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Tipps für die Gesundheit auf Reisen mit Kindern

Mit Kindern verreisen kann herausfordernd sein. Für ihre Gesundheit haben wir umfassenden Leitfaden zusammengestellt - Vorsorge, Tipps am Ferienziel und während der Reise.

Wenn die Kinder gesund sind, macht das Reisen in die Ferien auch Spass.
Mit gesunden Kindern die Ferien geriessen - das Ziel aller Eltern. Foto: Digital Vision, Thinkstock

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Wenn dein Kind chronisch krank ist, regelmässig Medikamente braucht, sehr jung ist (insbesondere unter 3 Monaten) oder ihr in Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko reist, plane die Reisegesundheit frühzeitig mit einer Ärzt:in.

Die 10 wichtigsten Gesundheits-Checks vor der Reise 

  1. Reiseroute prüfen: Ziel(e), Dauer, Höhenlage, Klima, geplante Aktivitäten (Wasser, Berge, Tiere, Offroad).
  2. Impfstatus checken: Basisimpfungen gemäss Schweizer Impfplan sowie ggf. Reiseimpfungen (Timing beachten).
  3. Kinderärztliche Einschätzung: Bei Asthma, Allergien, Neurodermitis, Immunsuppression oder nach kürzlichen Infekten: Reise- und Flugtauglichkeit kurz besprechen.
  4. Medikamente & Rezepte: Ausreichend Vorrat + Reserve (Handgepäck), Originalpackung, Dosierungsplan.
  5. Reiseapotheke ergänzen: Fieber/Schmerz, Wunden, Allergie, ORS (orale Rehydratationslösung) für Durchfall, Thermometer.
  6. Sonne/Hitze planen: UV-Schutz (Kleidung, Schatten, Sonnencreme), Trinkstrategie, Tagesrhythmus.
  7. Insekten- & Zeckenschutz: Je nach Region Repellent, Moskitonetz, lange Kleidung; Zeckenkarte/Pinzette.
  8. Notfallwege vor Ort: Kinderarzt, Notfallstation, Apotheke, Notrufnummern im Handy speichern.
  9. Versicherung & Dokumente: Versicherungsschutz im Ausland klären (inkl. Rücktransport), Ausweise/Versichertenkarte, ggf. Vollmacht bei Alleinreise.
  10. Sicherheit unterwegs: Passendes Rückhaltesystem, Pausen, Essen/Trinken für den Weg, Strategien gegen Reisekrankheit.

Reisegesundheit in 15 Minuten planen 

Du musst nicht alles perfekt machen. Oft reichen ein paar gezielte Schritte, damit du dich am Reisetag sicherer fühlst und im Notfall schneller handeln kannst.

BAG/HealthyTravel nutzen: Ziel, Dauer, Aktivitäten

Für viele Länder ändern sich Empfehlungen je nach Saison, Region und Art der Reise. Wenn du vorab die Eckdaten sammelst (Land/Region, Reisedauer, Unterkunftsstandard, Aktivitäten wie Trekking, Baden, Tierkontakte), kannst du dich gezielt vorbereiten. 

  1. Destination abklären: Notiere Länder/Regionen, Reisezeit und ob ihr eher in Städten, ländlich oder «abgelegen» unterwegs seid.
  2. Risiken realistisch einschätzen: Baden in Seen/Meer, Trekking, Kontakt zu Tieren, grosse Hitze, Höhenlage, Mückengebiete.
  3. Impfplan & Reiseimpfungen prüfen: Basisimpfungen gemäss Schweizer Impfplan, dann je nach Ziel zusätzliche Impfungen 
  4. Timing festlegen: Termin 4–6 Wochen vorher einplanen; bei komplexen Reisen (lang, abgelegen, tropisch) eher früher.
  5. Medikamente & Notfallplan: Dosierungen schriftlich, Reserve im Handgepäck, Plan für Fieber, Allergie, Durchfall, Asthma.
  6. Wo ist Hilfe vor Ort? Adresse/Telefon von Kinderarzt, Notfallstation, Apotheke sowie Notrufnummern speichern.

Kinderarzt/Impfplan: Timing (4–6 Wochen vorher)

Plane den Termin idealerweise 4–6 Wochen vor Abreise. So bleibt Zeit für Impfungen, mögliche Nebenwirkungen (z.B. kurzfristiges Fieber) und für die Frage, welche Medikamente sinnvoll sind. 

Besprich die Reise mit deinem Kinderarzt. Er wird dich auf mögliche Auswirkungen einer Flugreise oder die nötigen Vorsichtsmassnahmen am Ferienort aufmerksam machen. Erkundige dich am Ferienort im voraus nach einem Kinderarzt, der Notfallstation und der nächsten Apotheke.

Wie jede Veränderung kann auch das Einleben in die neue Umwelt etwas Zeit beanspruchen. Die Kleinen haben anfangs oft Mühe mit dem Einschlafen. Am von Zuhause gewohnten Gute-Nacht-Ritual sollte deshalb nichts geändert werden. Lass die Kleinen sich auch langsam an die neuen Essensgewohnheiten gewöhnen und nimm eventuell einige Nahrungsmittel von Zuhause mit (wie die Lieblingsflocken). Ein geregelter Tagesablauf wird ihnen auch in den Ferien helfen, sich leichter zurechtzufinden.

Zeitverschiebung

Für den kindlichen Organismus ist es oft schwieriger, sich an verschobene Tages- und Nachtzeiten zu gewöhnen. Du kannst die Schlafenszeiten schon ein paar Tage vorher schrittweise anpassen (je nach Richtung der Reise) und vor Ort viel Tageslicht nutzen. Tageslicht am Vormittag hilft häufig beim «Vorstellen» der inneren Uhr, abendliches helles Licht kann das Einschlafen verzögern.

Vorsorge-Impfungen

Der Arztbesuch ermöglicht auch die Überprüfung des Impfschutzes, denn bei Kleinkindern ist dieser ganz besonders wichtig. Nach der Impfung können beim Kind Nebenwirkungen wie Unwohlsein und leichtes Fieber auftreten. Warte mit Impfungen deshalb nicht bis zum letzten Moment.

Für gewisse Länder werden zusätzliche Impfungen gefordert (siehe TCS-Länderbroschüren "Gute Reise !"). Besprich mit deinem Kinderarzt, ob diese Impfungen für dein Kind im gegenwärtigen Gesundheits- und Entwicklungsstand gemacht werden können. Besprich den Inhalt der Reiseapotheke mit deinem Kinderarzt, der dir die dem Kind entsprechende Zusammensetzung empfiehlt und die für den Notfall erforderlichen Medikamente verschreibt.

Reiseapotheke - das gehört hinein

Das gehört in die Reiseapotheke:

  • Fiebermesser und fiebersenkende Zäpfchen
  • Medikamente für Durchfall
  • Spezialernährungsprodukte bei Durchfall
  • Sterile Augen-, Ohren- und Nasentropfen und Hustensirup bei Erkältung und schmerzstillende Tropfen oder Zäpfchen
  • Desinfizierungsmittel (ohne Jodgehalt)
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor
  • Gel zur Pflege von Sonnenbrand
  • Insektenschutz- und Heilmittel
  • Sterile Gaze-Kompressen
  • Elastische Binden, Heftpflaster

Reisekrankheit

Reisekrankheit beginnt oft mit Benommenheit, dann Müdigkeit, Blässe, kalter Schweiss, Übelkeit und Erbrechen. Manche Kinder profitieren von häufigen Pausen, frischer Luft und ruhigem Blick nach vorne (nicht seitlich aus dem Fenster). Leichte Mahlzeiten vor der Fahrt und genügend Flüssigkeit können helfen. Kurz vor der Abreise einzunehmende Tropfen oder Tabletten, spezifische Armbänder, die auf Akupunkturpunkte einwirken usw. können vorbeugen. Lass dich dazu von deiner Kinderärzt:in oder in der Apotheke beraten – besonders bei kleineren Kindern ist die Wahl des Präparats und die Dosierung entscheidend.

Grössere Kinder können auf dem Vordersitz Platz nehmen (natürlich mit einem entsprechenden Rückhaltesystem), denn dort ist die Stabilität des Fahrzeuges am grössten. Fordere die Kinder auf, nach vorne und nicht seitlich zum Fenster hinaus zu schauen. Falls dein Kind sich über Schlechtsein beklagt, so schnell wie möglich an die frische Luft gehen, damit sich das Symptom nicht verstärkt. Selbstverständlich sollte im Beisein von Kindern nicht geraucht werden. >> Verweise

Im Notfall

  • Im Auto: Halte an, verlasse mit deinem Kind das Fahrzeug und mache einige Schritte im Freien. Gib ihm etwas Wasser oder ungezuckerten Tee zu trinken.
  • Im Flugzeug: Richte die Sitzlehne in die vertikale Position und sage dem Kind, es soll möglichst ruhig sitzenbleiben, den Kopf leicht vorüber geneigt. Die Druckunterschiede, eher bei der Landung als beim Start zu spüren, können Ohrensausen und - vor allem bei Erkältungen
  • Ohrenschmerzen verursachen. Diese Unannehmlichkeiten können durch häufiges Schlucken (Trinken, Kaugummi, Bonbon) und Gähnen gemildert werden.
  • Auf dem Schiff: Gehe aus der Kabine oder den Innenräumen nach draussen an die frische Luft. Halte dich in der Mitte des Schiffes und so nahe an der Wasseroberfläche wie möglich auf. Mache ein paar tiefe Atemübungen mit deinem Kind.

Sonne & Hitze: Schweizer Faustregeln für Kinder

Kinder reagieren empfindlicher auf Hitze und UV-Strahlung als Erwachsene. Plane deshalb bewusst: Schattenzeiten, Trinkpausen und Kleidung sind oft wirksamer als «nur» mehr Sonnencreme.

UV-Schutz: Kleidung, Schatten, Sonnencreme (SPF 30–50+)

  • Schatten vor Sonne: Meide wenn möglich die stärkste UV-Zeit rund um den Mittag, vor allem in den ersten Ferientagen.
  • Kleidung schützt zuverlässig: Hut mit breiter Krempe/Nackenschutz, luftige langärmlige Shirts, dicht gewebte Stoffe; bei Wasseraktivitäten UV-Shirts.
  • Sonnencreme als Ergänzung: Für Kinder ist in der Praxis meist SPF 30–50+ sinnvoll, grosszügig auftragen und regelmässig erneuern (besonders nach Baden, Schwitzen, Abtrocknen).
  • Augen schützen: Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz, besonders am Wasser, im Schnee und in den Bergen.

Dehydrierung erkennen: Trinkplan & Warnzeichen

Hitze, ungewohnte Aktivität und Durchfall erhöhen das Risiko für Flüssigkeitsmangel. Hilfreich ist ein einfacher «Trinkrhythmus»: regelmässig kleine Mengen anbieten, nicht erst warten, bis dein Kind durstig ist. Bei kleinen Kindern sind weniger nasse Windeln, sehr dunkler Urin, trockene Lippen, Teilnahmslosigkeit oder Schwindel Warnzeichen. Bei Verdacht auf deutliche Austrocknung solltest du medizinisch abklären lassen.

Die kleinen Feriengäste sind ganz besonders empfindlich auf Hitze und Sonnenbrand. Hier einige Tips, die übrigens auch für Erwachsene gelten...

  • Schütze deinen kleinen Sprössling mit einem Sonnenhut vor einem Sonnenstich, auch wenn er die Kopfbedeckung nicht unbedingt zu schätzen weiss. Vielfach ist es auch angebracht, den Kleinen zeitweise ein T-Shirt anzuziehen, damit sie sich beim Spielen keinen Sonnenbrand holen.
  • Schütze seine Haut mit einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor und reibe ihn nach jedem Bad wieder ein.
  • Eine Sonnenbrille schützt die Augen vor den Sonnenabstrahlungen des Meeres, Sandes und eventuell des Schnees.
  • Meide Strandaufenthalte während der grössten Hitze und gönne dem Kind eine kleine Siesta, auch wenn es Zuhause am Nachmittag nicht mehr schläft.
  • Lass die Kinder vor allem während den ersten Tagen nicht länger als eine Viertelstunde an der prallen Sonne und steigere je nach Hauttyp die Dauer nach und nach.
  • Falls die Kinder dennoch einen Sonnenbrand erwischt haben, ein Gel oder sonst eine erfrischende Salbe auftragen und die Sonne während ein oder zwei Tagen meiden.
  • Achte auf genügend Hautfeuchtigkeit und trage ihm nach dem abendlichen Bad eine Feuchtigkeitscreme (Après-Soleil) auf.
  • Bei einem Sonnenstich (Kopfweh, Unwohlsein, Erbrechen, Krämpfe) muss es sich ausruhen, viel trinken und vor allem im Schatten bleiben.

Vermeide das Barfusslaufen am Strand. Abgesehen vom Verletzungsrisiko durch verschiedene Gegenstände (Muscheln, Scherben, Stachel der Seeigel usw.) und Infiltrationen durch den direkten Kontakt mit im Boden enthaltenen Parasiten (Sandflöhe, Larven von Darmwürmern) können sich die kleinen Strandgänger die Füsse verbrennen, ohne dass man sich dessen bewusst wird (vor allem bei feinem Sand).

Aufgepasst bei Luftzug: zwar ist es bei grosser Hitze sehr erfrischend, ein leichtes Lüftchen zu spüren, doch kann dies auch im Sommer zu sehr unangenehmen Erkältungen führen. In klimatisierten Räumen (Hotelzimmer, Restaurant) kannst du den Kleinen einen leichten Pullover überziehen, um den grossen Temperaturunterschied mit draussen auszugleichen.

Insekten & Zecken

Repellent/Netz/Kleidung, Zeckenentfernung

Besonders unangenehm sind Stechmücken, die sich an Meeresküsten, an Seen und Teichen und in den Lichtkegeln bei einbrechender Nacht besonders wohl fühlen. Um dir nicht die Ferien verderben und den Schlaf rauben zu lassen, gibt es Schutz: Trage auf unbedeckten Körperstellen ein geeignetes Repellent auf und achte darauf, dass es für Kinder zugelassen ist. Nachts ist in stark betroffenen Regionen ein Moskitonetz oft der beste Schutz. Wirksame Alternativen können elektrische Mückenschutzsysteme im Zimmer sein (korrekt angewendet, ausser Reichweite von Kindern). Von brüsken Bewegungen in der Nähe von Bienen und Wespen ist abzusehen. Das ist immer noch der beste Schutz.

Zecken (auch in der Schweiz relevant): Kontrolliere nach Wald- und Wiesenaufenthalten Haut und Kopfhaut, besonders in Kniekehlen, Leisten, am Haaransatz und hinter den Ohren. Entferne Zecken möglichst rasch mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte, indem du sie hautnah greifst und langsam herausziehst. Beobachte die Stichstelle in den folgenden Wochen. Bei sich ausbreitender Rötung, Fieber oder auffälliger Müdigkeit solltest du ärztlich abklären lassen.

Magen/Darm unterwegs

ORS/Flüssigkeit: was hilft, was nicht

Durchfall und Verstopfung - aufgrund anderer Essens- und Schlafenszeiten, prekärer hygienischer Verhältnisse, ungewohnter Nahrungsmittel - gehören zu den häufigsten Beschwerden auf Reisen. Oft sind sie harmlos und klingen innert 24 bis 48 Stunden ab. Wichtig ist: Flüssigkeit hat Priorität. Bei Durchfall kann eine orale Rehydratationslösung (ORS) besonders bei kleineren Kindern hilfreich sein, weil sie Wasser und Salze in einem sinnvollen Verhältnis ersetzt. Biete häufig kleine Schlucke an. Geeignet sind auch Wasser und Tee; stark gezuckerte Getränke können Durchfall verschlimmern.

Gib deinem Kind z.B. Reis, gekochte Karotten und Bananen zu essen, wenn es das mag. Zwinge es nicht zum Essen – Trinken ist wichtiger. Wenn dein Kind noch gestillt wird, kannst du weiterhin stillen. Vermeide auf jeden Fall Milchprodukte, bis der Durchfall abgeklungen ist, wenn du merkst, dass sie die Beschwerden verstärken.

Wann zum Arzt: Blut im Stuhl, hohes Fieber, Austrocknung

Sollten die Symptome länger als 48 Stunden anhalten oder mit Fieber verbunden sein, solltest du ärztlich abklären lassen. Gehe auch früher, wenn Blut im Stuhl, starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen oder klare Zeichen von Austrocknung dazukommen.

Auch bei Verstopfung sollte viel getrunken werden (Mineralwasser oder Fruchtsäfte). Gib deinem Kind viel Gemüse (abgekocht), meide hingegen Reis und Kartoffeln.

Vorsichts- Die Regel "Siede, koche, schäle oder lass es massnahmen bleiben" ist für alle Nahrungsmittel in heissen Regionen vor allem in den ersten Aufenthaltstagen von Bedeutung. Krankmachende Erreger werden durch Hitze abgetötet, besiedeln aber rasch wieder Speisen, wenn sie nicht geschützt werden.

Risikoreich und zu meiden sind:

  • Leitungswasser als Trinkwasser, als Eis oder zum Zähneputzen; Speiseeis;
  • Salate und rohes Gemüse;
  • Früchte, die man nicht selbst geschält hat.

Vergiftungen & Notfälle

Notrufnummern CH & Ausland, Tox Info 145

Gerade in den Ferien passieren Vergiftungen schnell: ein Schluck Reinigungsmittel, ein Medikament vom Nachttisch, Pflanzenteile, Nikotinbeutel, Alkoholreste oder auch lokale Produkte, die du nicht kennst. Wichtig ist: ruhig bleiben und rasch fachlich abklären.

In der Schweiz erreichst du bei Vergiftungen Tox Info Suisse unter 145 (24/7). Halte wenn möglich bereit: Alter und Gewicht des Kindes, was eingenommen wurde (Produktname/Foto), geschätzte Menge, Zeitpunkt, aktuelle Symptome und deine Telefonnummer. Kein Erbrechen auslösen, keine «Hausmittel» geben und nichts zu trinken geben, bevor du klare Anweisungen hast – ausser das Kind hat bewusst etwas Ätzendes im Mund, dann kann vorsichtiges Ausspülen sinnvoll sein (Tox Info Suisse, 2023).

Aus dem Ausland gilt je nach Land die lokale Notrufnummer. Wenn du eine Schweizer Nummer erreichen musst und Roaming verfügbar ist, kann Tox Info Suisse in der Regel über die internationale Vorwahl kontaktiert werden (Landesvorwahl Schweiz +41, danach ohne führende Null): +41 44 251 51 51 (Tox Info Suisse, 2023). In akuten lebensbedrohlichen Situationen (Bewusstlosigkeit, Atemprobleme, Krampf) rufe sofort den lokalen Notruf.

Notfallnummern CH (speichern!)

  • 144 Sanität (medizinischer Notfall)
  • 145 Tox Info Suisse (Vergiftungen, 24/7)
  • 1414 Rega (Luftrettung / Hilfe bei Rücktransportfragen)

Tox Info Suisse (145) – Informationen

Dokumente & Versicherung 

Prüfe vor Abreise, welche Kosten im Ausland durch deine Krankenkasse gedeckt sind und ob eine Zusatzversicherung sinnvoll ist – besonders in Ländern mit hohen Gesundheitskosten. Nimm die wichtigsten Dokumente digital und auf Papier mit (Versichertenkarte, Ausweise, Medikamentenplan). Bei chronischen Erkrankungen kann zudem ein kurzer Arztbrief hilfreich sein.

Minimaldeckung

Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Pflegekosten (Behandlungs- und Spitalkosten) in Notfällen im Ausland bis zum doppelten Betrag der am Wohnort des Versicherten geltenden Tarife zu übernehmen.

Zusatzversicherung

Anlässlich einer Reise in ein Land mit höheren Pflegekosten (zum Beispiel in die Vereinigten Staaten), solltest du dir unbedingt überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, eine kurzfristige zusätzliche Ferien- und Reiseversicherung abzuschliessen. Alle Krankenkassen bieten sie ihren Versicherten an. Diese Versicherung garantiert dir die Deckung der Pflegekosten bis zum im Vertrag bestimmten Betrag. Badefreuden Bevor du die kleinen Meerjungfern und Jungpiraten ins kühle Nass stürmen lässt, erkundige dich zuerst über besondere Gefahren der Küste wie Gezeiten mit starken Wellen, schnell tief werdendes Wasser, Umweltverschmutzung, quallenverseuchte Gewässer, gefährliche Strände usw.

Checkliste: Vor Reiseantritt

  • Impfstatus gemäss Schweizer Impfplan prüfen, Reiseimpfungen rechtzeitig planen (4–6 Wochen vorher).
  • ORS (orale Rehydratationslösung) einpacken (vor allem mit Kleinkindern).
  • Sonnenschutz (Hut, UV-Kleidung, Sonnencreme SPF 30–50+, Sonnenbrille) vorbereiten.
  • Insekten-/Zeckenschutz passend zur Region (Repellent für Kinder, Moskitonetz, Zeckenkarte/Pinzette).
  • Notfallkontakte speichern (144/145/1414; Adresse von Kinderarzt/Notfallstation am Ferienort).
  • Medikamentenplan und ausreichender Vorrat (plus Reserve im Handgepäck).

Checkliste: Warnzeichen – wann sofort ärztlich abklären?

Sofort medizinisch abklären 

  • Atemnot, pfeifende Atmung, blau verfärbte Lippen oder starke Einziehungen beim Atmen
  • Bewusstseinsveränderung: sehr schläfrig, schwer weckbar, verwirrt, Krampf
  • Deutliche Austrocknung: sehr wenig Urin/keine nasse Windel über längere Zeit, trockener Mund, keine Tränen, kalte Hände/Füsse, auffällige Teilnahmslosigkeit
  • Hohes Fieber oder Fieber mit schlechtem Allgemeinzustand, Nackensteifigkeit, punktförmigem Hautausschlag
  • Blut im Stuhl, starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen oder anhaltender Durchfall
  • Starker Sonnenstich/Hitzeproblem: Erbrechen, Kopfweh, Krämpfe, Benommenheit trotz Schatten und Trinken
  • Allergische Reaktion mit Schwellung im Gesicht, Atemproblemen oder Kreislaufbeschwerden
  • Vergiftung (Einnahme von Medikamenten/Chemikalien/Unbekanntem): sofort Tox Info Suisse 145 kontaktieren

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