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Einschlafhilfe für Kind und Baby: Was funktioniert wirklich?

Warum Einschlafprobleme bei Baby und Kind weder selten noch unnormal sind. Und wie müde Eltern ihren kleinen Lieblingen zur Ruhe verhelfen. Diese Einschlafhilfen sind vom Sandmann erprobt.

Die besten Einschlafhilfen für Sie und Ihr Kind.

Tipps für süsse Träume und eine erholsame Nachruhe. Foto: Sudowoodo, iStock / Getty Images Plus

Schlafen ist wichtig. Das wissen all jene, die in den letzten Nächten nur wenig Ruhe gefunden haben. Vor allem junge Familien zählen zu diesem Kreis der Schlaflosen und wissen, welcher Teufelskreis sich an die Einschlafprobleme beim Kind und Baby anschliesst: Müdigkeit und schlechte Laune sind die Folgen von Einschlafproblemen und gelten nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Eltern.

Aber auch Stress, eine Schwächung der Immunabwehr und sogar Einbussen bei der Entwicklung von Körper und Gehirn können die Folgen dauerhaft unruhiger Nächte sein. Kurz: Die Nerven liegen blank. Und dass, obwohl es schon Phasen gab, in denen der süsse Fratz so friedlich geschlafen hat wie ein Engel; ohne Einschlafprobleme oder nächtliches Erwachen.

Guter Schlaf ist nicht selbstverständlich

Doch für süsse Träume und erholsame Nachtruhe gibt es nun mal keine Dauergarantie, erst Recht nicht bei Babys und Kleinkindern. Säuglinge müssen den Tag-Nacht-Rhythmus erst kennenlernen. Die gute Nachricht ist: Oft pendeln sich erste Einschlafschwierigkeiten nach circa vier Monaten von allein ein. Müde Eltern können ihr Glück kaum fassen: Endlich wieder länger als drei Stunden am Stück, vielleicht sogar eine ganze Nacht, durchschlafen. Alles klappt so prima.

Doch plötzlich kippt die Stimmung: Der kleine Sonnenschein will nicht mehr wie gewohnt um 19 Uhr ins Bett gehen, ist abends blitzwach und überdreht. Andere Kinder schlafen zwar zur gewünschten Zeit ein, stehen aber spätestens zur Geisterstunde senkrecht und schreiend in ihren Bettchen. Auch solche Einschlafprobleme beim Kind sind normal; selbst Kindergarten- und Primarschulkinder sind davor nicht gefeit.

Grund für Einschlafprobleme bei Baby und Kind

Schlafen ist kein Selbstläufer. Denn selbst wenn es draussen dunkel ist und sich die Augen schwer anfühlen, kann es sein, dass der Geist noch wach ist; beschäftigt mit den Erlebnissen des Tages. Wir Erwachsene kennen das auch: Das Gespräch mit dem Chef, die unerledigte To-Do-Liste oder andere Gedanken wollen uns nicht schlafen lassen.

Manchmal wecken sie uns sogar mitten in der Nacht auf. Babys und Kindern geht das nicht anders. Ihr Alltag ist voll von Sensations-Eindrücken. Das erste Mal schaukeln, der Streit mit einem Kindergarten-Freund oder das spannende Spiel mit den Bauklötzen sind Eindrücke, die unsere Kleinen manchmal bis ins Bett verfolgen. 

Wann schlafen Kinder von allein?

Müde Eltern wünschen sich nichts mehr als einen tröstenden Ausblick: Wann kommt der Tag, an dem unsere kleinen Lieblinge von alleine einschlafen; ohne das stundenlange Händchenhalten und die dutzenden Gute-Nacht-Geschichten? Gibt es ein Alter, ab dem Kinder zuverlässig durchschlafen – und zwar möglichst in ihrem eigenen Bett?

Die gute Nachricht lautet: Ja, dieser Tag wird kommen. Doch leider kann Ihnen niemand sagen, wann er kommt und wie lange der Zustand anhält. Das ist eine Tatsache; aber deshalb noch lange keine schlechte Nachricht. Denn nur weil guter Schlaf sich nicht bestimmen lässt, heisst das nicht, dass er sich nicht fördern lässt.

Die besten Einschlafhilfen für Babys und Kinder: So würde es der Sandmann machen

1 Erlebtes verarbeiten: Die Geschehnisse des Tages werden vom Gehirn in der Nacht verarbeitet; dies ist ein wichtiger, unumgänglicher Prozess. Er lässt er sich ein wenig abschwächen, indem man seinem Kind bei der Verarbeitung hilft. Das gemeinsame Abendessen bietet sich hierfür prima an: Fragen Sie Ihr Kind, was es heute erlebt hat; fordern Sie es auf, ausgiebig zu erzählen.  

Wird der Tag nochmals mit den Eltern besprochen, hat der Geist später weniger zu tun und findet leichter zur Ruhe. Bei Babys funktioniert diese Einschlafhilfe natürlich noch nicht. Eltern, die den Eindruck haben, ihr Kind ist mental unruhig, können aber versuchen, die Umwelteindrücke im Alltag zu reduzieren. Verbringen Sie viel Zeit Zuhause, anstatt das Kleine ständig einer neuen Unternehmung auszusetzen.  

2 Leichtes Abendessen: Das gemeinsame Familienabendessen ist ein schönes Ritual, um die abendliche Phase der Ruhe und Entspannung einzuleiten. Damit aber nicht nur der Geist, sondern auch der Körper zur Ruhe finden kann, sind leichte Mahlzeiten ideal. Ein voller Magen schläft nämlich nicht gern.

Statt fettiger Speisen eigenen sich leichte Speisen, wie Gemüse, Hähnchen oder Fisch, die idealerweise zwei Stunden vor dem Schlafen gegessen werden. Zuckerhaltige Lebensmittel sind am Abend übrigens absolut kontraproduktiv. Zucker ist ein Wachmacher der Extraklasse.

3 Feste Zeiten: Der Geist und der Körper gewöhnen sich an feste Zeiten. Auf lange Sicht gesehen sind feste Ruhezeiten daher eine wirksame Einschlafhilfe für Babys und Kinder. Doch Vorsicht: Die Schlafenszeiten sollten zwar festgelegt, aber nicht pauschalisiert sein. Jeder Mensch – egal in welchem Alter – hat ein individuelles Schlafbedürfnis und -verhalten.

Zwar gibt es Richtwert (Säuglinge brauchen circa 16 Stunden Schlaf, Kleinkinder etwa 11 Stunden und Erwachsene 7 Stunden), doch bestimmen Ausnahmen noch immer die Regel. Kinder, die lieber etwas später ins Bett gehen, dafür am nächsten Tag aber trotzdem ausgeschlafen sind, sollten diesem Bedürfnis – jedenfalls in einem gewissen Rahmen - nachkommen dürfen.

4 Ausreichend Bewegung: Schlaf setzt Müdigkeit voraus – und zwar nicht nur mental, sondern auch körperlich. Nur wer ausgepowert ist, findet auch in einen ruhigen Schlaf. Kinder, aber auch Babys, haben einen hohen Bewegungsdrang, der am Tag nicht zu kurz kommen sollte. Ob Babyturnen oder eine Extra-Runde auf dem Spielplatz: Wer sich austobt, schläft besser. Doch Vorsicht: Toben, wildes Spielen und Laufen sollten wirklich nur tagsüber stattfinden. Wer kurz vor dem Schlafen nochmals aufdreht, wird überdreht, aber nicht müde.

5 Wohlige Wärme: Wärmflaschen sind alt bewährte Einschlafhilfen. Inzwischen gibt es unzählige Wärmflaschen im Kuscheltier-Design. Vor allem Kinder, die nachts aufwachen, finden leichter wieder zur Ruhe, wenn sie sich an ein wärmendes, weiches Kuscheltier legen können.

6 Stress gar nicht erst entstehen lassen: Einschlafprobleme erzeugen Stress bei allen Beteiligten. Idealerweise sorgen die Erwachsenen dafür, dass es erst gar nicht zu einem solchen Moment der Anspannung kommt. Auch wenn das Kind lange braucht, um zur Ruhe zu finden oder ohne die elterliche Nähe gar nicht erst einschlafen kann, ist Geduld gefragt.

Zugegeben: Das ist nicht einfach. Aber die einzig richtige Massnahme. Wer sich aufregt, fociert die Schlaflosigkeit. Gleiches gilt beim nächtlichen Erwachen: Wer sich frühzeitig und ruhig dem Kind widmet, verhindert, dass es sich in seine Schlaflosigkeit hereinsteigert.

7 Dunkelheit: Ein angenehm frisches, aber nicht zu kühles Raumklima und Dunkelheit sind ebenfalls verlässliche Einschlafhilfen. Bei Dunkelheit schüttet der Körper vermehrt Schlafhormone aus, die Körper und Geist zu Ruhe bringen. Verdunklungsrollos im Kinderzimmer machen daher Sinn.

8 Schreien lassen: Immer wieder hört man von der Empfehlung, Kinder die nicht schlafen können und schreien, einfach in Ruhe zu lassen bis sie sich selbst beruhigen. Doch vielen Eltern zerreisst dieses Vorgehen das Herz. Ob es wirklich gut ist, das Kind schreien zu lassen, kann pauschal ohnehin nicht beantwortet werden. Immerhin spielen die kindlichen Beweggründe (Grenzen testen, Provokation oder vielleicht doch Angst und Unruhe) eine zentrale Rolle. Eltern sollten lieber auf ihr Bauchgefühl hören und im Zweifel das Kind nicht allein lassen.

9 Cool bleiben: Apropos Bauchgefühl; vielleicht ist genau das die wichtigste aller Einschlafhilfen. Denn keine Fachzeitschrift noch irgendein Experte oder Ratgeber sind so gut wie der elterliche Instinkt. Sie wissen am besten, wie Ihr Kind zur Ruhe findet. Und genau dabei gibt es kein richtig, kein falsch und kein zeitliches Limit.

Schläft ihr Kind erst um 22 Uhr ein, ist aber am nächsten Tag fit, ist das vielleicht nicht nach Lehrbuch, aber trotzdem zielführend. Gleiches gilt für das nächtliche Milchfläschchen, den Schnuller oder andere Rituale, die funktioniert. Am Ende gilt: Wer einschläft, gewinnt!

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