Babysitter: Das müssen Eltern beachten

Planen Sie in Ruhe. Wenn ein fixer Termin feststeht, an dem Sie dringend Betreuung brauchen, nehmen Sie lieber Dienste von Familienmitgliedern oder Freunden in Anspruch. Ein Babysitter sollte für ein Kind keine einmalige Angelegenheit sein. Es ist ein Prozess, das Kind muss sich langsam an die neue Person gewöhnen. Dies dauert seine Zeit.

Überlegen Sie vorab wie oft, wann, in welchem Umfang Ihr Kind Betreuung benötigt. Möchten Sie einmal im Monat eine rauschende Partynacht mit Ihrem Mann oder Ihrer Frau feiern, bei dieser Sie erst am frühen Morgen zurückkehren, ist ein Babysitter unter 18 Jahren nicht geeignet. Auch wenn Sie beide etwas Trinken möchten, ist ein junges Teenagermädchen ungeeignet. Dieses möchte bestimmt nicht mitten in der Nacht allein nach Hause gehen, sondern erwartet, dass es nach getaner Arbeit heimgefahren wird. Bei einer jungen Frau mit Führerausweis kommen diese Probleme erst gar nicht auf Sie zu.

Haben Sie Ihre Prioritäten gesetzt, geht es an die Akquise. Lesen Sie in der Wochenzeitung die Kleinanzeigen, suchen Sie Schwarze Bretter auf oder hören sich im Bekanntenkreis um. Eine mögliche Alternative ist, selbst eine Anzeige zu schalten. Fragen Sie bereits am Telefon, was Ihnen wichtig ist. Möchten Sie jeden Freitagabend mit Ihrem Mann zum Badminton gehen, wird die Bewerberin ausscheiden, die an diesem Abend immer Bandprobe hat. Dieses Aussieben ist eine zeitliche Erleichterung, so fallen Bewerber durchs Raster, die nicht infrage kommen. Laden Sie anschliessend zwei, drei mögliche Kandidaten ein. Beobachten Sie konkret beim ersten Treffen, wie der zukünftige Babysitter mit Ihrem Kind umgeht. Beugt sie/er sich gleich runter und schüttelt Ihrem Kind die Hand oder fragt nach dem Lieblingsspielzeug, ist dies ein positiver Einstieg. Es zeigt, dass der Babysitter das Kind als eigenständige Person wahrnimmt und daran interessiert ist, zu ihm eine Beziehung aufzubauen.

Fragen Sie konkret nach: Hat sie/er

  • Erfahrung mit Kindern?
  • eigene Geschwister?
  • einen Babysitterkurs besucht?
  • Wie ist die zeitliche Verfügbarkeit? Spontanität?
  • Wie sind die finanziellen Vorstellungen der Entlohnung?

 

Tipp: Hier finden Sie einen Babysitter

Eine besonders tolle Möglichkeit an kompetente Babysitter zu kommen, sind Schulen, die Erzieherinnen ausbilden. Diese haben bereits Erfahrung im Umgang mit Kindern. Hängen Sie Ihr Anliegen einfach an die Pinnwand in der Aula.

Nun kommt der praktische Teil. Fragen Sie Ihr Kind: «Möchtest du dein Zimmer zeigen und die neue Burg, die du gebaut hast?» Lassen Sie beiden etwas Zeit, um warm zu werden und kommen dann nach. Sind beide im Spiel versunken, ist es ein sehr gutes Zeichen. Persönliche Vorlieben sind dabei nicht immens ausschlaggebend, wie Nathalie, die Mutter einer kleinen Tochter, weiss. «Unsere erste Babysitterin Tina war mir immer zu ruhig. Sie hat sich nie getraut was aus dem Kühlschrank zu holen und war immer sehr zurückhaltend. Aber meine Tochter hat dieses Mädchen geliebt. So habe ich meine persönliche Sympathie zurückgestellt und auf das Empfinden meiner Tochter geachtet.» Waren alle Bewerber da, geht es an die Entscheidung.

Bleiben Sie beim ersten Versuch noch greifbar. Besuchen Sie ein Restaurant in der Nähe. Bei eventuellen Problemen können Sie sofort handeln. Dies ist auch für den Babysitter eine gute Rückversicherung. Klären Sie vorher das Wichtigste ab:

  • Wie funktioniert das Telefon? Wie und wo sind Sie zu erreichen?
  • Was darf gegessen/getrunken/geschaut/gespielt werden?
  • Welches Lieblingskuscheltier muss immer im Bett sein?
  • Wann ist es an der Zeit ins Bett zu gehen?

Vereinbaren Sie die Rückkehrzeit. Halten Sie sich auch daran. So weiss der Babysitter, woran er ist. Trauen Sie Ihrem Babysitter auch etwas zu. Rufen Sie nicht stündlich an. Erkundigen Sie sich bei der Rückkehr, wie der Abend verlaufen ist. Und besprechen notfalls Unklarheiten und Probleme. Bei Babysittern aus dem Bekanntenkreis ist es sehr wichtig vorab klare Vereinbarungen zu treffen. Nur weil man sich kennt, wird sich später nicht alles in Wohlgefallen auflösen. Hier kommt es bei Unklarheiten schneller zum Streit, weil eine persönliche Bindung existiert. Sprechen Sie das Wichtigste auch zweimal an, so können Sie sich später darauf berufen.

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