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Gutes Online-Image: So unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit Social Media

Kinder konfrontieren ihre Eltern immer früher mit dem Wunsch, WhatsApp, Snapchat und TikTok und Co. zu nutzen. Als Eltern sollten Sie ein Social Media Profil nicht vorschnell erlauben - und immer im Auge behalten. Denn das Netz vergisst nie. Neun Tipps, wie Sie Ihr Kind in der digitalen Welt begleiten. 

Familienleben Umgang Social Media - Likes Follower Comments

Mehr Likes, Follower und Comments: Wie Kinder trotzdem ein gutes Bild hinterlassen im Netz. Bild: Sefa Kart, Getty Images Plus

Ihr Kind will ein Facebook, Instagram oder Tik Tok Profil? Dann haben Sie sicher auch schon das Argument gehört: „Fast alle in meiner Klasse dürfen das!“. Der Druck unter Gleichaltrigen ist gross. Sie müssen Ihrem Kind ein Profil nicht verbieten, aber Sie können und sollten es fördern im Umgang mit den Sozialen Netzwerken. Kinder brauchen Unterstützung bei Social Media – ob sie wollen oder nicht. Denn was gepostet, geteilt und geliked wird, ist für Andere einsehbar. Auch Jahre später. Mit diesen Tipps unterstützen Sie ihr Kind dabei, dass das Bild im Netz positiv bleibt.

Neun Tipps für den Umgang mit WhatsApp, Snapchat und TikTok und Co.

1 Weil früher nicht alles besser war

Seien Sie neugierig und vermeiden Sie das Argument „Früher ging das alles auch ohne!“. Natürlich ging das früher auch ohne (noch früher konnte man die Wäsche auch ohne Maschine waschen). Kinder wachsen heute in einer Lebenswelt auf, in der digitale Medien einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen. Mit dem Argument „Früher war alles besser“ erreichen Sie ihre Kinder nicht. Zeigen Sie sich offen und neugierig – damit diese wissen, dass sie bei Fragen und Problemen bezüglich digitalen Medien auch bei Ihnen um Rat fragen können. Und noch eine Randbemerkung zu „früher“: Früher mussten die Eltern das Bravo-Heftli anschauen, um mitzukriegen, was bei den Jugendlichen gerade angesagt ist. Heute erfahren Sie das auf TikTok, Snapchat und Instagram.

2 Gemeinsam Zugang einrichten

Melden Sie sich gemeinsam mit ihrem Kind an. Wenn Sie ihrem Kind eine App wie TikTok erlauben möchten, dann machen Sie die Anmeldung gleich zusammen. Schauen Sie in die Privatsphäreneinstellungen und besprechen Sie diese mit ihrem Kind. Sie selber müssen die App nicht toll finden. Leitfäden für empfehlenswerte und wichtige Einstellungen rund um die Privatsphäre gibt es auf saferinternet.at. Ein wichtiger Hinweis: Bei der Kontoerstellung sollten Sie darauf achten, dass ein E-Mailkonto verwendet wird, zu dem Sie und Ihr Kind Zugriff haben. Zu oft geht ein Passwort vergessen. Per E-Mail kann man es zurücksetzen lassen. Um nicht zugespamt zu werden von unnötigen Werbemails, kann sich lohnen, eine zweite E-Mailadresse einzurichten, die Sie nur für Accountanmeldungen nutzen.

3 Privatsphäre schützen

Öffentlich oder privat? Der Traum vieler Kinder ist es, so berühmt zu werden wie ihre Stars auf TikTok und Instagram. Wer es auf die einschlägigen #foryou Seiten schaffen möchte, muss darauf verzichten, ein privates Profil zu haben. Natürlich müssen auch die Posts eine gute Qualität haben. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, warum ihm „Fame“ im Internet so wichtig ist. Besprechen Sie gemeinsam, wie berühmte Youtuber ihre Privatsphäre schützen. Was ist der Unterschied, wenn man öffentlich ist mit 50 Abonnenten aus dem näheren Umfeld versus 50'000 aus der ganzen Welt? Können die eigenen Abonnenten mehr oder zu viel über mich herausfinden? Das sind wichtige Gedankenprozesse, die beim Kind angeleitet werden müssen. Wenn Sie diese Argumente mit denen aus Punkt 1 bündeln, schaffen Sie es auch für etwas mehr Schutz der Privatsphäre zu werben.

4 Für wen poste ich?

Was darf wo gepostet werden? Egal, ob Ihr Kind ein öffentliches oder privates Profil hat, es muss sich darüber Gedanken machen, für wen es wo, was und wie postet. Wer sieht meine Whatsapp-Statusmitteilungen? Wer darf meine Story auf Instagram sehen? Wie schütze ich mich vor negativen Kommentaren? Nebst Einstellungen, die Sie gemeinsam mit ihrem Kind unter Punkt 2 besprechen geht es hier auch darum, herauszufinden, was die Vor- und Nachtteile der einzelnen Social Media Plattformen sind. Natürlich muss bei jedem Post auch das Recht am eigenen Bild und das Urheberrecht beachtet werden.

Das richtige Profilbild

Vorsicht bei den Profilbildern! Profilbilder sind in den meisten Fällen öffentlich sichtbar. Zudem: Auch wenn bei Whatsapp eingestellt wird, dass nur Kontakte das Profilbild sehen können, so kann es sein, dass bei einem Update die Einstellungen ohne Ihr Wissen geändert werden. Manchmal sind es auch neue Nutzungsbedingungen, die nicht mal Erwachsene durchlesen, geschweige denn, verstehen können. Aber um die App weiterhin nutzen zu können, muss man ihnen zustimmen. Es lohnt sich hier die generelle Handhabung: Profilbilder sollen so gewählt werden, dass es niemanden stört, wenn diese über Suchdienste wie Google auffindbar sind.

6 Unpassende Likes beseitigen

Frühjahrsputz auf Social Media: Bei allen Social Media Netzwerken gibt es die Möglichkeit, Inhalte anderer zu liken (bei TikTok und Instagram mit Herzchen, bei Facebook ist es der Daumen). Solche Likes sind oder können sichtbar werden. Es kommen auch immer wieder neue Tools auf den Markt, die ermöglichen, dass man sich Likes von Personen, mit denen man nicht befreundet ist oder von öffentlichen Profilen, anschauen kann. Deshalb sollte man regelmässig seine Social Media Profile durchgehen und ausmisten: Was habe ich früher so geliked? Wäre das peinlich, wenn das mein Chef, meine Freundin, mein Partner eine Lehrperson sehen würde? Jugendliche gehen oft sehr fahrlässig vor beim Liken. Sie scrollen durch ihren Instagram-Feed und liken alles von ihren Freunden – ohne genau geschaut zu haben, was der Inhalt des Memes, des Spruches, des Videos oder des Bildes ist. Ein Like kann aber rechtliche Konsequenzen haben. Reden Sie mit ihren Kinder darüber. Alte Profile können Sie auch einfach löschen. Denken Sie darum an die gültige E-Mailadresse, die es dafür braucht.

7 Sich selber googeln

Was weiss das Internet über Sie oder ihr Kind? Suchen Sie sich und Ihr Kind regelmässig über Suchdienste wie Google. Am besten mit „Vorname Nachname" und „Vorname Nachname Wohnort". Über das Impressum können Sie den Seitenbetreiber kontaktieren, wenn Sie möchten, dass ein Bild von Ihnen gelöscht werden soll. Zusätzlich lohnt es sich auch, die eigenen Benutzernamen zu suchen. Welche Bilder sind da zu finden? Sie haben ein Recht auf Vergessen im Internet. Google hat einen Support eingerichtet. Nicht kontrollierbar ist, welche Personen dieses Bild oder Video für sich persönlich bereits abgespeichert haben. Deshalb gilt spätestens nach erster schmerzhafter Erfahrung: Zuerst denken, dann posten.

8 Perspektive wechseln

Was könnte ein zukünftiger Arbeitgeber über Sie oder ihr Kind denken? Versuchen Sie mit ihrem Kind gemeinsam eine andere fremde Person zu imitieren, die einen Blick auf die Treffer wirft. Was für einen Eindruck hätte die Person von ihrem Kind? Möchte es als „famesüchtig“ wahrgenommen werden? Könnte der Hashtag „Schule ist zum Kotzen“ ein negatives Bild abgeben?

9 Aktiv für gute Suchergebnisse sorgen

Digitales Image selber in die Hand nehmen! Helfen Sie ihrem Kind ein gutes Bild von sich im Internet zu gestalten. Jugendlichen in der ersten, zweiten Oberstufe sind die Vereinstätigkeiten aus der Primarschule oft peinlich. Aber genau diese können matchentscheidend sein bei der Stellensuche. Unterstützen Sie deshalb ihr Kind. Darf es vielleicht sogar eine eigene Webseite sein mit vollem Namen und ausgewählten Informationen, die beim Suchen (wie in Punkt 7 beschrieben) relativ weit oben auftaucht? Wir können nicht alles verhindern, was im Netz von uns auftaucht – aber wir können aktiv für ein gutes Bild sorgen.

Medienkompetenz mit dem Verein zischtig.ch

Der Verein zischtig.ch setzt sich dafür ein, Kinder und Jugendliche auf ansprechende, verständliche, berührende und wirksame Weise vor Onlinesucht, Cybermobbing, Cybergrooming und anderen Gefahren zu schützen. Im Vordergrund stehen ein begeisternder Vermittlungsstil und die Befähigung zu einer gewinnbringenden, kreativen und sicheren Mediennutzung. Auf Familienleben.ch schreibt der Verein regelmässig über Themen rund um Medienkompetenz.