Wie Kinder mit dem Tod umgehen

Verwitwet: Wie gehen Kinder mit dem Tod des Vaters um?

Kinder reagieren ganz unterschiedlich, wenn ein Elternteil stirbt. Foto: © Getty Images,  Jupiterimages,  Photos.com, Thinkstock

Wie gehen Ihre Kinder mit dem Tod des Vaters um, und auch mit ihrer trauernden Mutter?

Die Kinder haben sehr unterschiedlich auf den Tod ihres Vaters und meine Trauer reagiert, wenn ich beispielsweise mal wieder geweint habe. Zu Beginn haben sie mich sehr intensiv umarmt. Dann wollten der Ältere und der Jüngste nur noch wissen, was ich habe (ah es ist wegen Papa) und gingen dann wieder spielen. Gilles hingegen weicht nicht von meiner Seite, bis es mir wieder besser geht.

Meine Kinder sind auch heute noch manchmal traurig. Noé, der Kleinste, hat kürzlich geweint und gefragt, weshalb er nicht mehr wisse, wie sein Papa ausgesehen hat. Das erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen von mir.

Wie reagierte Ihr persönliches Umfeld auf den Todesfall?

Meine Freunde haben mich intensiv unterstützt und begleitet. Meine Trauer ist kein Tabu und sie fragen auch immer wieder, wie es mir geht. Eine Freundin beispielsweise übernachtete während der ersten Zeit einmal pro Woche bei mir. Auch heute noch treffen wir uns einmal pro Woche.

Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Ihre Freunde und Bekannten irgendwann wieder in die «Normalität» zurück und nicht mehr über Ihre Trauer sprechen wollten, oder sich sogar zurückzogen?

Nein, diese Erfahrung habe ich zum Glück nicht gemacht. Klar, die Leute sind auch an ihre Grenzen gestossen, vor allem meine Mutter und meine Schwester. Dies insbesondere, als ich wirklich nicht mehr konnte und für fünf Wochen in eine Klink musste.

Wer sorgte während der Zeit Ihres Klinikaufenthalts für Ihre drei Kinder?

Meine Mutter wohnte bei uns. Unterstützt wurde sie durch zwei Tanten und eine Nachbarin. Zudem besuchten meine Kinder damals die Tagesschule etwas häufiger. Diese Zeit war für meine Kinder wahnsinnig schwierig zu bewältigen.

Sie betreuen inzwischen Ihre Kinder wieder vollumfänglich?

Es ist manchmal sehr schwierig, weil ich gelegentlich in depressive Momente versinke. Und dann ist die Betreuungsarbeit besonders schwierig. Kein Mensch kann 7 Tage pro Woche permanent betreuen. Ich realisiere, dass ich beispielsweise alle sechs Wochen ein Wochenende vollumfänglich für mich benötige. 

Ist es nicht selbstverständlich, dass man auch Zeit für sich benötigt?

Das unterscheidet mich von anderen Alleinerziehenden. Dort darf das Kind zum Beispiel jedes zweite Wochenende und während einiger Ferienwochen zum Vater. Dadurch ist eine gewisse Entlastung der Mutter vorhanden.

In meiner Situation ist es sehr kompliziert, meine Kinder unterzubringen. Wenn ich mich entlasten will, muss ich das langfristig organisieren. Zum Glück haben wir den Wohnort nicht gewechselt, so dass meine Kinder weiterhin im gewohnten Umfeld leben können.

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