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Tipps zum Safer Internet Day: So schützen Eltern ihre Kinder im Netz

Das Thema Internetsicherheit ist für Eltern eine grosse Herausforderung. Wir versuchen, zu helfen! Wir zeigen Ihnen sinnvolle Kinderschutzprogramme fürs Handy und erklären, wie Eltern Passwörter, Phishing & Co. in die Kindererziehung miteinbinden. 

Einige Apps versprechen mehr Sicherheit für Kinder im Internet

Die Sicherheit der Kinder muss auch im Internet gewährleistet werden. Bild: fotosipsak, E+

Spätestens seit der Erfindung der Smartphones ist das Internet nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. In der grossen Welt des World Wide Web lauern aber viele Gefahren. Mit der rasanten Weiterentwicklung der Technologie entstehen immer wieder neue Risiken. Immer am 11 Februar macht der Safer Internet Day seit 2004 auf diese Risiken aufmerksam. Eltern sollten sich der Gefahren im Netz aber nicht nur an diesem Tag bewusst sein.  Denn Kinder und Jugendliche verbringen heute schon früh und oft Zeit im Internet. Studien zeigen, dass Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren den Grossteil ihrer Freizeit online verbringen.

70 Prozent der 12-jährigen nutzt Social Media

Rund 150 Minuten täglich nutzen Jugendliche ihr Smartphone. Neben den gängigen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Whatsapp findet man einen Grossteil der Jungen heute auch auf Instagram, TikTok oder Snapchat. Das birgt auch Gefahren: Minderjährige Kinder und Jugendliche sind auf solchen Plattformen weitgehend ungeschützt und können frei agieren. Häufig bekommen Eltern nicht mit, auf welchen Seiten sich ihre Kinder rumtoben. Dies auch, weil sie oft nicht genug Wissen über die verschiedenen Netzwerke verfügen. 

Gespeicherte Passwörter überprüfen

Dieser Tipp funktioniert nur, wenn Sie ein Google-Konto haben. Besuchen Sie die Internetseite g.co/passwords. Auf dieser Seite können Sie gespeicherte Passwörter überprüfen lassen. Die Seite teilt die Passwörter in drei Bereiche auf (gehackte Passwörter, wiederverwertete Passwörter und schwache Passwörter) und empfiehlt, welche Sie ändern sollten. 

Mehr Sicherheit für Kinder

Alles, was im Internet geteilt wird, erzeugt einen digitalen Fussabdruck und kann weltweit weiter geteilt werden – auch kritische Inhalte. Kinder wachsen heute schon von klein auf mit den neuen Technologien auf und wachsen nicht wie frühere Generationen in sie hinein. Eltern fragen sich also zurecht, was ihre Kinder im Internet für Inhalte konsumieren und welchen Gefahren die Kinder im World-Wide-Web ausgesetzt sind. 

Um mit diesen Gefahren umzugehen, müssen sich Eltern jedoch zuerst auf den aktuellen Stand der Dinge bringen, wie Patrick Warnking, Country Director von Google Schweiz, erklärt: «Eltern brauchen Weiterbildung in diesem Bereich. Daran führt kein Weg vorbei.» Auch müssten Eltern bereit sein, Zeit zu invstieren. «Die Kindersicherheit im Internet ist nach fünf Minuten Arbeit noch lange nicht gewährleistet», so Warnking. 

Um Eltern dabei zu helfen, Kindern die Grenzen im Umgang mit sozialen Netzwerken und Suchmaschinen aufzuzeigen und ihnen einen sinnvollen Umgang näherzubringen, bieten verschiedene Organisationen Kinderschutz-Programme an. Wir stellen hier einige vor. 

Google Family Link App: Mit dieser Applikation verbindet man das Smartphone des Kindes mit dem Smartphone einer Erziehungsperson. Die Eltern sind dabei die Fernbedienung. Sie entscheiden über Tageslimits, maximaler Gerätenutzungsdauer und können das Handy des Kindes über Nacht sperren. Ein Aktivitätsbereich zeigt, wieviel Zeit das Kind mit welchen Apps verbringt. Zudem wird von den Eltern eine Zulassung verlangt, ob das Kind eine neue App downloaden darf oder nicht. Und sollte das Kind mal ausser Haus sein, verfügt die App über eine «Wo ist mein Kind»-Funktion. Die App ist zurzeit nur für Android verfügbar. 

Einer von drei Google-Nutzern ist unter 18 Jahre alt

Apple Screen Time: Das Programm ist fest auf jedem iPhone installiert und gibt Eltern die Möglichkeit, einen Zeitplan für das andere Gerät einzurichten. Auch hier können Eltern den Aktivitätsbericht des Kindes aufrufen und sehen, womit ihr Kind die meiste Zeit verbringt. Auch können Limiten für die Bildschirmzeit, die Screen Time, gesetzt werden: Legen die Eltern die Screen Time von «Games» beispielsweise auf 60 Minuten pro Tag, blockiert das Gerät die jeweils ausgewählten Spiele beim Erreichen der Zeitgrenze. Eltern können bestimmte Apps oder Bücher auswählen, welche auch während der «Downtime» verfügbar sind. 

3 Die Pro Juventute App erscheint zwar erst im Herbst 2020. Aber sie verspricht, ein guter Helfer für Eltern zu werden. Die App von Pro Juventute bietet Unterstützung in Echtzeit für Kinder, welche ihr erstes Smartphone erhalten. Mit der App verbinden Kinder zwischen neun und zwölf Jahren ihre sozialen Netzwerke, wobei die App Hassreden, heikle Daten und unangemessene Fotos erkennt. Trifft ein solcher Fall ein, wird der «Chat-Bot» aktiv. Das Kind erhält via Chat-Bot Hinweise zu möglichen Gefahren. Für Eltern gibt es einen Web-Zugang mit kompetenzorientierten Informationen und Anleitungen, wie sie ihr Kind auf mögliche Gefahren ansprechen. Das Ziel der App ist es, das Kind nicht zu überwachen, sondern es in die digitale Welt zu begleiten und es auf Gefahren zu sensibilisieren, erklären die Pro Juventute Experten. 

Der Google Country Manager Patrick Warnking weist darauf hin, dass beim Einsatz solcher Programme und Apps vor allem die Transparenz wichtig. «Die technischen Hilfsmittel müssen transparent sein, es sollte sich nicht um eine heimliche Kontrolle handeln, von denen Kinder spüren aber nicht nachvollziehen können», erklärt er.  Kinder müssen verstehen, wieso sich Eltern Sorgen machen und mit diesen Informationen ihr eigenes Wissen weiterentwickeln.

Erkennen Sie Phishing-Versuche?

Um gefälschte und manipulierte E-Mails zu erkennen, hat Google einen Phishing-Test entworfen. Dieser soll mögliche Phishing-Opfer darauf sensibilisieren, dass nicht jede E-Mail vertrauenswürdig ist. Nehmen Sie hier am Quiz teil.

Mit Kindern über die Gefahren reden

Der Einsatz eines Kindersicherungs-Programms ist also nur ein Teil der digitalen Erziehung. Der zweite Schritt zu einem verantwortungsvollem Umgang mit dem Internet ist Konversation. Und der ist genauso wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind, worauf es beim Internetkonsum ankommt:

Erklären Sie ...

... anhand von Beispielbildern, welche Fotos nicht im Internet geteilt werden dürfen. 

... wie Kinder Phishing-Versuche erkennen und was Identitätsdiebstahl ist.

... dass Cybermobbing keinen Sinn ergibt und anderen Leuten schadet. 

... mit welchen Passwörtern die höchste Sicherheitsstufe erreicht wird.  

... dass private Informationen nicht in Chats gehören und dass Sie wissen wollen, wenn jemand das Kind nach solchen Infos fragt. 

... dass Sie den Konsum vom Smartphone einschränken können, wenn Grenzen überschritten werden. 

Ermutigen Sie Ihr Kind, auch Spiele und Apps zu verwenden, die ihre Kreativität oder ihre Fähigkeiten fördern. Hier gelangen Sie zu unserem Artikel mit 10 sinnvollen Apps für Kinder. 

 Übrigens: Unsere Digital-Expertin Sharmila Egger von zischtig.ch gibt jeden Monat Tipps und Inputs rund um die Herausforderung neue Medien und digitale Kindheit.