Kind > AlleinerziehendAlleinerziehend und knapp bei Kasse: Wege aus der finanziellen DaueranspannungNach einer Trennung oder wenn du dein Kind allein grossziehst, kann das Budget schnell zu eng werden. Wenn das Geld zum Leben nicht reicht, bleibt manchmal nur der Gang zum Sozialamt. Eine betroffene Mutter berichtet, wie sie mit knappen Finanzen umgeht. Ausserdem findest du hier Spartipps – und ganz am Schluss eine Schweiz-spezifische Route, welche Unterstützung es gibt und wo du rasch Beratung findest. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Bei alleinerziehenden Eltern ist das Geld oft knapp. © iStock, Thinkstock Maria Q. (Name geändert) lebt mit ihren zwei Kindern zusammen. Sie ist Mitte 40, die Tochter ist 17-jährig und der Sohn wird 10 Jahre alt. Sie leben irgendwo in der Schweiz in einer günstigen 4-Zimmerwohnung. Die Mutter ist kaufmännisch ausgebildet und Spezialistin der deutschen Sprache. Die Tochter besucht das Gymnasium im 5. Jahr, der Sohn die 4. Primarklasse. Maria war nicht verheiratet, die Kinder nicht geplant. Beide Väter wollten die moralische Verantwortung nicht übernehmen. Der Unterhalt für die Kinder wurde per Unterhaltsvertrag bei den zuständigen Gemeinden festgelegt. «Ich habe mich beide Mal für die Schwangerschaft entschieden, da ich nur die finanziellen Schwierigkeiten als Grund für einen Abbruch sah. Ich sagte mir, es kann doch nicht sein, dass eine Frau in der reichen Schweiz die Schwangerschaft aus rein finanziellen Gründen abbrechen muss. Es muss doch Möglichkeiten geben.» Sie kann sich noch gut erinnern, als sie sich während der ersten Schwangerschaft im Voraus über die finanziellen Möglichkeiten auf der damaligen Wohngemeinde erkundigte. Der Vormundschaftsvorsteher sagte ihr, ob sie denn das Kind nicht zur Adoption freigeben wolle. Auch suchte sie zusammen mit dem Vater eine öffentliche Beratungsstelle für Schwangerschaft und Familienplanung auf, um sich über die bevorstehende Situation zu erkundigen. Dabei kam heraus, dass sich der Vater definitiv nicht auf das Vaterwerden einstellen wollte. «Ich ging nach Hause, duschen, und da fiel meine Entscheidung, dass ich es auch alleine schaffen werde!» Es galt dann vieles zu organisieren neben der normalen beruflichen Tätigkeit, wie zum Beispiel Kleider, ein Bettchen, Wickelkommode und vieles mehr. Den Kinderwagen bekam sie geschenkt von der Mütterberaterin, die sie das erste Mal zuhause aufsuchte. «Irgendwie war das Nötige immer vorhanden.» Mehr zum Thema: Ihre Rechte als alleinerziehende Mutter «Was brauchen Alleinerziehende heute?» Mehr Zeit als Alleinerziehende So gelingt Alleinerziehenden eine neue Beziehung Die öffentliche Familienberatungsstelle war der Mutter behilflich, Überbrückungshilfen zu organisieren. Bei drei verschiedenen Institutionen wurden Beträge gesprochen, die es der Mutter ermöglichten, ein halbes Jahr davon zu leben. Danach begann sie mit einem 30 Prozent Pensum auf einem Sekretariat zu arbeiten, später dann 50 Prozent. Zusammen mit Kinderalimente und -zulage reichte es so knapp zum Leben. «Mir war wichtig, so viel Zeit wie möglich für das Kind da sein zu können.» Sie erinnert sich gut, wie schwierig für sie damals das Loslassen war. «Ich war immer ganz aufgeregt, wenn ich meine Tochter in der Kinderkrippe wieder abholen konnte.» Der damalige Arbeitgeber strukturierte um, so dass sich Maria nach einer neuen Stelle umsehen musste. Es war ihr nicht möglich, flexibel an zwei verschiedenen Standorten 80 Prozent zu arbeiten. Sie fand aber schnell eine neue 50 Prozentstelle, die ihre Existenz sicherte. Maria entschied sich für die Schwangerschaft und das Kind Nach einigen Jahren wurde Maria in einer weiteren Beziehung erneut ungewollt schwanger und auch dieses Mal entschied sie sich für die Schwangerschaft. Schon während dieser Zeit tat sich der Vater schwer damit und konnte die nötige moralische Unterstützung nicht bieten. Die Trennung zeichnete sich kurz nach der Geburt ab. Da Maria nicht verheiratet war, konnte sie keine Alimente für sich geltend machen. Ein schlimmer Schicksalsschlag kam nach dem Mutterschaftsurlaub mit der Kündigung der Stelle durch den Arbeitgeber. Dieser war nicht bereit, ein 30 Prozentpensum anzubieten. «50 Prozent waren mir zu viel.» Da entschied sich Maria für die Sozialhilfe. «Das war ein schwerer Schritt für mich, doch von irgendetwas musste ich leben.» Sie war knapp zwei Jahre Vollzeit als Mutter zuhause. Dann verdiente sie etwas als Haushalthilfe bei einer gemeinnützigen Institution. Die Arbeitszeiten konnte sie nach ihren Kindern richten und es tat ihr gut, aus dem Haus zu kommen. Doch der Lohn reichte bei weitem nicht aus. Auf Frauenalimente hatte sie keinen Anspruch, da sie nicht verheiratet war. «Es war sogar ein Glück, dass ich für das zweite Kind überhaupt Kinderalimente erhielt. Da der Vater verschuldet war, wurde von seinem Anwalt der Versuch unternommen, ihn von der finanziellen Verpflichtung zu befreien. Dies gelang aber nicht. Es ging nicht lange, wurden mir die Alimente bevorschusst. So kam das Geld regelmässig und ich musste mich damit nicht mehr schwertun.» Mittlerweile hat Maria eine Weiterbildung in Angriff genommen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. «Ich musste feststellen, wie sehr sich die Arbeitswelt verändert hat in der Zwischenzeit. Und: Ich war als alleinerziehende Mutter auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht gefragt! Teilzeitstellen waren Mangelware und wenn es eine gab, dann bewarben sich immer so viele Leute darauf, dass ich schlicht keine Chance hatte. Arbeit hätte ich sofort gefunden, doch ohne oder nur mit geringer Bezahlung, die für mich nicht existenzsichernd war. So hab ich mir zum 40. Geburtstag Geld für meine Weiterbildung gewünscht und mit der zusätzlichen Unterstützung von Stiftungen konnte ich diese finanzieren. Die Sozialhilfe hat nichts dazu beigesteuert.» Heute arbeitet Maria freiberuflich Teilzeit und auch jetzt reicht das Geld nicht immer aus, so dass die sozialen Dienste gelegentlich die Löcher stopfen müssen. «Ich bin froh darum, denn es nimmt mir einen grossen Druck weg.» Ihre Haupttätigkeit sieht sie immer noch darin, die Kinder zu versorgen und zu erziehen, für sie da zu sein, und die Arbeit, die sich damit und im Haushalt ergibt, zu erledigen. «Ich bin für alles verantwortlich: vom Besorgen der Zahnpasta bis zum Flicken eines kaputten Velos, von der Krankenpflege bis zur Freizeitgestaltung.» Dass sie den beruflichen Einstieg wieder geschafft hat, kommt noch dazu und sie ist darüber sehr glücklich. «Es geht in kleinen Schritten voran und ich bin zuversichtlich, dass ich eines Tages gar keine Unterstützung mehr brauche!» Verzicht auf Auto, Ausflüge und Ferien Die Familie verzichtet auf vieles. So kann sie sich zum Beispiel kein Auto leisten. Ausflüge oder Unternehmungen liegen selten drin. Ferien schon gar nicht. «Ich bin jedesmal frustriert, wenn ich in einem Ferienkatalog die Preise während der Hochsaison sehe.» Dass ausgerechnet Familien so tief ins Portemonnaie greifen müssen, während zwei Wochen vor oder nach den Schulferien der gleiche Urlaub nur die Hälfte kostet, empfindet sie als ungerecht. Die Kinder standen auch noch nie auf den Skiern. «Das Schlimme ist nicht nur das Verzichten an und für sich, sondern auch die Isolation, die dadurch entsteht. Man kann einfach nicht mithalten - und mitreden schon gar nicht. Leider geht vieles nur noch übers Geld.» Es gibt Momente, da fragst du dich vielleicht auch: Wofür mache ich das alles? Maria kennt dieses Gefühl, auf keinen grünen Zweig zu kommen. Doch die Not macht auch erfinderisch und stark. «Die Kinder sind meine Motivation, nicht aufzugeben. Doch ein Schleck ist es nicht!» Gerade letzte Woche machte Maria auf dem Sozialamt das neue Budget. «Mir ist es wichtig, den Überblick über meine Finanzen zu haben.» Und es war ziemlich frustrierend: kein Teuerungsausgleich trotz teurerem Strom, teureren Lebensmitteln, teurerer Miete usw. «Ich hab dadurch immer weniger Geld zur Verfügung und manchmal weiss ich fast nicht mehr, wie ich das bewältigen soll. Wir sitzen immer mehr zuhause.» Was ihr am meisten fehlt, ist die Anerkennung für das, was sie tut. «Und dann gibt es noch Leute, die einen beneiden. Das nagt dann schon ein paar Tage und die Wut steigt, vor allem wenn ich sehe, wie der Staat Milliarden an die Banken verschleudert. Doch dann werde ich wieder zufrieden und blicke nach vorn. Ich habe dadurch auch gelernt, meine Energie gut einzuteilen und mich nicht unnötig aufzuregen.» Sie hat nicht das Gefühl, dass ihre Kinder unter der Armut leiden. Oft dient ihr diese sogar als Argument. «Und die Kinder lernen von Anfang an, dass sie nicht alles haben können. Vielleicht lernen sie auch, zufriedener zu sein mit dem, was sie haben.» Sozialhilfe in der Schweiz Wer Sozialhilfe geltend machen will, meldet sich beim Sozialamt der Wohngemeinde. Dort wird ein Budget erstellt und abgeklärt, ob überhaupt ein Anspruch besteht. Im Sozialhilfegesetz ist geregelt, wer anspruchsberechtigt ist. Die Höhe der ausgerichteten Unterstützung richtet sich in den meisten Kantonen nach den SKOS-Richtlinien (SKOS – Schweizerische Konferenz der öffentlichen Sozialhilfe). Das Sozialamt informiert über die Konsequenzen wie z.B. Verwandtenunterstützung oder Rückzahlbarkeit. Grundsätzlich hilft dich nicht von Aktionen verleiten zu lassen. Überlege zuerst immer, ob du etwas wirklich brauchst oder nicht. Etwas nicht zu kaufen, spart am meisten Geld! wenn möglich Läden und Shoppen als Freizeitbeschäftigung zu meiden. vor einem Kauf immer Kosten zu vergleichen. dir Bedenkzeit zu geben, also keine Schnellkäufe zu machen. Mobilität ÖV statt Privatauto, evtl. Abo kaufen Halbtaxabo für Erwachsene (Preise ändern regelmässig; aktuelle Tarife bei der SBB prüfen) Juniorkarte für Kinder von 6 – 16 Jahren (Preise ändern regelmässig; aktuelle Tarife bei der SBB prüfen) Velo fahren Haushalt Einkäufe planen und Einkaufsliste machen Zuhause essen statt auswärts Tischlein-deck-dich: überproduzierte einwandfreie Lebensmittel für einen symbolischen Beitrag beziehen. Ausweis erforderlich, wird vom Sozialamt ausgestellt, www.tischlein.ch Abfall trennen (spart teure Gebührensäcke) Niedertarifzeiten für Strom nutzen (falls dein Tarifmodell das vorsieht) Ladegerät für Batterien Energiesparlampen bei elektronischen Geräten auf Stromverbrauch achten Schule Sozialtarif beantragen laufend pro Schuljahr für Zahnarzt, Musikschule, Lager Gesundheitskosten Prämienvergleichen und allenfalls die Kasse rechtzeitig wechseln. Prämienverbilligung beantragen evtl. auf Zusatzversicherungen verzichten günstiger Zahnarzt (Taxpunktwert Fr. 3.10) Generika kaufen. Telefon/Internet Anrufe übers Festnetz statt Handy tätigen evtl. Prepaid statt Abo (schützt vor bösen Überraschungen) Kosten der Telefonanbieter vergleichen Freizeit/Ferien Ferien zuhause Ferienwohnung statt Hotel Ferienpass www.ferienpass.ch Reka-Ferien www.reka.ch Gratis-Museen und Freizeitangebote nutzen www.kulturlegi.ch Kino am Montag (vergünstigter Eintritt) Für Bücher, CDs, DVDs und Videos Leihbibliotheken nutzen, Spielzeugverleih vergünstigte SBB-Railway-Angebote für Ausflüge (monatliche Angebote) Kleider Börsen Secondhand-Läden, Brockenhaus Ausverkauf Fabrikläden Haustiere statt ein eigenes Tier das vom Nachbarn oder Freunden hüten Versicherungen Prämien vergleichen bei Hausrat- und Haftpflichtversicherungen Überversicherung prüfen Möbel Brockenhaus Fabrikläden Die Auflistung entbehrt der Vollständigkeit. Die Tipps stammen mehrheitlich aus der Broschüre „Spartipps“ der Caritas Zürich. Wenn das Geld nicht reicht: Welche Unterstützung gibt es in der Schweiz? Wenn du merkst, dass du Rechnungen liegen lässt, ständig zwischen Miete, Krankenkasse und Essen «jonglierst» oder schon Mahnungen kommen: Warte nicht, bis Schulden wachsen. Fachstellen empfehlen, früh Budget- oder Schuldenberatung beizuziehen, weil sich mit kleinen Anpassungen (Ansprüche klären, Fristen einhalten, Ratenpläne, Prämienverbilligung) oft am meisten erreichen lässt. Die SKOS betont in ihren Empfehlungen die Bedeutung von Existenzsicherung, frühzeitiger Abklärung und professioneller Beratung, damit Notlagen nicht chronisch werden. Alimentenhilfe (Inkasso & Bevorschussung) – kantonal geregelt Wenn Kinderalimente ausbleiben oder unregelmässig kommen, musst du das nicht allein «eintreiben». In allen Kantonen gibt es Stellen für Alimenteninkasso; in vielen Kantonen zusätzlich die Möglichkeit der Alimentenbevorschussung. Das heisst: Der Kanton oder die Gemeinde zahlt dir (je nach Regelung) die geschuldeten Alimente bis zu einem bestimmten Rahmen vor und holt das Geld später beim zahlungspflichtigen Elternteil zurück. Wichtig: Zuständigkeiten, Voraussetzungen und Höhe sind kantonal geregelt. Entscheidend sind häufig Wohnkanton, Alter des Kindes und der rechtliche Titel (Unterhaltsvertrag/Urteil). Tipp für den Alltag: Sammle Unterlagen konsequent (Unterhaltstitel, Zahlungsbelege, Korrespondenz). Das beschleunigt Abklärungen. Prämienverbilligung (KVG) – kantonal geregelt Die Krankenkassenprämien sind für viele Einelternfamilien ein Haupttreiber der finanziellen Belastung. Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist im Krankenversicherungsgesetz (KVG) verankert, wird aber von den Kantonen umgesetzt. Ob und wie viel du bekommst, hängt u.a. von Einkommen, Vermögen, Haushaltsgrösse und Kanton ab. Wichtig: Beachte Fristen. Je nach Kanton läuft die Beantragung automatisch, halbautomatisch oder nur auf Gesuch. Praktisch: Wenn du Sozialhilfe beziehst, wird die Prämienfrage in der Regel im Budgetprozess mitgeklärt. Wenn du (noch) ohne Sozialhilfe auskommen willst, lohnt sich die IPV-Abklärung besonders. Sozialhilfe & SKOS: was übernommen wird, Pflichten/Rechte Sozialhilfe ist in der Schweiz das letzte Netz, wenn Einkommen, Unterhalt, Versicherungsleistungen und Vermögen nicht reichen. Viele Kantone orientieren sich an den SKOS-Richtlinien. Dort ist beschrieben, wie das Existenzminimum im Rahmen der Sozialhilfe berechnet wird und welche Leistungen typischerweise berücksichtigt werden (z.B. Grundbedarf, Wohnkosten in angemessenem Rahmen, situationsbedingte Leistungen). Was das für dich heisst: Es wird ein Budget erstellt. Dabei werden Einnahmen (Lohn, Unterhalt, Zulagen) und Ausgaben gegenübergestellt. Je nach Situation können auch Mehrkosten (z.B. krankheitsbedingte Auslagen) relevant sein. Pflichten: Üblich sind Mitwirkungspflichten (Unterlagen einreichen) und je nach Situation Integrations- oder Arbeitsschritte im Rahmen der Zumutbarkeit. Mit kleinen Kindern, fehlender Betreuung oder gesundheitlicher Belastung kann die Zumutbarkeit anders beurteilt werden. Rechte: Du hast Anspruch auf eine verständliche Verfügung, Akteneinsicht und die Möglichkeit, Entscheide anzufechten. Wenn dir etwas unklar ist, frage nach einer schriftlichen Begründung. Ein häufiges Missverständnis: Sozialhilfe ist nicht «nur Geld». Gute Sozialdienste unterstützen auch bei Koordination (z.B. IPV, Alimentenhilfe, Einzelfallbeiträge) und beim Stabilisieren der Situation. Budget-/Schuldenberatung Wenn du schon merkst, dass du den Überblick verlierst, kann eine Budgetberatung enorm entlasten. Du musst nicht «erst ganz unten» sein. Seriöse Beratungsstellen helfen dir, ein realistisches Budget zu erstellen, Prioritäten zu setzen (Miete, Krankenkasse, Steuern, Strom), mit Gläubigern zu verhandeln und deine Ansprüche abzuklären. Warum früh? Weil Mahngebühren, Verzugszinsen und Betreibungen eine Notlage schnell verschärfen können – und gleichzeitig viel Energie binden, die du für Kinder, Arbeit und Alltag brauchst. Was du vorbereiten kannst: Mietvertrag, Krankenkassenpolicen, letzte Lohnabrechnungen, Unterhaltsregelung, Kontoauszüge, offene Rechnungen und Mahnungen. Vergünstigungen: KulturLegi, Sozialtarife Armut bedeutet oft auch soziale Ausgrenzung: Kinder können nicht ins Lager, nicht in den Sportverein, nicht mit. Genau hier helfen Vergünstigungen, die weniger bekannt sind. KulturLegi: ermöglicht Rabatte auf Kultur-, Sport- und Bildungsangebote, je nach Region und Angebotspartner. Sozialtarife: Viele Gemeinden/Schulen kennen reduzierte Tarife oder Fonds (z.B. Musikschule, Lager, schulnahe Betreuung). Frage aktiv nach: «Gibt es einen Sozialtarif oder Unterstützungsfonds?» Seriöse Anlaufstellen in der Schweiz Caritas: Budget- und Schuldenberatung (regional organisiert) SKOS (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe): Grundlagen zu Sozialhilfe und Richtlinien Kantonale Stellen: Individuelle Prämienverbilligung (IPV) und Alimentenhilfe/Alimenteninkasso (je nach Kanton bei Sozialdiensten, Jugend-/Familienämtern oder spezialisierten Fachstellen) budgetberatung.ch: Überblick über anerkannte Budgetberatungsstellen schulden.ch: Orientierung und Adressen zur Schuldenberatung Kurze Fallrechnung: Beispielbudget (stark kantonsabhängig) Damit du eine Vorstellung bekommst, wie schnell es eng wird, hier eine vereinfachte Beispielrechnung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, weil Wohnkosten, Krankenkassenprämien, Betreuungskosten und Unterstützungen je nach Kanton/Gemeinde stark variieren): Einnahmen (Beispiel): Teilzeitlohn + Kinderalimente + Kinderzulagen Fixkosten: Miete/Nebenkosten, Krankenkasse (abzüglich möglicher IPV), ÖV, Strom, Versicherungen, Telefon/Internet Variable Kosten: Lebensmittel, Kleidung, Schulkosten, Gesundheit (Selbstbehalt/Franchise), Freizeit Typische «Kippschalter» im Budget sind (1) ausbleibende oder verspätete Alimente, (2) fehlende oder zu spät beantragte Prämienverbilligung, (3) hohe Betreuungskosten im Verhältnis zum zusätzlichen Lohn, (4) eine unerwartete Rechnung (Zahnarzt, Franchise, Depot, Umzug). Genau deshalb lohnt sich eine strukturierte Abklärung deiner Ansprüche – und zwar früh. Working poor vermeiden: Lohn, Pensum, Betreuungskosten zusammendenken Viele Alleinerziehende sind trotz Arbeit finanziell unter Druck. Damit sich ein höheres Pensum tatsächlich lohnt, ist es hilfreich, drei Dinge gemeinsam anzuschauen: Lohn und Entwicklung: Gibt es realistische Schritte zu mehr Stunden, besserer Einstufung oder Weiterbildung (wie bei Maria), die langfristig trägt? Betreuungskosten: Welche Kosten entstehen durch Kita, Tagesfamilie oder Tagesschule – und welche Vergünstigungen oder Subventionen gibt es in deiner Gemeinde? Netto statt brutto: Entscheidend ist, was nach Steuern, Prämien, Betreuung und Arbeitsweg übrig bleibt. Eine Budgetberatung kann genau diese «Lohnt es sich?»-Frage sauber rechnen. Wenn du dich in einem Dilemma zwischen Existenzsicherung und Zeit für dein Kind fühlst: Das ist keine persönliche Schwäche, sondern oft ein systemisches Problem. Umso wichtiger ist, dass du dir Unterstützung holst, Ansprüche abklärst und dir Schritt für Schritt wieder mehr finanziellen Spielraum aufbaust.