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Kind > Erziehung

Vater sein: Väter erzählen

Wie fühlt es sich an, Vater zu werden – was macht es aus, Vater zu sein? Und welchen Einfluss hat das Vatersein auf die verschiedenen Bereiche im täglichen Leben? Diesen Fragen sind einige Väter nachgegangen. Sechs Briefe sind daraus entstanden - Väterbriefe.

Ein Vater ist wichtig für das Kind.

Väter sind wichtige Bezugspersonen für die Kinder. Weil Väter für Kinder wichtig sind, gibt es den pro juventute Väterbrief. Foto: iStock, Thinkstock

Die Väter haben sich über die Bedeutung des Vaterseins ausgetauscht, alle Gedanken gebündelt und schliesslich in den folgenden Texten festgehalten, warum es sich mehrfach auszahlt, Vater zu sein.

Entstanden sind sechs Texte, die aufzeigen, was Väter berührt, beschäftigt, herausfordert und qualifiziert. Sie werden an dieser Stelle als Serie von Familienleben.ch publiziert.

Die positiven Seiten des Vaterseins werden besonders dann erlebt, wenn Väter diese Lebensrolle auch aktiv wahrnehmen.

Für Kinder und ihre Entwicklung sind Väter wichtig, denn sowohl für Mädchen als auch für Knaben sind weibliche und männliche Einflüsse von Bedeutung.

Mit aktivem Vatersein ist die Vorstellung verbunden, dass der Vater:

  • Interesse für die Entwicklung seines Kindes hat
  • die Bedürfnisse seines Kindes zu verstehen versucht
  • Freude, aber auch Sorgen und Ängste mit seinem Kind teilt
  • dem Kind Zuneigung schenkt
  • sich Zeit nimmt zum Spielen, für gemeinsame Unternehmungen
  • seine Partnerin unterstützt und ihr Wertschätzung entgegenbringt

 

Logo von pro juventute

Die Eltern sind die ersten Bezugspersonen, von denen Kinder durch Beobachten und Nachahmen grundlegende Vorstellungen über weibliche und männliche Rollen erhalten. Für das Selbstbild und das Selbstwertgefühl eines Kindes bildet das Erleben des täglich vorgelebten Umgangs zwischen Vater und Mutter eine wichtige Grundlage. Vater und Mutter sind verschieden. Ihre gemeinsamen Erziehungs- und Wertvorstellungen sind für die Kinder als Orientierungshilfe bedeutsam, unterschiedliche Vorgehensweisen müssen aber kein Widerspruch sein. Im Gegenteil, sie können das kindliche Erleben bereichern.

Auch die neuere wissenschaftliche Forschung hat sich dieser Thematik angenommen und dabei festgestellt:

  • Babys sind nicht von Natur aus stärker an die Mutter gebunden. Die Beziehung ist vor allem von der gemeinsam verbrachten Zeit abhängig.
  • Männer spielen im Durchschnitt körperbetonter mit ihren Kindern als Frauen. Das fördert das kindliche Körperbewusstsein. Durch die überraschungsreiche und risikofreudigere Spielweise der Männer, lernen Kinder auch eher, auf überraschende Situationen zu reagieren und mögliche Gefahren einzuschätzen.
  • Väter fördern bei ihren Kindern eher Eigenschaften wie Neugier und Durchhaltewillen. Mütter helfen ihren Kindern eher, mit Emotionen umzugehen.

 

Kinder brauchen sowohl den Vater wie auch die Mutter, die sich mit ihnen beschäftigen, auf ihre Gefühle eingehen, sie ernst nehmen und ihnen Anerkennung geben. Dadurch bekommen sie das nötige Selbstvertrauen, um im Leben ihren eigenen Weg zu gehen und sowohl mit Erfolgen wie auch mit Misserfolgen umgehen zu können. Väter, die ihre Kinder auf diesem Entwicklungsweg aktiv begleiten, werden feststellen, wie herausfordernd, aber auch bereichernd diese Aufgabe ist. Und mit Sicherheit werden sie ihren Kindern für die gewinnbringenden Eigenschaften dankbar sein, die sie dadurch selber weiterentwickeln konnten – Vatersein macht einfühlsam und empfindsam, aktiv und beweglich, offen und kontaktfreudig, feinsinnig und aufmerksam, verständnisvoll und tolerant, umsichtig und effizient … – ein toller Gewinn,

Der Väterbrief wurde auf der Grundlage des Artikels 18 der Uno-Kinderrechtskonvention entwickelt, der besagt, dass beide Elternteile zum Wohl des Kindes gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung verantwortlich sind. Diesem Sinn entsprechend, sollen Väter darin bestärkt werden, das Vatersein bewusst zu leben und zu geniessen und dafür auch in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz einzustehen. Nicht allen Vätern ist es möglich, ihre Arbeitszeit zu Gunsten der Familienzeit zu reduzieren. Entscheidend ist jedoch, wie man die gemeinsame Zeit mit den Kindern verbringt.

Väter sind für Kinder wichtig

Egal, ob Vollzeit-, Teilzeit- oder abwesender Papi – Kinder identifizieren sich mit ihren Papis und orientieren sich an ihrem Vorbild. Dabei ist das aktive Tun von entscheidender Bedeutung. Gemeinsame Erlebnisse hinterlassen Spuren und prägen sich in die Erinnerung ein. In diesem Sinne möchten wir allen Vätern ans Herz legen, mit ihrem Kind in den Alltag einzutauchen und die Welt neu zu erleben. Und freuen Sie sich über all die neuen Schlüsselqualitäten, die Sie dabei erwerben – es ist faszinierend, was Kinder aus ihren Vätern machen!

Viel Spass und Erfüllung im Vatersein und an den sechs folgenden Väterbriefen wünscht Ihnen Ihr pro juventute «Väterbrief»-Team.

PS: Falls Sie noch mehr über die Vielfalt des Vaterseins lesen wollen, finden Sie in den pro juventute Elternbriefen zusätzliche Informationen und Tipps.

Text: pro juventute in Zusammenarbeit mit Avanti Papi

Die 6 Väterbriefe

«Gefühlswelten. Väter leben intensiver»
«Ein Kind. Das beste Fitnessprogramm für Männer»
«Im Netz. Kinder erweitern den Fokus ihrer Väter»
«Wenn der Nachwuchs die Väter zum Nachdenken bringt»
«Experiment Familie. Wenn Väter entscheiden müssen»
«Beruf und Familie. Väter sehen die Vorteile»