Ferien.ch zeigt eine grosse Auswahl an verschiedenen Bauernhöfen an, welche entweder einfache Ferien oder Ferien mit Mithilfe auf dem Hof anbieten. Im Wallis ist dieses Angebot besonders gut: Auf dem Bio Hof Eggmatt in Alpnach erlebst du das Alpleben beispielsweise aus erster Hand. Und auf dem Hof Cholere in Langnau gibt es sogar die möglichkeit, die hofeigenen Pferde zu reiten!

Bauernhöfe am Bodensee und im Appenzell

In der Region Bodensee-Thurgau gibt es viele gute Angebote für Ferien auf dem Bauernhof. Der Kanton Thurgau ist bekannt für ihre Äpfel und für ihren Süssmost. Vielleicht dürft ihr ja auf einem dieser Bauernhöfe bei der Ernte mithelfen? Für Pferdefans eignet sich der Bauernhof Brikerhof in Bühler (AR). Auf diesem Hof können Kinder auch Feriencamps mit Pferden geniessen!

Bauernhöfe in den Nachbarländern

Wer seine Ferien nicht in der Schweiz verbringen möchte, findet auch in unseren Nachbarländern schöne Bauernhöfe, die Ferien anbieten.

Bauernhöfe im Schwarzwald (DE)

Im Schwarzwald gibt es eine Vielzahl an Bauernhöfe, bei denen Familien übernachten und mit anpacken können. Wer verschiedene Tiere kennenlernen möchte und zwischendurch die ein oder andere Wanderung unternehmen möchte, ist im Ferienhaus Kienzler in Schönwald an der richtigen Adresse. Mehr Bauernhöfe gibt es auf der offiziellen Tourismusseite des Hochschwarzwaldes.

Bauernhöfe an der Ost- und Nordsee (DE)

Wer seine Bauernhofferien mit Strandferien verbinden möchte, ist in Norddeutschland an der richtigen Adresse. Der Naturerlebnishof Helle in Thumby ist ideal für Bauernhofferien mit Kindern und Kleinkindern. Hier gibt es Kaninchen, Esel, Ponys und vieles mehr zu entdecken. Auf der Internetseite bauernhofurlaub.de findest du noch mehr vergleichbare Bauernhöfe in Deutschland.

Bauernhöfe in Tirol (Ö)

Tirol ist bekannt für seine vielen Bauernhöfe und sein grosses Netz ausgeschilderter Wanderrouten. Eine ruhige Lage, wunderschöne Natur und hohe Berge soweit das Auge reicht lassen sich beispielsweise auf dem Tierhof in Nauders finden. Ganz besonders charmant übernachten Familien in der 260 Jahre alten Blockhütte des Straganzhofs in Iselsberg.

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