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Sprachaufenthalt im Ausland – Englisch lernen leichtgemacht

Ins Ausland reisen und eine Fremdsprache lernen? Sprachreisen fördern nicht nur die Sprachkenntnisse der Jugendlichen, sondern erweitern auch kulturelle und persönliche Entwicklungen.

Sprachaufenthalte im Ausland

Einige Schüler der Schweiz wollen Ihr Englisch bei einem Sprachaufenthalt verbessern. Foto: LeoPatrizi, E+

Die meisten Schweizer Jugendlichen träumen davon, nach der Schulzeit erst einmal reisen zu gehen. Geht es nach den Eltern, so soll aber so wenig Zeit wie möglich zwischen Schule und Weiterbildung «verloren» gehen. Weshalb also nicht einen Kompromiss eingehen? Bei einem Sprachaufenthalt im Ausland profitieren beide Parteien zu Genüge. Allerdings sind Auslandsaufenthalte nicht wirklich günstig, Versicherungen, Unterkunft und Anreise müssen auch noch organisiert werden.

Mit diesen 3 Tipps steht einem Sprachaufenthalt nichts mehr im Wege:

Welche ist die passende Sprachreise?

Der einfachste Weg, einen Sprachaufenthalt zu buchen, führt über eine Agentur. Sprachschule, Unterkunft, Ab- und Anreise werden dort in einem individuellen Angebot zusammengestellt.

Oft verbergen sich aber hinter verlockend klingenden Angeboten versteckte Kosten, wie zum Beispiel Agentur- und Vermittlungsgebühren. Eine umfangreiche Recherche ist also das A und O. Im Voraus sollten verschiedene Sprachkursangebote verglichen und die Bewertungen ausgiebig begutachtet werden. Die Preise sind von Land zu Land verschieden, liegen aber circa zwischen 4000 und 8000 Franken.

Je nach Schule unterscheidet sich die Qualität des Unterrichts. Die Kurse reichen von Standard- bis zu Intensivkursen und sollten dem Niveau des Schülers angepasst sein.

2 England, Malta oder Frankreich? Welches Land eignet sich am besten?

Zu Beginn stellt sich die Frage, welche Sprache vertieft werden soll. Ob Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch: Sowohl Europa, als auch Nord- und Südamerika bieten viele sehenswerte Länder, in denen Sprachschulen besucht werden können.

England und Malta sind die beliebtesten Ziele für eine Sprachreise. Trotzdem sollte nach persönlichen Präferenzen entschieden werden. Gibt es ein Land, das in Bezug auf die Landschaft, Städte und die Kultur überzeugt? Die beliebtesten Städte für Sprachkurse sind London und New York. 

Exotische Länder ausserhalb von Europa, wie zum Beispiel Südafrika oder Neuseeland sollten nur bereist werden, wenn der Aufenthalt länger als zwei Wochen andauert – das liegt auch an den vergleichsweise hohen Flugkosten.

3 Welche Versicherungen und Unterlagen werden benötigt?

Stehen Destination und Sprachkurs fest, so sollten entsprechende Reisevorkehrungen getroffen werden. Meist bietet die eigene Versicherung einen umfangreichen Versicherungsschutz, jedoch wird empfohlen, dies zu überprüfen. Eine plötzliche Erkrankung, verlorene Gepäckstücke oder sogar ein Rücktritt von der Reise dürfen nicht ausser Acht gelassen werden.

Arzt- und Spitalkosten sind in Ländern der EU und EFTA weitgehend gedeckt. Geht es hingegen über diese Grenzen hinaus, sollte eine zusätzliche Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Auf keinen Fall vergessen, alle wichtigen Dokumente (am besten doppelt) auszudrucken und einzupacken!

Erfahrungsbericht: Sprachaufenthalt auf Malta

Als ich kurz vor dem Schulabschluss stand, entschied mein Vater, mich auf einen Sprachaufenthalt nach Malta zu schicken. Seine Absicht war es, mein Englisch für die bevorstehende Abschlussprüfung auf Hochtouren zu bringen. Natürlich war ich dem nicht abgeneigt, Malta, Sonne, Strand und andere Jugendliche, klangen durchaus verlockend. 

Ich reiste damals mit einer bekannten Agentur. Unterkunft, An- und Abreise sowie die Sprachschule wurden für mich organisiert – dafür musste mein Vater auch eine ordentliche Summe in die Hand nehmen. Am ersten Tag nahmen die Schüler ­– bis auf mich und ein paar Weitere – an einem Einstufungstest teil. Mit dessen Auswertung wurde entschieden, welchen Kurs sie besuchen. Wir anderen waren stattdessen für den Schulabschluss-Vorbereitungskurs angemeldet und deshalb schon in eine Klasse eingeteilt worden.

Unsere Lehrerin war eine Einheimische, sprach aber fliessendes Englisch mit einem leichten Akzent. Zu meinem Nachteil waren alle Teilnehmer meiner Klasse deutschsprachig, was dazu führte, dass wir untereinander kein Englisch sprachen. Ansonsten tummelten sich Franzosen, Italiener und Spanier unter den Lernbegierigen.

Unglücklicherweise war mein Kurs auf den allgemeinbildenden Abschluss ausgelegt, weshalb ich mit meinem schulischen Schwerpunkt auf Wirtschaft eher fehl am Platz war. Im Unterricht analysierten und interpretierten wir englische Lektüren. Das war an sich aufschlussreich, doch für mich nicht zielführend. Als ich meine Abschlussprüfung schrieb, mussten wir 2 Aufsätze verfassen, die nichts mit der Interpretation von Lektüren zu tun hatten. Dass sich die Prüfungsinhalte so stark unterscheiden würden, hatten weder ich noch mein Vater bedacht. Und welche Lerninhalte dieser Vorbereitungskurs der Sprachschule umfasst, wurde über die Beschreibung der Agentur nicht deutlich.

Um zum restlichen Teil des Sprachaufenthalts zu kommen: Das Hotel war komfortabel, das Essen okay und die Aktivitäten ausserhalb der Sprachschule abwechslungsreich. Durch das sonnige Wetter und das Meer war die Urlaubsstimmung garantiert. Die meisten Schüler waren im selben Hotel untergebracht, weshalb ich schnell Anschluss fand. Mittags wurden gemeinsam mit den Betreuern der Agentur Ausflüge gemacht und abends traf man sich in lockerer Atmosphäre. Alles in allem wurde uns ein vielfältiges Programm geboten. 

Mein Fazit: Eine Sprachreise ist ein tolles Erlebnis, ein Muss um Englisch zu lernen ist es jedoch nicht. Die Organisation über eine Agentur ist vermutlich teurer, dafür stressfrei. Ich musste mich um nichts kümmern und meine Sprachreise verlief reibungslos. Es empfiehlt sich im Voraus zu recherchieren, in welchem Land viele anderssprachige Jugendliche an Sprachaufenthalten teilnehmen. Es hätte sicherlich geholfen, wenn man untereinander, bei Ausflügen, während des Essens und abends ausschliesslich Englisch gesprochen hätte. Den wichtigsten Ratschlag, den ich allen Interessierten ans Herz legen will: Die Beschreibungen der Kursinhalte genau lesen, damit ihr auch wirklich dort landet, wo ihr anknüpfen möchtet. Good luck and a nice journey.