Facebook Pixel

Jobs für Alleinerziehende: Tipps

Viele alleinerziehende Mütter sind auf der Suche nach einem Job in dem sie Kind, Haushalt und Arbeit unter einen Hut bringen können. Doch für den Arbeitgeber gelten diese Frauen oft als risikoreich. Tipps und Informationen wie Sie Ihren Arbeitgeber überzeugen können, finden Sie hier.

Alleinerziehende Mutter auf der suche nach einem Job.

Alleinerziehende sind die Haupternährer ihrer Familie. Foto: iStock, Thinkstock

Über zehn Prozent der Alleinerziehenden sind Working-Poor. Vor diesem Hintergrund gewinnt die berufliche Integration von Alleinerziehenden zusätzlich an Bedeutung.

Alleinerziehende sind die Haupternährer/innen ihrer Familie. Wiedereinstieg oder berufliche Neuorientierung sind für sie deshalb eine Frage der materiellen Existenz. Aufgrund der Familienpflichten können sich jedoch viele nicht ihren Wünschen entsprechend weiterbilden oder haben infolge von Familienpausen Erwerbsunterbrüche. Dies wirkt sich dann bei der Integration ins Berufsleben oft nachteilig aus. Dazu kommt, dass sie über weniger Berufserfahrung verfügen und ihre beruflichen Kenntnisse nicht laufend erweitert haben. Auf dem Stellenmarkt haben Alleinerziehende daher schlechte Karten. Zumal sich Personalverantwortliche immer noch schwer tun, ausserberufliche, unentgeltliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten in berufliche Qualifikationsprofile einzubinden und bei der Stellenbesetzung zu berücksichtigen.

Alleinerziehende Frauen gelten bei Arbeitgebern oft als Risikofrauen. Die Angst, dass sie wegen kranken Kindern der Arbeit öfter fern bleiben könnten, ist sehr stark verbreitet. Gemäss Simon Lanz vom Kaufmännischen Verband Schweiz ist dies jedoch keine offizielle Praxis, sondern geschieht auf subtile Art und Weise. Christine Flitner, vpod-Zentralsekretärin Frauen, erwähnt das Diskriminierungsverbot im Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann. Gemäss diesem dürfen Arbeitnehmerinnen aufgrund ihrer Familiensituation nicht benachteiligt werden.

Die Diskriminierung erfolge häufig aber nicht offen, sondern unterschwellig. Nicht selten gibt es auch im Team Probleme, wenn eine Mutter infolge Krankheit ihres Kindes ausfällt, da in der Regel keine Vertretung bezahlt wird und die Kolleginnen und Kollegen die zusätzliche Arbeit dann auffangen müssen. Dies betrifft aber nicht nur alleinerziehende Mütter, sondern Frauen mit Kindern im Allgemeinen. Um sich dagegen zu wehren, appelliert Christine Flitner an die Solidarität unter den Frauen. Simon Lanz schlägt stellensuchenden Müttern und Vätern vor, beim Vorstellungsgespräch zu erklären, wie die Kinderversorgung geregelt wird, weil der Arbeitgeber die Kinderfrage prinzipiell ansprechen darf. Sich auf eine derartige Frage gut vorzubereiten sei auf jeden Fall ratsam. Nico Lutz, Gewerkschaft Unia, hat dazu keine genauen Zahlen. Gemäss ihm besteht keine Verpflichtung, dem Arbeitgeber die Wohn- oder die Betreuungssituation der Kinder im Detail offenzulegen. Unia empfiehlt ihren Mitgliedern, entsprechende Fragen nicht allzu präzise zu beantworten.

Logo von SVAMV

Mehr zum Thema Alleinerziehende gibt es unter www.einelternfamilie.ch

Firmen wollen bei Alleinerziehenden sicher sein, dass sie wegen der Kinder ihre Arbeit nicht vernachlässigen und dass man am Arbeitsplatz voll auf sie zählen kann. Vision4you rät stellensuchenden Müttern, sich auf folgende Fragen beim Bewerbungsinterview vorzubereiten: «Wie flexibel sind Sie? Wie ist die Betreuung Ihrer Kinder geregelt? Was tun Sie, wenn Ihre Kinder krank sind? Wie ist die (Schul-)Ferienzeit organisiert?» Die Stellensuchende sollte in wenigen Worten erklären, wie sie Haushalt und Kinderbetreuung organisiert und wie sie reagiert, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Stellensuche: Alleinerziehende sind auf qualifizierte Teilzeitstellen angewiesen. Stellen, die ihnen mit wenig Aufwand ermöglichen, die materielle Existenz der Familie zu sichern. Der Arbeitsmarkt bietet jedoch zu wenig solcher Teilzeitstellen an. Seit der Krise nimmt die Zahl der Arbeitgeber, die für (werdende) Mütter konstruktive Lösungen bieten, eindeutig ab.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter