Die Wahrheit sagen

Klischees sind in der Frauenwelt üppig vertreten: Die Hausfrau ist zu faul und macht es sich mit ihren Kindern daheim gemütlich, die berufstätige Mutter lässt ihre Kinder im Stich, die kinderlose Frau ist nur auf ihre Karriere bedacht und verzichtet deswegen auf Nachwuchs. Frau könnte fast den Eindruck haben, egal wie sie es macht, einen Grund zur Kritik gibt es immer.

Dabei sind es selten Männer, die schlecht über das weibliche Geschlecht reden. Bei Frauen ist das eher der Fall. Die Hausfrau lästert über ihre berufstätige Schwester, weil sie keine Zeit mehr für die Kinder hat. Die berufstätige Schwester lästert über ihre Freundin, weil diese den Kinderwunsch noch mal um ein paar Jahre verschiebt und stattdessen eine neue berufliche Laufbahn einschlägt. Vielleicht ist das der Grund, warum die 1000 ganz normalen Mütter lieber bei der Autorin Romi Lassally beichten gehen, als bei ihren Freundinnen. Dass es besser sein kann, einmal die Wahrheit zu sagen und auf das Image zu pfeifen, haben die von uns befragten Mütter erfahren.

Ehrlich sein kann helfen

Mein Mann und ich treffen uns ab und an mit befreundeten Paaren. Das sind jetzt keine superengen Jugendfreunde, sondern einfach nette Bekannte zum Plaudern. Bisher haben wir nie ernstere Themen angeschnitten. Vor ein paar Wochen haben wir ein Paar zum Essen eingeladen. Bevor sie gekommen sind, habe ich geweint, weil ich mit meinem Mann mal wieder gestritten habe. Die Männer waren mit den Kindern beschäftigt, wir waren allein in der Küche. Sie sagte: «Ach, hast du Zwiebeln geschnitten!» Da ist es aus mir rausgerutscht: «Nein, ich habe vorher geflennt, weil ich nicht weiss, wie es bei uns weitergehen soll.» Sie schaute mich an und hat die Karten auf den Tisch gelegt, wie es nämlich bei ihnen aussieht. Zwischen Salat, Bergkäse und Ofenkartoffeln hatte ich das schönste Gespräch seit Langem. Man sollte öfter ehrlich sein. Sie hat von uns angenommen, dass wir das glücklichste Pärchen sind und ich von ihnen. Zwischen mir und meinem Mann läuft es wieder gut, ich habe endlich aufgehört mein Leben mit anderen zu vergleichen. Hinter der Fassade sieht es oft ganz anders aus.

Haushalt und Beruf unter einen Hut bringen

Ich bin selbstständig und verbringe sehr viel Zeit in meinem Arbeitszimmer. Manchmal arbeite ich bis spät in die Nacht. Mein Mann studiert seit ein paar Monaten. Seine Arbeitszeit in seinem Job hat er deswegen reduziert. Deshalb muss ich noch mehr Geld verdienen und noch mehr arbeiten. Natürlich möchte ich meiner Tochter eine gute Mutter sein. Ich gehe mit ihr in den Wald, backe mit ihr einen Kuchen und lese mich mit ihr durch die örtliche Kinderbücherei. Die meisten meiner Freundinnen arbeiten nur ein paar Stunden wöchentlich. Sie jammern aber immer zu über ihren Stress. Ich koche dann innerlich vor Wut. Warum sind sie denn gestresst? So einen Haushalt schmeisst man doch mit links, wenn man den ganzen Nachmittag daheim ist?! Natürlich sage ich nichts und höre nur zu, es sind ja meine Freundinnen, die ich gern habe. Aber ganz ehrlich Mädels: Stellt euch nicht so an. Einen Fuss reisst ihr euch wirklich nicht raus!

Kein schlechtes Gewissen haben

Ich arbeite sehr viel. Deswegen wollte ich es meinen Kindern immer besonders recht machen. Dass ich wegen meiner Arbeit kein schlechtes Gewissen haben muss, musste ich zuerst lernen. Ich sehe es an anderen Müttern, diese machen den gleichen Fehler wie ich damals. Nach der Arbeit sind sie jede Minute für ihr Kind da. Sie machen sich zu Spielgefährten, so verlernen Kinder selbstständig zu spielen. Auf Dauer schlaucht das natürlich, wenn das Kind immer dauerbeschäftigt werden muss. Ich habe gelernt, bewusst Zeit mit meinen Kindern zu verbringen - wir kochen gemeinsam, gehen Schlitten fahren oder schauen zusammen einen Film. Aber ich lasse mich nicht mehr vereinnahmen und instrumentalisieren. Ich bin so zufriedener und meine Stimmung wirkt sich positiv auf meine Kinder aus. Deshalb kann ich anderen Mamas nur raten: Weg mit dem schlechten Gewissen, ihr werdet es schon gut machen.

Text: Natascha Mahle

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