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Knochenwachstum: Wenn Teenager plötzlich in die Höhe schiessen

Teenager könnten in ihrer Grösse kaum unterschiedlicher sein. Selbst diejenigen, die gleich alt sind, unterscheiden sich manchmal um zwei Kopflängen. Die Ursache des unterschiedlich schnellen Knochenwachstums ist ein besonders grosser Wachstumsschub in der Pubertät.

Teenager unterscheiden sich in ihrer Grösse oft stark

Manche Jugendliche erleben in der Pubertät einen regelrechten Wachstumssschub - und überragen plötzlich alle. Foto: Highwaystarz-Photography, iStock, Thinkstock

Manche Jungen und Mädchen schauen während ihrer Kindheit zu Gleichaltrigen stets hoch. Andere überragen ihre Freunde schon früh. Doch die Pubertät wirbelt die Unterschiede im Knochenwachstum gehörig durcheinander. Plötzlich kann durchschnittlich sein, wer lange als besonders gross galt. «Kleine» holen dagegen auf.

Knochen wachsen, indem an ihren Enden neue Knochenzellen entstehen. Aus diesen Knochenzellen bildet sich Knorpel. Der Knorpel wird nach und nach härter. Wenn er ganz verknöchert ist, ist der Knochen ein Stück länger geworden.

Wachstumsschub: Hormon steuert Knochenwachstum

Verantwortlich für das Wachstum der rund 206 menschlichen Knochen ist das Wachstumshormon Somatotropin, das die Hirnanhangdrüse vor allem am Abend und in der Nacht ausschüttet. In der Pubertät sorgt das Hormon für einen besonderen Wachstumsschub, der durchschnittlich bei rund 20 Zentimetern liegt. Da bei manchen Kindern die Pubertät früher als bei anderen einsetzt, beginnt bei ihnen auch das schnelle Knochenwachstum eher.

Aus Klein wird Gross …

Kinder, die bisher eher als klein galten, können in der Pubertät noch eine durchschnittliche Höhe erreichen. Denn Kinder, die stets kleiner als andere waren, sind oft einfach Spätentwickler. Weil die Pubertät bei ihnen später einsetzt, haben sie mehr Zeit, während der Kindheit zu wachsen. Kommen sie dann in die Pubertät, profitieren sie vom weiteren Knochenwachstum. So kann durch einen Wachstumsschub aus einem kleinen Kerl noch ein stattlicher Teenager werden.

… und aus Gross wird Klein

So wie es Spätzünder gibt, gibt es auch Frühentwickler. Sie wachsen schneller als andere. Doch auch bei ihnen ist nach der Pubertät das Knochenwachstum vorbei. Und da sie früher in die Pubertät kommen, hören sie auch eher auf zu wachsen. «Manche Eltern, die mit einem grosswüchsigen Kind zu uns kommen, sind erstaunt, wenn wir sagen, es könnte als Erwachsener kleinwüchsig sein», sagte Urs Eiholzer vom Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum in Zürich der NZZ.

Zu klein, zu gross?

Kinder, die relativ klein sind, leiden nur sehr selten an einer Wachstumsstörung, die sich mit Hilfe von Hormonen teilweise ausgleichen lässt. Auch Kinder, die schnell wachsen und deren Knochen normal reifen, können eine Hormonbehandlung machen. Östrogen und Testosteron kurbeln dann die Pubertät an und verkürzen sie, so dass schneller ein Ende des Knochenwachstums erreicht ist.

Bewegung stärkt die Knochen

Bewegung stärkt die Knochen. Dieser Effekt tritt vor allem in der Kindheit auf. «Fangen Kinder früh an zu laufen, haben sie später stärkere Knochen», berichtet der Verband der Kinder- und Jugendärzte von einer britischen Studie. «In der Untersuchung fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Hüpfen, Rennen und Laufen im Alter von 18 Monaten und der Knochenstärke der Kinder als 17-Jährige.» Doch auch Jugendliche und Erwachsene fördern durch Sport enorm die Stabilität ihrer Knochen. Denn Bewegung macht Knochen Druck. Dieser Druck reizt sie zur Knochenverdichtung.

Kalzium für Stabilität in den Knochen

Stabil wird ein Knochen durch den Mineralstoff Calciumphosphat. Wer für starke Knochen sorgen will, achtet deshalb auf eine kalziumreiche Ernährung. Milch und Milchprodukte und grünes Gemüse enthalten besonders viel Kalzium. «In der Pubertät unterliegen die Knochen einem enormen Wachstum », so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Deshalb benötigen Jugendliche besonders viel Kalzium. Um den Mineralstoff nutzen zu können, braucht der Körper auch Vitamin D. Streng genommen ist das Vitamin D gar kein Vitamin, sondern ein Hormon, das zu 80 bis 90 Prozent durch den Einfluss der UV-B-Strahlung im Sonnenlicht auf der Haut gebildet wird. Kinder, die viel draussen spielen, können also ausreichend Vitamin bilden. Hering, Aal, Lachs und Makrele, ebenso Pilze wie Champignons, Steinpilze oder Pfifferlinge enthalten besonders viel Vitamin D, gehören allerdings selten zu den Lieblingsspeisen von Kindern. Vitamin D lässt sich auch mit Eiern, Butter, Margarine und Milch aufnehmen.

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