Kinder lieben das Sechseläuten

Kinder am Sechseläuten Umzug

Mit Blumen und in Tracht: Die Sechseläuten-Tradition begeistert auch Kinder. Bild: Kookykrys, flickr, cc-Lizenz (by-nc-sa).

Sechseläuten-Fest: Hauptrolle für den Böögg

Denn im Mittelpunkt des Sechseläuten-Festes steht ganz klar der Böögg, ein künstlicher Schneemann. Vom Wortursprung im 15. Jahrhundert her war der Böögg ein maskierter, vermummter Mann und Kinderschreck. Er trieb Unfug oder bettelte auf den Strassen von Zürich. Seit 1893 stellt die Figur des Böögg ausschliesslich den Winter dar, der mit dem Fest vertrieben werden soll. Der Böögg selbst ist 3,40 Meter gross, wiegt 80 Kilogramm und hat einen Kopfumfang von 1,80 Metern. In seinem Körper sind 60 Schweizerkracher, 30 Kanonenkracher und 20 Donnerschläge versteckt und machen ihn hochexplosiv. Um ihn herum versammeln sich nach einem zweistündigen Umzug am Sechseläuten-Tag rund 7000 Zünfter in ihren farbenfrohen Kostümen, Trachten und Uniformen. Dazu kommen ihre Ehrengäste und über 350 Reiter.

Zum klassischen Sechseläutenumzug, der um 15 Uhr startet, können Sie und Ihre Kinder über 50 Wagen und etwa 30 Musikkorps bewundern. Die Zuschauer beschenken während des Festzugs die Zünfter und Ehrengäste mit Blumen und Küsschen.

Pünktlich um 18 Uhr wird es dann spannend: Der Böögg wird auf seinem Scheiterhaufen am Sechseläutenplatz angezündet. Wie lange brennt er wohl bis sein Kopf explodiert? Letztes Jahr brannte er 20 Minuten und 39 Sekunden. Brennt er dieses Jahr kürzer, wird der Sommer 2016 noch besser als der letzte. Vielleicht nehmen Sie für Ihr Kind eine Stoppuhr mit. Anschliessend erfreut sich eine weitere Tradition wachsender Beliebtheit: das Volkswurstbraten. Ihre Kinder werden Freude daran haben, die Glut vom abgebrannten Scheiterhaufen des Böögg als Grill zu benutzen.

Das Sechseläuten gestern und heute

Sechseläuten heisst das Frühlingsfest in Zürich, weil nach diesem Tag seit 1525 der Arbeitsschluss wieder auf 18 Uhr verlegt wurde. Die zweitgrösste Glocke des Grossmünsters läutete nach der Tagnachtgleiche den für das Sommerhalbjahr gültigen Feierabend ein. Damals war der Arbeitsschluss im Winterhalbjahr um 17 Uhr. Über die Jahre ist aus dem Fest der Zünfte ein buntes Frühlingsfest geworden, das interkulturell gefeiert wird. So wird der Kinderumzug zum Beispiel durch die Gruppe «Weltoffenes Zürich» mit ausländischen Kindern aus der Region abgeschlossen.

Der Startschuss für das Sechseläuften-Wochenende feiern Zünfter, Gast und Bevölkerung bereits am Freitag Abend auf dem Lindenhof. Dort präsentiert sich auch der «Gastkanton» mit einer Ausstellung, einem bunten Unterhaltungsprogramm und kulinarischen Spezialitäten. In diesem Jahr ist die Zunft zu Safran Luzern zu Gast unter dem Motto: «Es rüüdig schöns Sächsilüüte».

Autor: Michèle Graf, aktualisiert von der Redaktion am 17. März 2016

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